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Donnerstag, 08.03.2018

Angst vor Überalterung nimmt zu

Immer mehr Menschen in Deutschland sehen große Risiken für die Gesellschaft durch die Überalterung. Allerdings befürchtet nur eine Minderheit Folgen für sich selbst und das eigene Umfeld.

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© Ralf Hirschberger/dpa (Symbolfoto)

Gütersloh. Die Überalterung der Gesellschaft wird von einer Mehrheit der Deutschen laut einer Umfrage vor allem mit Risiken verbunden.

Fast zwei Drittel denken beim demografischen Wandel vor allem an Altersarmut, längere Lebensarbeitszeit und steigende Rentenbeiträge, wie die am Donnerstag veröffentlichte Befragung der Bertelsmann-Stiftung zeigt. Dabei stieg der Anteil der Menschen, die sich vor den Folgen des demografischen Wandels fürchten, in den vergangen Jahren deutlich an. 2014 sahen in der Alterung der Gesellschaft noch 55 Prozent ein Problem. Drei Jahre später sind es bereits 65 Prozent.

Zugleich ist die Bereitschaft gestiegen, länger zu arbeiten. 2002 wollten noch 52 Prozent der Befragten früher als gesetzlich vorgeschrieben in den Ruhestand gehen, 2017 ist dieser Anteil auf 25 Prozent zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum verdoppelte sich von 5 auf 12 Prozent der Anteil derer, die über die Ruhestandsgrenze hinaus arbeiten wollen. „Wir waren überrascht, wie stark die Präferenz abgenommen hat, lieber früher als gesetzlich vorgesehen in Rente zu gehen“, sagt Projektleiter André Schleiter der dpa.

Überraschend ist auch, dass eine Mehrheit der Befragten für das Land Risiken sieht, aber nur eine Minderheit - etwas mehr als ein Viertel der Befragten - Folgen für sich und das persönliche Umfeld befürchtet.

Von der Politik wünschten sich die Befragten beispielsweise, „dass der Pflegeberuf attraktiver wird und dass sie beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge unterstützt werden“, sagt Schleiter. Bei den Maßnahmen, die aus Sicht der Bürger wichtig seien, um den demografischen Wandel in den Griff zu bekommen, zeigten sich die Sorgen der Befragten sehr deutlich.

Der demografische Wandel bedeutet, dass es immer mehr ältere und immer weniger jüngere Menschen gibt. Im nächsten Jahrzehnt werden verstärkt die geburtenstarken Jahrgänge, die sogenannten „Babyboomer“, in Rente gehen. Heute zahlen sie noch Beiträge in die Rentenkasse ein, bald sind sie dann Rentenbezieher. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. Titania

    Bertelsmann-Stiftung? Nun ja, wir wissen, was die wollen: Zuwanderung für mehr billige Arbeitskräfte. Wachstum über alles! Wachstum wird immer an einen Endpunkt kommen, es gibt kein unendliches Wachstum. Vorteile einer älteren Gesellschaft: friedlicher, es wird nicht mehr so viel sinnloser Mist gekauft, die Natur hat vielleicht auch wieder eine Chance. Wenn wir weniger sind, brauchen wir auch weniger Arbeitskräfte, gibt ja auch weniger zu tun! Und klar, kann man im Sinne der Gemeinschaft auch als Senior arbeiten: Kinder beaufsichtigen, Essen kochen, Bibliothek betreuen, Garten pflegen. Ist doch alles sinnvoll! Werbezeitungen verteilen dagegen ist zwar bezahlt, aber eben sinnlos.

  2. Titania

    Schreckgespenst Überalterung. Warum will die Bertelsmann-Stiftung uns das einreden? Warum soll mit Änderungen in der Bevölkerung Politik gemacht werden? Wem nützt es? Demografie wurde schon immer versucht zu beeinflussen: Anfang des 20. Jahrhunderts "Schreckgespenst Bevölkerungsexplosion", jetzt "Schreckgespenst Überalterung". Wir können die Bevölkerung nicht ewig ansteigen lassen, die andere Lösung hieße ja sterben mit 70 zur Pflicht werden zu lassen. Will das Bertelsmann?

  3. Berg

    Wenn ich allerdings lese: immer mehr gehen als Rentner gerne noch arbeiten - leben dann aber viel länger. Was sagt uns das? Das Renteneintrittsalter kann angehoben werden. ;-)

  4. Rechengenie

    Auch Rentner sind Konsumenten, alles was an Rente gezahlt wird geht sofort wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück, so wie es uns immer bei den Asylsuchenden gesagt wird, sie kosten uns nichts, da sie das geschenkte Geld wieder ausgeben, einziger Unterschied, die haben nichts eingezahlt. Ich will aber jetzt hier keine Neiddebatte. ;)

  5. Titania

    @4 Rentner nehmen aber keine Kredite mehr auf, deswegen heizen sie das "Wachstum" nicht mehr an. Gut für die normale Menschheit, schlecht für "die da oben".

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