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Donnerstag, 13.12.2012

Anonyme Geburten: So wollen CDU/FDP Babyleben retten

CDU und FDP wollen Müttern in Not helfen: Anonyme Geburten sollen klar geregelt werden. Bisher ist das eine rechtliche Grauzone, die auch Ärzte in Bedrängnis bringt.

Dresden. Auch in Sachsen gibt es viele verzweifelte Mütter: Erst kürzlich wurde ein Neugeborenes vor dem Dresdner Diakonissenkrankenhauses abgelegt. In den sechs sächsischen Babyklappen wurden schon 44 Kinder abgegeben. In mindestens sieben Krankenhäusern können Frauen ihre Kinder anonym bekommen und dortlassen, etwa im Heinrich-Braun­Klinikum Zwickau und in allen Kliniken im Erzgebirgskreis, so Sozialministerin Christine Clauß (CDU).

Gesetzlich sauber geregelt sei dies aber nicht, so Carsten Biesok, rechtspolitischer Sprecher der FDP: „Eigentlich müssen die Ärzte die Geburt melden, auch wenn die Frau das nicht will. Das bringt die Ärzte in eine Konfliktsituation.“ Stichwort: ärztliche Schweigepflicht. Morgen soll der Landtag den Antrag der Regierungsfraktionen beschließen. Demnach soll sich die Staatsregierung auf Bundesebene für eine gesetzliche Regelung einsetzen. Denn anonyme Geburten in Kliniken seien allemal besser, als wenn die Frau ihr Kind ohne ärztliche Hilfe zur Welt bringe, so Biesok.

Auf Bundesebene ist das Problem lange bekannt. Derzeit wird ein Gesetz für die vertrauliche statt der anonymen Geburt heftig diskutiert - dabei sollen Daten der Mutter gespeichert, aber nicht an Ämter gegeben werden. (mor)