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Samstag, 14.01.2006

Angst vorm Leben unter ,Sternen über Mansfeld‘

Von Sabine Ebert

FREIBERG - Einen „heiteren Blick auf eine ostdeutsche Kleinstadt“ versprach die Ankündigung des Stückes „Sterne über Mansfeld“ von Fritz Kater.Doch Heiterkeit ist in der Gastinszenierung von Amadeus Gollner für das Mittelsächsische Theater zur Premiere am Donnerstagabend in Freiberg wenig zu finden. Die Aufführung zeigt ein beklemmendes Bild der Hoffnungslosigkeit. Ein Sofa, ein paar alte Autoreifen und eine Wand mit hässlicher DDR-Tapete dienen als Bühnenbild (Ausstattung von Geertje Jacob).Die Menschen haben resigniert, haben „Schiss vorm Leben“, schreit die junge Janica (Meike Anna Stock). Sie ist die Einzige, die fort will und etwas Großes beginnen möchte. Doch selbst ihr Weggang scheitert tragisch.

Das hat viele anrührende Momente. Doch in der ersten Stunde erkennt man als Zuschauer kaum, worauf die Inszenierung hinaus will - außer auf Tris-tesse. Dank ausgezeichneter Schauspielleistungen lässt man sich dennoch ein auf die Charaktere, die nach und nach ihre dunklen und manchmal sogar grausigen Geheimnisse offenbaren.

Doch fünf ältere Laiendarstellerinnen immer wieder durch die Handlung laufen zu lassen und ihnen zum Schluss auch noch die Rolle eines antiken Chores zuzuweisen, ist eine eklatante Fehlentscheidung.