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Freitag, 11.12.2015

Bahn und Busse fahren ab Sonntag anders

Vor allem im grenzüberschreitenden Verkehr gibt es Verbesserungen – und zwei dicke Wermutstropfen.

Mit großem Bahnhof in Görlitz startete am 1. März 2009 der Regionalexpress zwischen Dresden und Breslau (Wroclaw). An diesem Freitag wird hier erneut groß gefeiert. Erstens nimmt der umsteigefreie Zug ab Sonntag wieder Fahrt auf, zweitens gibt es neue Verbindungen ab Görlitz nach Jelenia Gora und Wegliniec.
Mit großem Bahnhof in Görlitz startete am 1. März 2009 der Regionalexpress zwischen Dresden und Breslau (Wroclaw). An diesem Freitag wird hier erneut groß gefeiert. Erstens nimmt der umsteigefreie Zug ab Sonntag wieder Fahrt auf, zweitens gibt es neue Verbindungen ab Görlitz nach Jelenia Gora und Wegliniec.

© Jens Trenkler

Ab Sonntag gilt ein neuer Bahn- und Busfahrplan in der Region. Beispielsweise wird der Dresden-Breslau-Express wieder fahren – aber ein paar Einschränkungen sind zu beachten. Auch ins polnische Riesengebirge wird eine Verbindung führen, die besonders Wintersportler und Touristen anziehen soll. Schon seit Wochen laufen die Vorbereitungen für die feierliche Wiederinbetriebnahme. Bei einem Festakt im Görlitzer Bahnhof am Freitagmittag soll unter anderem Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sprechen. Es wird auch ein Band durchschnitten, ohne dass ein Zug rollt. Den Vertrag, dass überhaupt Züge fahren, unterzeichneten Vogtlandbahn und Koleje Dolnoslaskie jedoch erst an diesem Mittwoch.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

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Der Dresden-Breslau-Express fährt ab dem 13. Dezember wieder

Nach neuneinhalbmonatiger Pause rollt ab Sonntag wieder der umsteigefreie Dresden-Breslau-Express, obwohl er den Namen Express nicht mehr verdient. Die Woiwodschaft Niederschlesien hatte den Zug zum 1. März 2015 aus Geldmangel abbestellt.

Wenn er jetzt wieder fährt, dann dank eines Kompromisses. Vogtlandbahn und Deutsche Bahn, deren rote Triebwagen die Strecke bedienen, sind der polnischen Seite finanziell entgegengekommen. Dafür hält der Zug auf polnischer Seite mehr als 30-mal und heißt dort nicht mehr Regionalexpress, sondern Regionalbahn – das ist für das Bahnunternehmen Koleje Dolnoslaskie billiger. Wegen dieser Stopps an jeder Ecke braucht der Zug zwischen Dresden und Breslau aber fast vier Stunden – das ist einer von zwei Wermutstropfen.

Der zweite: Täglich drei durchgehende Züge gibt es nur noch montags bis sonnabends. Sonntags fährt der Frühzug zwischen Dresden und Görlitz nicht. Zwischen Görlitz und Breslau fährt der Frühzug sonntags aber wie an jedem anderen Tag auch. Empfehlung: Zur Fahrt nach Görlitz eine Regionalbahn früher nehmen und dort umsteigen in den Zug der Koleje Dolnoslaskie nach Breslau (in Polen kein weiterer Umstieg). Wer einen Zug später nach Görlitz nimmt, muss zweimal umsteigen – in Görlitz und in Kohlfurt (Wegliniec).

Die Vogtlandbahn bietet für die Strecke Dresden–Breslau einen Sondertarif an. Dieser beträgt 33 Euro für Alleinreisende, 69Euro für zwei Erwachsene und bis zu fünf Kinder oder Enkel sowie 89 Euro für Kleingruppen bis fünf Personen. Das Ticket gilt 14 Tage für Hin- und Rückfahrt.

Neue Verbindung ins polnische Riesengebirge

Neu ist, dass ab Sonntag polnische Nahverkehrszüge den Görlitzer Bahnhof ansteuern. Drei fahren täglich nach Jelenia Gora (Hirschberg) am Fuße des Riesengebirges, vier nach Wegliniec (Kohlfurt). Dort bestehen in der Regel Umsteigemöglichkeiten zu modernen Elektrozügen nach Breslau, die schneller und bequemer sind als die deutschen Diesel-Triebwagen. Ab Jelenia Gora fahren Linienbusse ins Riesengebirge.

Schienenversatzverkehr wohl noch bis Februar

Was Sie jetzt über die Strecke Cottbus–Görlitz–Zittau lesen, ist der Stand von Mittwochabend. Diese Einschränkung ist wichtig, da sich die Lage in den vergangenen Wochen fast täglich geändert hat und am Donnerstagmorgen alles schon wieder ganz anders sein kann.

Seit September hat die Deutsche Bahn AG als Inhaberin der Strecke am Görlitzer Bahnhof eine Brücke und die komplette Entwässerung erneuert. Seitdem bedient die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg) den Abschnitt zwischen Görlitz und Zittau mit Bussen im Schienenersatzverkehr. Dieser sollte eigentlich am 12. Dezember enden.

Ende November war aber absehbar, dass die DB bis zu diesem Termin nicht fertig wird. Also hat die Odeg ihren Schienenersatzverkehr bis Mitte Februar 2016 verlängert. Nachdem sie das getan hatte, teilte die DB allerdings mit, dass sie nun doch schon bis zum 18.Dezember, 16 Uhr, ihre Arbeiten in Görlitz beendet haben wird. Nachdem sie das mitgeteilt hatte, gab es die nächste Änderung: Nein, am 10. Dezember – also an diesem Donnerstag – wird erst mal die in Görlitz neu eingebaute Entwässerung überprüft, erst danach stehe fest, ab wann wieder Züge fahren können. Die Odeg teilte auf SZ-Anfrage schon mal mit, dass sie bis Februar beim Schienenersatzverkehr mit Bussen bleiben will. Es kann also durchaus passieren, dass ab 18.Dezember die Schienenersatz-Busse neben der einsatzbereiten, aber leeren Bahnstrecke entlangfahren.

Neuer Haltepunkt in Pulsnitz

Die Züge der Linie Dresden–Kamenz der Städtebahn Sachsen halten in der Pfefferkuchenstadt jetzt zweimal – auf dem bisherigen Bahnhof und auf dem neuen Haltepunkt Pulsnitz-Süd.

Neuer Busbahnhof in Görlitz

Unweit des Görlitzer Bahnhofs geht am Sonntag ein neuer Busbahnhof in Betrieb. Dadurch ändern sich einige Busfahrpläne in der Neißestadt und im Umland. Der bisherige Busbahnhof am Demianiplatz ist jetzt eine normale Bushaltestelle und heißt Görlitz Theater.

Alle Beiträge zu Themen rund um den Fahrplanwechsel für Bus und Bahn am 13. Dezember finden Sie in unserem Spezial.