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Mittwoch, 03.01.2018

Anleger vertrauten Millionenbetrüger

Mehr als 2,4 Millionen Euro hat Rolf W. kassiert. Dazu fälschte er Papiere einer Luxemburger Firma.

Von Christoph Springer

© Fabian Schröder

Das Geld ist weg. Rolf W. ist pleite. Bei ihm ist nichts mehr zu holen. Das weiß auch Frau K., eine ehemalige Lehrerin aus dem Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge. Sie hat dem Anlageberater mehr als 62 000 Euro anvertraut, einen Teil ihrer Erbschaft. Davon wird sie nichts wiedersehen, musste die Pensionärin am Dienstag im Amtsgericht erkennen.

Außerdem muss W. drei Jahre ins Gefängnis. Auf diese maximale Haftzeit hatten sich Oberstaatsanwalt Kai Dömland und Anwalt Martin Wissmann, der Verteidiger des gebürtigen Kölners, vorab geeinigt. Voraussetzung: Rolf W. gesteht den 87-fachen Betrug, den ihm die Staatsanwaltschaft zur Last gelegt hat.

W. hat diese Voraussetzung erfüllt. Demnach hat der heute 59-Jährige zwischen 2011 und 2016 mehr als 2,4 Millionen Euro von seinen Anlegern kassiert. Die Einzelbeträge reichten von knapp 2 000 bis über 100 000 Euro. Nichts davon ist übrig, zu keiner Zeit hat er das Geld gewinnbringend angelegt. Dabei hat W. seinen Finanzkunden deutlich höhere Zinsen versprochen, als sie Banken zu dieser Zeit gezahlt haben. Einen Teil investierte er in ein Russlandgeschäft mit Garnelen und Zucker, daraus ist aber nichts geworden. Einen anderen Teil zahlte er Anlegern zurück, um sie bei Laune zu halten. Außerdem bestritt er seinen Lebensunterhalt vom Geld seiner Kunden. Seiner Maklerfirma gab er dabei mit Dokumenten einer Luxemburger Holding einen seriösen Anstrich. W. fälschte diese Vordrucke, um einen „dekorativen Rahmen“ zu haben. 2012 war sein Geschäftsmodell am Ende. „Da hätte ich die Reißleine ziehen müssen.“ Doch das tat er nicht. Er kassierte weiter und zahlte wenig oder gar nichts zurück. „Das Geld ist mir hinterhergetragen worden“, beschrieb er das Verhalten seiner Kunden. „Sie waren leichtsinnig“, attestierte ihnen Richter Hermann Hepp-Schwab. Der Freitaler ist bereits 1997 vom Landgericht Bautzen wegen Anlagebetrugs zu mehr als drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Jetzt muss er sein Geld wieder im Gefängnis verdienen.

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