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Mittwoch, 11.07.2018

Auf Probe bei der Polizei

20 Schüler erkunden zurzeit in einem Feriencamp, ob der Polizistenberuf der richtige für sie ist. Von Spurensicherung bis zum Sporttest ist alles dabei.

Von Carmen Schumann

Shirin Majri probierte an der Polizeischule Bautzen das Abnehmen von Fingerabdrücken aus.
Shirin Majri probierte an der Polizeischule Bautzen das Abnehmen von Fingerabdrücken aus.

© Carmen Schumann

Bautzen. Freundinnen teilen fast alles. Manchmal ist es sogar der Berufswunsch. Shirin Majri und Sarah Rothe drücken in Chemnitz die selbe Schulbank. Am Dienstag taten sie dies auch im Fortbildungszentrum der Sächsischen Polizei in Bautzen. Die beiden Neuntklässlerinnen nehmen an der Berufsfelderkundungswoche teil, die nun schon zum 15. Mal vom Jugendfreizeitverein Radeburg organisiert wird. Die Mädchen können sich gut vorstellen, einmal Kriminalistin zu werden.

Wie man Spuren sucht und sichert, steht an diesem Tag an der Bautzener Polizeischule auch auf dem Stundenplan. Die 20 Camp-Teilnehmer erhalten außerdem Einblick in die Bekämpfung der Drogenkriminalität und machen sich mit dem Waffengesetz bekannt. Probehalber können sie sich dem Sporttest der Polizei unterziehen, um zu sehen, ob sie den Anforderungen gerecht werden. Shirin und Sarah hatten schon im Mai im Rahmen des Girls Days bei der Polizei in Chemnitz reingeschnuppert und sich dann für das Polizei-Camp entschieden, während dem die Teilnehmer im Hotel am Lärchenberg in Schirgiswalde untergebracht sind.

Sportliche Bewerber gesucht


Ob die beiden Mädchen tatsächlich einmal Polizistinnen werden, lässt sich nicht vorhersagen. Doch der eine oder der andere, der in den zurückliegenden 15 Jahren an der Berufsfelderkundung teilgenommen hatte, ist heute tatsächlich in den Reihen der sächsischen Polizei wiederzufinden. Zum Beispiel Kevin Runge, Teilnehmer am allerersten Camp im Jahr 2004. Bei der kleinen Feierstunde am Montag anlässlich des 15. Jubiläums berichtete er von seinen Erfahrungen. Er ist heute bei der Bereitschaftspolizei in Dresden tätig. Die Teilnehmer am Camp statten den Dresdener Bereitschaftspolizisten am Freitag einen Besuch ab, ebenso der Wasserschutzpolizei Dresden. Am Donnerstag besuchen die Schüler die Polizeifachschule Chemnitz und die Diensthundeschule Naustadt.

Dirk Hofmann von der Polizeifachschule Chemnitz hofft, dass viele Teilnehmer des Camps später einmal den Weg an seine Schule finden. Denn Nachwuchs bei der Polizei wird dringend gebraucht. Jedoch stehe man bei der Werbung um leistungsstarke und sportliche Kandidaten in Konkurrenz mit der Wirtschaft.