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Dienstag, 08.05.2018

Autos werden immer dicker

Von Rolf Obertreis

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In Parkhäusern haben Fahrer neuer Autos immer öfter Probleme, der Breite wegen.
In Parkhäusern haben Fahrer neuer Autos immer öfter Probleme, der Breite wegen.

© Friso Gentsch/dpa

Frankfurt. Es sind Jahr für Jahr zwar immer nur ein paar Millimeter dazugekommen. Aber jeder Autofahrer merkt es nicht nur im Parkhaus, sondern auch in Baustellen auf der Autobahn oder in der Stadt. Pkw haben in der Breite und Länge in den letzten Jahrzehnten deutlich zugelegt, wie Ferdinand Dudenhöffer, Professor am CAR-Center der Universität Duisburg-Essen, in einer neuen Analyse vorrechnet. Mit dem Wachstum der Autos stellt sich nach Ansicht von Dudenhöffer die Frage, ob für „dicke Schlitten“ höhere Parkplatzgebühren fällig werden sollten und angesichts gestiegener Unfallgefahren die Versicherung teurer werden muss.

1,803 Meter breit, 1,55 Meter hoch und 4,403 Meter lang war das neue Auto der Deutschen im vergangenen Jahr im Durchschnitt groß. Zum Vergleich: 1990 betrug die Breite 1,679 Meter und die Länge 4,259 Meter. Allerdings war es damals 1,581 hoch. „Eine Trendumkehr ist nicht erkennbar“, sagt Dudenhöffer. 2025 werde ein Neuwagen im Schnitt 1,83 breit sein. Dabei seien „Dickschiffe“ wie Luxuslimousinen und SUVs nicht der einzige Grund für das Wachstum. Ein Opel Corsa brachte es 1990 auf eine Breite von 1,532 Meter, heute sind es 1,746 Meter, ein Zuwachs von 14 Prozent. Auch ein VW Golf hat um sieben Prozent auf 1,799 Meter zugelegt, ein BMW 3er um zehn Prozent auf 1,811. Am breitesten sind Vans, Luxus-Limousinen und SUVs mit bis zu 1,853 Meter.

Die Entwicklung hat im Alltag deutliche Auswirkungen. „Es wird eng im Parkhaus und in Baustellen“, sagt Dudenhöffer. Im Parkhaus sind mindestens 2,30 Meter Breite pro Platz vorgeschrieben, die linke Spur in einer Baustelle muss wenigstens 2,50 Meter vorweisen. Da bleiben dann den dicksten Autos links und rechts jeweils gut 30 Zentimeter.

Gehe das Breitenwachstum weiter, müsse man wohl auf automatisch einparkende Pkws ausweichen, so Dudenhöffer. Zudem könne man den Parkplatz ab einer bestimmten Breite auch verteuern. Es geht aber auch um Sicherheit. Mehr Breite könne auch, so der Auto-Experte, höhere Kosten für die Versicherung nach sich ziehen. „Je breiter, umso größer ist das Unfallrisiko in Autobahnbaustellen“. (otr)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 8 Kommentare

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  1. Anmerkung

    Das merkt man auch auf der Striesener Straße, da passen manche Autos gar nicht mehr auf den Parkstreifen neben dem Radweg.

  2. PS

    Das Problem ist noch viel ernster. Beim Begegnen auf schmalen Straßen wird es zunehmend enger. Hinzu kommt, dass die Fahrer nicht sehen können und offenbar keine blasse Ahnung haben, wo der rechte Rand ihrer breiten Gefährte ist. Also lassen sie intuitiv beim Parken und beim Fahren rechts noch viel Sicherheitsabstand, oft bis zu einem Meter. Plus die größere Breite von bis zu 0,5 m - dafür sind viele Straßen nicht breit genug. Ich beobachte beim Begegnen viele kritische Situationen und vermute, dass das auch Ursache vieler ungeklärter Unfälle ist. Wissenschaft und die Verkehrsminister sollten sich mal darum kümmern. Aufklärung, Schulung, vielleicht spezielles Fahrtraining, vielleicht auch andere Bauweisen oder Nachrüstungen, so dass der Fahrer den rechten Rand sieht.

  3. Logistiker

    @PS: schon mal beobachtet, wer in den dicken Dingern eigentlich drin sitzt? Zitat: "Mein Mann hat mir das Auto gekauft, das ist sicher." Leider hapert es dann an der räumlichen Vorstellungskraft, so ein Ding zu fahren. Aber es geht noch größer, gefühlt hat sich die Anzahl von Kleinbussen (T5/T6, Vito,...) in der Stadt verzehnfacht. Die Dinger bekommt man dich kaum untern 40k. Alles bezahlt?

  4. Radebeuler

    Laut StVO darf ein PKW 2,5 m breit sein. https://www.bussgeldkatalog.net/strassenverkehrszulassungsordnung/32-stvzo/ Hier ist also der Gesetzgeber gefragt, bei Fahrzeugen allgemein und PKW speziell geringe Breiten vorzuschreiben. Man kann einen PKW auf 1,70 m beschränken. Dann fällt ein Großteil der SUV usw. bei der Zulassung/HU raus und das Problem ist gelöst.

  5. Logistiker

    @Radebeuer: §32 StVZO schreibt die Fahrzeugbreite vor, die man mit angebrachten Zubehör nicht überschreiten darf. Das hat nichts mit der Typzulassung (ECE) zutun.

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