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Samstag, 23.06.2018

Bäume für den neuen Altmarkt

Wenn umgebaut wird, soll der Platz eine Baumreihe erhalten, fordern mehrere Stadträte. Auch ringsherum ist ihnen die Altstadt zu steinig.

Von Sandro Rahrisch

So könnte der westliche Altmarkt nach dem Umbau aussehen: Bäume umranden den Platz und spenden auf dem Fußweg Schatten.
So könnte der westliche Altmarkt nach dem Umbau aussehen: Bäume umranden den Platz und spenden auf dem Fußweg Schatten.

© Visualisierung: Stadtratsfraktion Grüne

Zwar ist der Altmarkt erst vor zehn Jahren neu gestaltet worden. Doch versickertes Regenwasser hat Strom- und Wasserleitungen beschädigt. Ab 2020 soll der Platz deshalb umfangreich saniert werden. Der Umbau müsse genutzt werden, um auf der Südseite, wo sich das NH-Hotel befindet, und auf der Altmarktgalerie-Seite Bäume zu pflanzen, fordern Grüne und SPD. Dazwischen könnten Sitzbänke aufgestellt werden. „Eine Top-Kritik, wenn man mit Touristen spricht, ist: Alles ganz schön in der Altstadt, aber ein bisschen steinern“, so Stadtrat Hendrik Stalmann-Fischer (SPD).

Nicht nur auf dem Altmarkt würden Bäume fehlen, sagt Grünen-Fraktionschef Thomas Löser. Auch der „Hinterhof“ zum Dr.-Külz-Ring sei völlig granitisiert. Die meisten Straßen dort würden von Lieferfahrzeugen genutzt. „Kann man hier nicht einen Boulevard daraus machen?“ So, wie es jetzt ist, sei dieser Raum tot und öde.

Die Kreuzstraße macht da keine Ausnahme, meinen die beiden Stadträte und schlagen der Verwaltung vor, am Straßenrand eine Baumreihe zu pflanzen. So, dass immer noch Autos dazwischen parken können. Der verschlissene Asphalt könnte durch einen deutlich helleren Straßenbelag ersetzt werden, auch um eine Überwärmung des Viertels an heißen Sommertagen zu verhindern. Als Vorbild sehen die Politiker die Weiße Gasse, die bereits mit Bäumen bepflanzt ist. Auch Pflanzschalen und Kübelbäume könnten die Straßen rund um den Altmarkt attraktiver machen. Mit den Hauseigentümern und Händlern soll ausgelotet werden, ob so etwas in privater Regie aufgestellt werden kann. Bis Jahresende, so der Auftrag, den der Stadtrat noch beschließen muss, soll der Oberbürgermeister einen Plan entwerfen, wie das alles möglich ist, auch finanziell.

„Rein statistisch befindet sich an Dresdens Straßen alle 300 Meter ein Baum“, so Stalmann-Fischer. Vor allem für das Zentrum treffe das aber nicht zu. „Es zeigt, dass stellenweise richtige Betonwüsten entstanden sind. In einer wachsenden Stadt wird das nicht besser.“

Im Dresdner Stadtgebiet gibt es derzeit 53 850 Straßenbäume. 36 339 davon werden als Altbäume gezählt – sie stehen mindestens schon 15 Jahre. 17 511 Bäume sind jünger. Mit 136 verschiedenen Arten gehört der Straßenbaumbestand in der Landeshauptstadt zu einem der artenreichsten innerhalb Deutschlands. Besonders teuer ist es dort zu pflanzen, wo schon viele Kabel und Leitungen unter der Erde liegen. Mehr als 400 Bäume wollte das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft im Frühjahr pflanzen. 291 sollten entlang von Straßen in die Erde kommen, 113 in Parks und Grünanlagen. Einen Anfang für mehr Grün in der Altstadt haben die Grünen schon gemacht. Auf der Kreuzstraße haben sie selbst einen Baum gepflanzt. (mit SZ/noa)