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Mittwoch, 09.12.2015

Bauauftakt an der Hafencity

Der Bauträger USD beginnt im Frühjahr mit der Sanierung der Melkus-Villa. Die Verhandlungen mit der Stadt zu den großen Neubauten sind weit gediehen.

Von Peter Hilbert

Aus der 150 Jahre alten Melkus-Villa an der Leipziger Straße soll ein Schmuckstück werden. Das Gebäude hat jahrelang leer gestanden.
Aus der 150 Jahre alten Melkus-Villa an der Leipziger Straße soll ein Schmuckstück werden. Das Gebäude hat jahrelang leer gestanden.

© Visualisierung: USD Immobilien

Um die Hafencity ist es in den vergangenen Monaten ruhig geworden. Schließlich war die Entscheidung über die Aufstellung eines Bebauungsplanes wegen des ungeklärten Hochwasserschutzes immer wieder verschoben worden. Doch der Bauträger USD hat die Zeit genutzt und intensiv mit den Ratsfraktionen über Kompromisse verhandelt. „Wir haben bei der Suche nach Lösungen sehr gut mit der Stadt zusammengearbeitet“, sagt USD-Sprecher Ulf Mehner. Dabei sei man ein gutes Stück vorangekommen.

Ein erstes sichtbares Zeichen wird es im Frühjahr geben. Denn dann soll die Sanierung der denkmalgeschützten Melkus-Villa beginnen. Der Dresdner Rennfahrer Heinz Melkus hatte das 1865 fertiggestellte Gebäude auf der Leipziger Straße 27 zu DDR-Zeiten für seine Verwaltung und die Fahrschule genutzt. Doch seit Jahren steht es leer und verfällt. Die USD hatte mit dem Denkmalschutz ein Konzept abgestimmt, bei dem das Haus zwar modern ausgebaut wird, aber markante historische Elemente erhalten bleiben. Entstehen sollen zehn Wohnungen, die zwischen 29 und 126 Quadratmeter groß sind. Die Sanierung dauert etwa ein Jahr, kündigt Mehner an.

Bauträger investiert 100 Millionen

Doch die Melkus-Villa ist für die USD nur der Auftakt. Sie hat zudem einen Bauantrag für ein Ateliergebäude eingereicht. Das soll zwischen der Pharmafirma Menarini und weiteren Wohngebäuden entstehen. Der Bauträger plant, in der Hafencity gut 100 Millionen Euro zu investieren. Dort sollen in fünfgeschossigen Häusern etwa 350 Wohnungen, Büros und Restaurants entstehen. Vorgesehen sind dabei auch großzügig angelegte Freiflächen. „Sie sollen größtenteils öffentlich zugänglich sein“, sagt Mehner.

Die USD hatte sowohl mit Stadtplanern als auch den Ratsfraktionen gesprochen, so auch mit den Grünen. „Die USD-Vertreter haben sich dabei sehr offen gezeigt. Wir sind zu guten Lösungen gekommen“, schätzt Bauexperte Thomas Löser von den Grünen ein. Beispielsweise sei es dabei um die Gestaltung der Gebäude und des Umfelds gegangen.

Nur die Frage des Schutzes für ein
100-jährliches Hochwasser müsse noch geklärt werden. Dafür fehlen noch die genauen Hochwasserlinien, wofür das Land die Daten liefern sollte. Doch die fehlen noch. Erst dann könne das Umweltamt die genauen Anforderungen erarbeiten. „Das muss jetzt schnell gehen“, so Löser.

Steht das städtebauliche Konzept, kann der Bauantrag eingereicht werden, nennt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain den nächsten Schritt. Basis ist ein überarbeiteter Masterplan für die Leipziger Vorstadt. Dazu soll es voraussichtlich eine Bürgerversammlung am 14. Januar geben. „Den Grundstücksbesitzern haben wir den fortgeschriebenen Masterplan bereits erläutert und deren Anregungen und Bedenken entgegengenommen“, sagt der Baubürgermeister. Parallel dazu wird ein Bebauungsplan-Entwurf für die Hafencity erarbeitet, über den im ersten Quartal 2016 debattiert werden soll.

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