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Mittwoch, 11.07.2018

Angriffe auf Automaten häufen sich

Im Raum Dresden gibt es derzeit eine Serie von gesprengten Automaten. Auch in der Region Döbeln hat es schon gekracht.

Von Verena Toth und Jürgen Müller

Erst im Mai hatte es einen Anschlag auf den Ticketautomaten auf dem Waldheimer bahnhof gegeben. Einen Zusannenhang mit den aktuellen Vorfällen im Raum Dresden sieht die Polizei aber nicht.
Erst im Mai hatte es einen Anschlag auf den Ticketautomaten auf dem Waldheimer bahnhof gegeben. Einen Zusannenhang mit den aktuellen Vorfällen im Raum Dresden sieht die Polizei aber nicht.

© Dietmar Thomas/Archiv

Döbeln. In Dresden und der umliegenden Region kracht es seit einigen Monaten immer wieder gewaltig. Zigaretten- und Ticketautomaten werden von Unbekannten gesprengt. Die Zahl der Fälle in der Region um Dresden könnte 2018 sogar auf einen Rekordwert hinauslaufen. Nach Angaben der Polizeidirektion Dresden hat es allein bis Ende April 18 ähnliche Aktionen in den Landkreisen Meißen, Sächsische Schweiz und Osterzgebirge sowie der Landeshauptstadt gegeben. Seit Anfang Mai kamen – zumindest laut Polizeibericht – nochmals zehn Anschläge hinzu. Sollte sich dieser Trend verstetigen, könnte auf das Jahr hochgerechnet ein Rekordwert in dieser Deliktgruppe zu registrieren sein.

Auch in Mittelsachsen sind solche Vorfälle keine Seltenheit. Im Jahr 2016 hat es 26 Automatensprengungen im Kreis gegeben, fast die Hälfte davon – zwölf Fälle – ereigneten sich im Revier Döbeln. Im Jahr 2017 wurden sieben Angriffe in Mittelsachsen registriert, zwei davon im Raum Döbeln.

Und auch in diesem Jahr haben sich Unbekannte an Automaten vergriffen. Erst vor wenigen Wochen wurde ein Ticketautomat auf dem Waldheimer Bahnhof gewaltsam geöffnet. In den vergangenen Jahren hat es wiederholt Versuche gegeben, diesen Fahrkartenautomaten zu sprengen. Im Jahr 2016 trieben Automatenbomber in der Region mehrfach ihr Unwesen. In Waldheim war das am 18. Februar 2016 der Fall. Damals hatten die Automatenbomber Pech. Der Automat war zu robust.

Auch in Döbeln gab es in diesem Jahr bereits einen Anschlag auf den Fahrkartenautomaten im Bahnhof. In diesen aktuellen Fällen werde derzeit ermittelt, bestätigt der Pressesprecher der Chemnitzer Polizei Steffen Wolf. Ein Bezug zu den Taten in Dresden sei derzeit aber nicht erkennbar. „Ein regionaler Schwerpunkt existiert nicht. Ein Muster lässt sich nicht ableiten“, so Wolf.

Dennoch sind die Zielrichtungen der Angriffe identisch. Den Tätern geht es um Geld und Zigaretten. Mit Blick auf die Methode bleibt festzuhalten, dass die Automaten vorwiegend mit pyrotechnischen Erzeugnissen in die Luft gejagt werden. Das geschieht offenbar immer professioneller. Während es 2016 sechs und 2017 noch drei fehlgeschlagene Versuche gab, hat es 2018 jedes Mal geklappt. Schief ging die Sache dagegen Anfang des Jahres in Döbeln. Dort hatten die Täter Gas ins Innere des Automaten geleitet und angezündet. Der beabsichtigte Effekt blieb allerdings in diesem Fall aus.

„Zu den angegriffenen Automaten im Jahr 2016 wurden zu einem Teil der Taten zwei Tatverdächtige ermittelt“, kann der Chemnitzer Pressesprecher dazu berichten. Die Sachverhalte wurden nach Abschluss der Ermittlungen zur weiteren Entscheidung an die Staatsanwaltschaft Chemnitz übergeben, sagte Wolf.

Die Polizei in Dresden hält sich mit der Vermutung einer Serie noch zurück. „Die Statistik lässt einen Anstieg von gesprengten Zigarettenautomaten in diesem Jahr erwarten“, heißt es aus der Pressestelle. Ob man diesen Umstand als „in Mode gekommen“ bezeichnen könne, lässt Sprecher Marko Laske offen. Gesprengte Zigarettenautomaten seien im gesamten Zuständigkeitsbereich der PD festzustellen. Dabei ist aus den vorliegenden Zahlen eine Fokussierung auf das Stadtgebiet Dresden ablesbar.