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Mittwoch, 16.05.2018

Angucken statt Anbaden

Mehrere Großenhainer nutzen den Tag der offenen Baustelle im Naturerlebnisbad. Ein kurzer Regen kann sie nicht schrecken.

Von Jörg Richter

Die Besucher bleiben am Bauzaun stehen und blicken in die Teichgrube des Naturerlebnisbades, in der neue Betonwände errichtet werden.
Die Besucher bleiben am Bauzaun stehen und blicken in die Teichgrube des Naturerlebnisbades, in der neue Betonwände errichtet werden.

© Anne Hübschmann

Großenhain. Beinahe wäre der Tag der offenen Baustelle ins Wasser gefallen. Die Stadtverwaltung hatte dazu für Dienstag ab 15 Uhr die Großenhainer eingeladen, sich selbst ein Bild über die Umbaumaßnahmen im Naturerlebnisbad zu machen. Doch eine halbe Stunde vor Beginn zogen dicke Wolken über Großenhain zusammen und schütteten einen Regenguss aus, der sich echt gewaschen hatte. Doch kurz vor um drei öffnete sich die Wolkendecke und kam der blaue Himmel wieder zum Vorschein.

Stadtbaudirektor Tilo Hönicke und seine Mitarbeiter vom Stadtbauamt waren sichtlich erleichtert und gleichzeitig begeistert, dass sich mehrere Großenhainer nicht vom Regenguss abschrecken ließen und bereits am Eingang zum Naturerlebnisbad warteten. Vor allem Rentner, aber auch ein paar jüngere Leute nutzten dieses Angebot. Hönicke machte dabei unter ihnen auch einige Stammbader aus.

„Heute in einem Jahr wird das neue Naturerlebnisbad eröffnet“, wies Hönicke auf den besonderen Tag hin. Denn am 15. Mai beginnt in Großenhain traditionell die Badesaison. Wegen des Umbaus diesmal allerdings nicht. Statt Anbaden war am Dienstag Angucken angesagt.

Und die Großenhainer, die gekommen waren, zeigten sich sehr interessiert und beeindruckt. Besonders von der größten Veränderung: Der Regenerationsteich, in dem das Wasser biologisch gesäubert wird, befindet sich nicht mehr hinter den Liegewiesen, sondern mittendrin im Schwimmteich. Dieser verkleinert sich damit von rund 3 000 Quadratmeter Grundfläche auf rund 1 700 Quadratmeter. „Das ist völlig ausreichend“, sagt Tilo Hönicke. Denn die Auswertung der jährlichen Besucherzahlen habe ergeben, dass das bisherige Naturerlebnisbad kaum ausgelastet war. „Die Wasserflächen waren für 1000 Besucher pro Tag konzipiert, eine Zahl, die nur selten erreicht wurde“, heißt es in einer Pressemappe des Rathauses.

Aufmerksame Besucher konnten auch erahnen, wie groß der neue Regenerationsteich in etwa ausfallen wird. Bauarbeiter sind momentan dabei, die Filigranwände des Sportschwimmerbeckens mit seinen vier Bahnen aufzustellen, um sie später mit Beton zu verfüllen. Das ist die eine Begrenzung des Schilfareals. Eine Betonfläche am Boden, wo früher in etwa der Steg stand, weist auf die andere Begrenzungsseite hin. Eine Brücke soll den Regenerationsteich überspannen und den Schwimm- mit dem Spaßbereich verbinden.

Bis Ende Oktober soll der Umbau erledigt sein. Die Entscheidung, dass die Badesaison 2018 damit ausfällt, habe sich die Verwaltung und der Stadtrat nicht leicht gemacht, bekräftigt Hönicke. „Es hätte auch nichts gebracht, im Winter durchzubauen“, sagt er. Dafür war das Wetter nicht trocken genug. Ein bisschen trauert er noch der verpassten Möglichkeit nach, im Sommer 2017 das Naturerlebnisbad umzugestalten. Denn der war durchwachsen und verregnet. Zumindest habe man den Herbst genutzt, um den Umbau vorzubereiten. Das Wasser im alten Regenerationsteich wurde abgepumpt und eine Schotterstraße errichtet, damit die Baufahrzeuge auf der Liegewiese nicht versinken. Außerdem wurden die Grundwasserpumpen überprüft und das Funktionsgebäude instandgesetzt. Die rote Holzfassade wurde neu gestrichen, Fußbodenfliesen in den Duschen ausgetauscht. Hönicke: „Das sind alles Dinge, die nach 17 Jahren notwendig sind.“ So lange liegt die Eröffnung des Naturerlebnisbades zurück. Seit Anfang März wird nun gebaut. Und das, was man bereits sieht, bietet Grund zur Vorfreude auf „eine Perle der Region“, so Tilo Hönicke.