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Montag, 04.06.2018 Fußball-Landesliga

Aus Barcelona eingeflogen

Der RBC-Kapitän Benno Töppel landet erst wenigen Stunden vor dem Punktspiel, wird aber zum Matchwinner gegen Grimma.

Von Jürgen Schwarz

Der Radebeuler Kapitän Benno Töppel erzielte drei Tore in Grimma und demonstrierte seine Vorfreude. Im August wird er Papa einen kleinen Jungen.
Der Radebeuler Kapitän Benno Töppel erzielte drei Tore in Grimma und demonstrierte seine Vorfreude. Im August wird er Papa einen kleinen Jungen.

© Lutz Kollmann

Radebeul. Der Radebeuler BC hat in der Fußball-Landesliga einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt vollzogen. Im Heimspiel gegen den FC Grimma setzte sich die Mannschaft von Trainer Matthias Müller nach einem sehenswerten Auftritt mit 6:3 (4:2) durch. „Die erste Halbzeit war das Beste, was ich von meiner Mannschaft gesehen habe, seit ich in Radebeul Trainer bin“, lobte „Lotte“ Müller, der seit 2014 auf der Bank sitzt.

Vor dem Spiel musste der 63-Jährige eine schwierige Entscheidung treffen. Spielführer Felix Graage stand nicht zur Verfügung. Ein lösbares Problem, schließlich präsentierte sich Vize-Kapitän Benno Töppel zuletzt in starker Verfassung. Doch der 30-Jährige fehlte die gesamte Woche beim Training, weil er aus beruflichen Gründen in Barcelona weilte. Normalerweise für Müller ein driftiger Grund, auf einen Startelfplatz zu verzichten, doch der RBC-Coach machte eine Ausnahme – die er seinen Spielern vor dem Anpfiff auch erläuterte. Allein mit seiner Einstellung und seinem hohen Engagement sei Töppel auch ohne Training eminent wichtig für das Team, sagte Müller. Und lag damit goldrichtig. Drei Treffer erzielte Benno Töppel in der ersten Halbzeit und führte seine Mannschaft damit auf die Siegerstraße. Nach einer Stunde nahm der Coach seinen Matchwinner vom Platz. „Ich war fix und fertig“, gab Töppel später zu. „Ich war ja erst in der Nacht vor dem Spiel in Dresden gelandet und sah wohl auch ziemlich müde aus. Zumindest hat mich der Trainer gefragt, ob ich überhaupt spielen kann, weil ich wohl doch etwas fertig aussah.“

Es war beeindruckend, wie die Radebeuler auf den frühen Rückstand durch Robin Brand reagierten (5.). „Für uns stand und steht viel auf dem Spiel. Dann kassieren wir sofort das 0:1 und legen so eine bemerkenswerte, weil gut strukturierte und spielstarke Partie hin. Hut ab“, freute sich Matthias Müller. Der ebenfalls auffällig agierende Robert Lauterbach erzielte den Ausgleich (14.), vier Minuten später Töppel das 2:1. Ein von Armand Deugoue verursachte Elfmeter brachte die Muldestädter wieder heran. Christoph Jackisch verwandelte den Strafstoß zu seinem 15. Saisontor.

Lauterbach krönt seine Leistung

„Die beiden Gegentore habe mich geärgert, die haben wir eigentlich selbst erzielt“, meinte Müller. „Aber zum Glück hatte Benno seinen Torinstinkt nicht in Barcelona zurückgelassen.“ Mit seinen Saisontreffern zwölf und 13 (36., 40.) sorgte der im Vorjahr aus Bischofswerda gekommene Offensivmann für einen beruhigenden Pausenvorsprung. Nach dem Seitentausch wurde es etwas ruhiger auf dem Kunstrasenplatz des Weinbergstadions. Lauterbach sorgte nach 67 Minuten für das 5:2, ehe auch Brand sein zweites Tor markierte (74.). Schließlich war es Philip Heineccius vorbehalten, per Kopfball für den Endstand zu sorgen (84.). Drei Minuten zuvor hatte der Grimmaer Oliver Kurzbach die Gelb-Rote Karte gesehen. Willi Richter verpasste in den Schlussminuten noch zwei „dicke“ Gelegenheiten für den RBC.

Einziger Wermutstropfen, auch nach dem achten Saisonsieg ist der Radebeuler BC (9.) noch nicht im sicheren Hafen, weil auch die Konkurrenz im Kampf um den Ligaverbleib immer wieder punktet. So gewannen die einen Punkt vor Radebeul platzierten Copitzer zuletzt vier Partien infolge. Der RBC reist nun am Samstag zum VfB Empor Glauchau und erwartet im letzten Heimspiel den FC 1910 Lößnitz. „Auf Schützenhilfe dürfen wir uns auf keinen Fall verlassen“, appelliert Trainer Müller an seine Schützlinge. „Wir müssen die Spannung hochhalten und so wie gegen Grimma unser Potenzial ausschöpfen. Dann bleiben wir garantiert in der Liga.“

Der RBC spielte mit: Bunzel – Deugoue, Talke, Kunze, Adamczyk, Heineccius, Töppel (59. Kopas), Groß, Müller, Lauterbach (84. Richter), R. Schöne (70. Kiesse Wete).