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Mittwoch, 21.01.2009

Bahn bringt Brücke für Tempo 110 in Schuss

"Tragflächen" werden die 137 Jahre alte Gewölbebrücke fit für Schnellzüge machen.

Von Mandy Schneider

Chemnitz - Vor fünf Jahren verpassten Ingenieure dem Bahrmühlenviadukt einen Betontunnel für die untendurch verlaufende Autobahn 4. Nach diesem statischen Husarenstück soll das denkmalgeschützte Bauwerk nun saniert werden - ein ebenso aufwendiges Vorhaben. „Tragflächen“ werden die 137 Jahre alte Gewölbebrücke fit für Schnellzüge machen.

Bahnsprecherin Daniela Bahls (35): „Gegenwärtig fahren die Züge mit 50 Stundenkilometern über die Brücke. Nach der Sanierung sollen 90, mit Neigetechnik bis 110 Stundenkilometer möglich sein.“ Weil dafür neue Gleise verlegt werden, zwischen denen ein größerer Sicherheitsabstand erforderlich ist, wird die Brücke obendrauf über die Stützpfeiler hinaus verbreitert.

Die Bauarbeiten finden bei laufendem Bahnbetrieb statt. „Derzeit ist ein Gleis gesperrt, weil dort die Schotterschicht abgetragen wird. Trotzdem verkehren die Züge zwischen Leipzig und Chemnitz im Stundentakt“, so die Bahnsprecherin.

Außer dem Gleistragwerk wird auch das Bruchsteinmauerwerk aus Serpentinit und Sandstein der 230 Meter langen Brücke saniert. Frau Bahls: „Insgesamt sind Kosten von 6,5 Millionen Euro eingeplant. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Juni 2010."