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Dienstag, 23.12.2008

Autozulieferer FSG fährt automatisch aus der Krise

OELSNITZ/E. - Von wegen Rezessionsangst: Der dramatische Umsatzeinbruch in der Automobilindustrie hinterlässt beim Oelsnitzer Zulieferer FSG Automotive (500 Mitarbeiter) bislang keine Spuren. Im Gegenteil: Der Hersteller von Getrieben (unter anderem für VW, Daimler, Porsche) trotzt der Krise mit massiven Investitionen und Neueinstellungen.

Von Mario Adolphsen

FSG-Vorstandsvorsitzender Hans Schlickum (47) legte gestern den Grundstein für eine neue, 8,8 Millionen Euro teure Produktionshalle am Oelsnitzer Standort - und sagt der Krise damit den Kampf an: „Wer ein Schiff baut wenn das Wasser kommt, wird oben schwimmen, wenn die anderen untergehen.“ 2008 hat das Unternehmen schon 7,5 Millionen Euro in neue Maschinen investiert und 108 Mitarbeiter - davon 70 ehemalige Zeitarbeiter - eingestellt. 2009 sollen noch einmal 50 Zeitarbeiter fest übernommen werden.

Der Erfolgsmotor brummt bei FSG im eigentlichen Wortsinn automatisch. Hans Schlickum erklärt: „Der Absatz unserer neuen Doppelkupplungsgetriebe für Automatikschaltungen steigt: von 85000 Stück in diesem Jahr auf 300000 im nächsten. Für 2010 rechnen wir mit 600000 Getrieben.“ Gefragt ist die sächsische Innovation vor allem, weil sich mit ihr bis zu 1,5 Liter Sprit auf 100 Kilometer sparen lassen. Schlickum: „Wir produzieren auch zwischen den Jahren weiter, etwa für den neuen Golf 6.“ Und Ende Januar soll der nächste Großauftrag kommen: „Bis dahin entscheidet sich, ob wir den Zuschlag für die neue A- und B-Klasse von Mercedes bekommen.“

Spurlos geht die Absatzflaute aber auch an FSG nicht vorbei. Für das kommende Jahr rechnet der Zulieferer mit einem Umsatzrückgang von 18 Prozent. „Glücklicherweise betrifft das nur die manuellen Getriebe, die schon seit Jahren auf dem Markt sind“, erklärt Hans Schlickum. „Durch die sinkenden Preise verdienen wir an denen ohnehin nichts mehr.“