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Montag, 29.01.2018

Angekommen in Bischofswerda

Der Verbandsmittelhersteller Temedia stellte sich vor drei Jahren neu auf. Nun investiert er weiter.

Von Ingolf Reinsch

Geschäftsführer Alexander Holthaus pendelt aller zwei Wochen zwischen Remscheid und Bischofswerda. Vieles kann er per E-Mail erledigen. Doch der Kontakt zu den Mitarbeitern vor Ort ist ihm wichtig, sagt er.
Geschäftsführer Alexander Holthaus pendelt aller zwei Wochen zwischen Remscheid und Bischofswerda. Vieles kann er per E-Mail erledigen. Doch der Kontakt zu den Mitarbeitern vor Ort ist ihm wichtig, sagt er.

© Steffen Unger

Bischofswerda. Die Temedia GmbH Bischofswerda erneuert in diesem Jahr einen Teil ihres Maschinenparkes. Das Mutterunternehmen Holthaus Medical mit Sitz in Remscheid wird 2018 am Standort Bischofswerda einen mittleren sechsstelligen Betrag investieren, um Wickelautomaten und Verpackungsmaschinen zu kaufen, sagte Alexander Holthaus, Geschäftsführender Gesellschafter, in einem Gespräch mit der SZ. Bei der Stammbelegschaft von knapp 100 Mitarbeitern soll es bleiben. Gute, motivierte Leute, vor allem Bandweber und Mechaniker, können sich jederzeit bewerben, denn ein Teil der Belegschaft geht in absehbarer Zeit in den Ruhestand. Darüber hinaus bildet das Unternehmen Lehrlinge aus. Auch Hauptschüler haben eine Chance. Ausgebildet werden Maschinen- und Anlagenführer in der Fachrichtung Textiltechnik, Industriemechaniker, Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik. Mit Blick auf die Ausbildung wurde kürzlich eine Website freigeschaltet. „Wir stellen auf lange Sicht ein“, sagt Alexander Holthaus.

Die beiden Temedia-Betriebe in Großröhrsdorf und Schönbach sind um die Jahreswende 2014/15 auf dem Gelände der ehemaligen Dresdner Herrenmode GmbH an der Belmsdorfer Straße in Bischofswerda zusammengeführt worden. Im Jahr 2016 wurde auch das Zentrallager von Remscheid nach Bischofswerda verlegt. Das Unternehmen produziert und vertreibt jetzt auf 12 500 Quadratmetern Medizinprodukte.

Das vergangene Jahr war wirtschaftlich erfolgreich, und auch für dieses Jahr ist die Auftragslage gut, sagt Alexander Holthaus. 50 Prozent seines Umsatzes realisiert das Unternehmen mit dem Bestücken von Verbandstaschen für die Automobilindustrie. Neu hinzugekommen ist die Ausstattung mit Warnwesten, die jetzt für Pkw-Insassen vorgeschrieben sind. Sämtliche Binden in den Verbandstaschen werden im eigenen Werk hergestellt.

120 000 Binden sind es am Tag – natürlich nicht nur für Verbandstaschen. Produziert werden die verschiedensten Binden, die im Gesundheitswesen gebraucht werden, darunter Fixier-, Mull-, Gips-, Polster- und Universalbinden unterschiedlicher Größen. Dritte Säule des Unternehmens ist der Handel mit Erzeugnissen für die Erste Hilfe. Holthaus Medical realisiert im Jahr an seinen beiden Standorten Remscheid und Bischofswerda einen Umsatz von 20 Millionen Euro. „Das möchten wir auch in diesem Jahr erreichen“, sagt der Geschäftsführer.

Ob einst „Großröhrsdorfer“ oder „Schönbacher“ spielt heute in der Belegschaft keine Rolle mehr. Sie ist zu einem Team zusammengewachsen, sagt Betriebsleiter Wolfgang Körber. Die mit dem Logistikbereich insgesamt vier Umzüge wurden gut bewältigt. Das Unternehmen produziert nach Plan. Jetzt gehe es ums „Feintuning“, sprich: Arbeitsprozesse noch einmal zu hinterfragen und zu schauen, was man weiter optimieren kann. Temedia holt sich dafür externen Rat vom Fachbereich Logistik der Technischen Universität Dresden.

Nach drei Jahren ist man angekommen in Bischofswerda. Nicht nur was die Produktion angeht. Die Temedia GmbH engagiert sich für die Stadt. Eine Spende des Unternehmens ermöglichte es im vergangenen Jahr, einen als Sitzbank genutzten Schiebock auf dem Markt zu erneuern. Beim Festumzug zum 790-jährigen Bestehen der Stadt stellte Temedia eines der größten Bilder. „Wir fühlen uns willkommen. Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir uns auch weiterhin in Bischofswerda einbringen“, so Alexander Holthaus.

Die Mutterfirma Holthaus Medical ist ein Familienunternehmen mit einer mehr als 90-jährigen Tradition. Ein gutes Betriebsklima und die Bindung von Mitarbeitern sind der Unternehmerfamilie viel wert. Und sie tut was dafür – angefangen bei der jährlichen Weihnachtsfeier bis zu Familientagen, die Partner und Kindern zeigen sollen, wo Mutter oder Vater arbeiten und was im Betrieb hergestellt wird.

www.temedia.info