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Mittwoch, 28.02.2018

Auf der Suche nach der richtigen Balance

Die DSC-Frauen fiebern dem Pokalfinale entgegen, müssen aber noch zum Rückspiel im Europacup nach Stuttgart.

Von Alexander Hiller

DSC-Libero Myrthe Schoot pustet tief durch. Im Hinspiel des Europacup-Viertelfinals war ihr Team gegen Stuttgart nahezu chancenlos – nun steht das Rückspiel an.
DSC-Libero Myrthe Schoot pustet tief durch. Im Hinspiel des Europacup-Viertelfinals war ihr Team gegen Stuttgart nahezu chancenlos – nun steht das Rückspiel an.

© Robert Michael

Zugegeben, die Aussichten für ein Weiterkommen im europäischen CEV-Pokal sind für die Volleyballerinnen des Dresdner SC am Mittwoch nicht die besten. Die Schützlinge von Trainer Alexander Waibl hatten das Hinspiel im deutschen Duell auf europäischer Bühne gegen Bundesliga-Spitzenreiter Stuttgart am vorigen Mittwoch krachend mit 0:3 verloren.

Weshalb sollte das im Viertelfinal-Rückspiel in der Stuttgarter Scharrena also anders laufen? Nur ein 3:0- oder ein 3:1-Sieg würde dem DSC in den entscheidenden „Golden Set“ verhelfen. Doch für diese Variante spricht wenig – zumindest Stand vergangener Mittwoch. Zum einen war die Dominanz der Schwäbinnen bereits in Dresden überraschend groß. Und zum anderen haben die Sächsinnen in dieser Woche ein anderes Ziel vor Augen. Der für den Verein möglicherweise eine prägnantere Rolle spielt als der immer noch mögliche Einzug ins Halbfinale des zweithöchsten europäischen Wettbewerbs.

Das Pokalfinale am 4. März in der SAP-Arena von Mannheim ist jene Aufgabe, auf die Waibls Mannschaft seit Wochen mehr oder weniger gezielt hinarbeitet. Immer wieder unterbrochen durch weitere Pflichtspieltermine in der Bundesliga sowie im CEV-Pokal. Dem Duell gegen den VC Wiesbaden am Sonntag, 16.30 Uhr, fiebert die Mannschaft so oder so zweifellos entgegen.

Nach Stuttgart reiste der DSC deshalb ungewohnterweise am Dienstag per Flieger und am Donnerstag auch wieder zurück – um Reisestress und -strapazen zu minimieren, Energie zu sparen – für das Pokalfinale, den ersten wichtigen Titel der Saison, nach dem noch relativ bedeutungsfreien Supercup. „Stuttgart ist in der Verfassung derzeit die beste Mannschaft der Bundesliga“, hatte Waibl nach dem Hinspiel in Dresden erkannt, mit dem nicht ganz unwichtigen Verweis: „Wir haben aber noch eine Menge Steigerungspotenzial.“

Viel wird davon abhängen, wie der
49-Jährige die psychologische Komponente des Duells gegen Stuttgart mit Hinblick auf das Pokalfinale am Sonntag bewertet. Möglicherweise wäre es für die Moral seines Teams fahrlässig, das Rückspiel am Mittwoch herzuschenken und dann mit der Hypothek von zwei möglichen 0:3-Niederlagen gegen die derzeit beste Mannschaft der Liga ins Pokal-Endspiel gegen Wiesbaden zu gehen. Auf die Balance kommt es an. „Wir haben absolut nichts mehr zu verlieren und können befreit aufspielen“, sagt Mittelblockerin Barbara Wezorke.

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