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Donnerstag, 31.08.2017

Am Neumarkt-Quartier Hoym geht‘s bald los

Wegen des Fassadenstreits hat sich alles um ein Jahr verzögert. Dafür hat die CG-Gruppe den Komplex schon verkauft.

Von Peter Hilbert

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Das Palais Hoym als Leitbau des Quartiers wird originalgetreu wieder aufgebaut. Für das Großprojekt werden rund 130 Millionen Euro investiert.
Das Palais Hoym als Leitbau des Quartiers wird originalgetreu wieder aufgebaut. Für das Großprojekt werden rund 130 Millionen Euro investiert.

© Visualisierung: CG-Gruppe

  • Das Palais Hoym als Leitbau des Quartiers wird originalgetreu wieder aufgebaut. Für das Großprojekt werden rund 130 Millionen Euro investiert.
    Das Palais Hoym als Leitbau des Quartiers wird originalgetreu wieder aufgebaut. Für das Großprojekt werden rund 130 Millionen Euro investiert.
  • Diese Montage zeigt, wie das Quartier Hoym direkt hinter der Polizeidirektion aussehen könnte.
    Diese Montage zeigt, wie das Quartier Hoym direkt hinter der Polizeidirektion aussehen könnte.
  • Dieser Entwurf der Berliner Nöfer-Architekten für das Palais Riesch gewann im Fassaden-Wettbewerb.
    Dieser Entwurf der Berliner Nöfer-Architekten für das Palais Riesch gewann im Fassaden-Wettbewerb.

Noch klafft eine große Lücke hinter der Polizeidirektion. Doch bald soll die rund 9 600 Quadratmeter große Fläche zwischen Landhaus- und Rampischer Straße bebaut werden, versichert Bert Wilde, der die Dresdner Niederlassung der CG-Gruppe leitet. Im Quartier Hoym sollen 13 Gebäude mit sechs bis sieben Geschossen errichtet werden. Geplant sind 245 Zwei- bis Vierraumwohnungen, die zwischen 45 und 100 Quadratmeter groß werden. Für die seniorengerecht ausgebauten Wohnungen sind Kaltmieten von 14 bis 16 Euro geplant. Unter den Neubauten entsteht eine Tiefgarage mit rund 250 Stellplätzen.

Schon vor dem Baubeginn hat die CG-Gruppe den Komplex im Juni verkauft. Die Investmentfirma Aberdeen Asset Management Deutschland habe das Quartier Hoym im Auftrag einer großen deutschen Pensionskasse erworben, erklärt Wilde. Als Mindestkaufpreis seien 120 Millionen Euro vereinbart. Werden die Wohnungen vermietet, womit die CG-Gruppe beauftragt ist, erhöht sich dieser Kaufpreis deutlich.

Für den Neubau des Quartiers sollen rund 130 Millionen Euro investiert werden. Das Unternehmen hatte bereits die „Residenz am Postplatz“ in der einstigen Oberpostdirektion über Aberdeen an diese Pensionskasse verkauft.

Zwei Wettbewerbe für Palais Riesch

Eigentlich wollte die Berliner Gruppe von Firmenchef Christoph Gröner, dessen Kürzel CG sie trägt, mit dem Quartier Hoym viel weiter sein. Denn schon 2017 sollte nach dem einstigen Plan der Bau beginnen. „Wir haben aber fast ein Jahr verloren, um die optimale Lösung zu finden“, verweist Wilde auf den großen Aufwand zur Fassadengestaltung. Gröner war bei seinem Großprojekt klar, dass das Palais Hoym an der Landhausstraße als Leitbau des großen Vierseithofes original rekonstruiert werden muss. Das hatte die CG-Gruppe auch mit dem Palais Riesch an der Rampischen Straße vor. Doch es musste eine Lösung gefunden werden, die zwar modernen Anforderungen entspricht, aber dennoch an das historische Vorbild anknüpft. Die früheren Raumhöhen für eine heutige Nutzung zu planen, war unmöglich. Ein erster Fassadenwettbewerb mit einem modernen Siegerentwurf wurde vom Bauausschuss und der Öffentlichkeit abgelehnt.

Es entbrannte ein Streit, wie die Riesch-Fassade aussehen sollte. Die CG-Gruppe läutete daraufhin eine zweite Wettbewerbsrunde ein, an der sich zehn Büros beteiligten. Letztlich setze sich im Juni vergangenen Jahres der Entwurf des Berliner Architekten Tobias Nöfer durch. Die Jury und auch die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) fanden den zeitgenössischen Entwurf gelungen, der Eleganz und Hochwertigkeit ausstrahlt, wie GHND-Vorstand Torsten Kulke lobte. Die Proportionen und die Materialauswahl würden großstädtisches Flair vermitteln.

Anfang 2021 ziehen erste Mieter ein

Die Fassaden-Gestaltung des gesamten Quartiers wurde mit der Stadt abgestimmt. „In Kürze wollen wir dazu einen städtebaulichen Vertrag unterschreiben“, nennt Wilde den nächsten Schritt. Mit der Stadt gebe es – trotz vieler Nachforderungen – eine gute Zusammenarbeit. Wilde rechnet damit, im Oktober die Baugenehmigung zu erhalten. Dann können die beauftragten Dresdner Architekturbüros Dr. Pfau und Dr. Dähne die Ausführungsplanung erarbeiten. „Bisher haben sie hervorragende Arbeit geleistet“, schätzt Wilde ein.

Noch dieses Jahr sollen die Baucontainer aufgestellt werden. Die Fläche liegt schon lange brach. Nach der Wende war dort ein DDR-Neubau der Polizei abgerissen worden, verweist er auf die letzte Bebauung. Geht alles nach Plan, können Anfang 2018 die Bagger anrollen, um die gewaltige Grube auszuheben. Anfangs werden dort etwa 100 Bauleute arbeiten. Beim Ausbau werden dann bis zu 400 Handwerker im Einsatz sein.

Der Dresdner CG-Chef rechnet mit einer Bauzeit von drei Jahren. „Ich hoffe, dass spätestens Anfang 2021 die ersten Mieter einziehen können“, sagt er.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 7 Kommentare

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  1. besserAberNichtPerfekt

    Der Innenhof ist gut gelungen. Der Außenbereich zur Straße(Bild 3) ist wenig künstlerisch-handwerklich auffällig. Die Altstadt von Dresden braucht Investoren, die das barocke, naturalistische, sinnenfrohe Lebensgefühl in Form von Skulpturen zu betonen wagen. Die schlendernden Touristen sollen beschwingt durch die Straßen laufen und an interessanten Schaufenstern verweilen und auf Entdeckungstour gehen. Die Straßenzüge sollten die Lebenslust verstärken durch Auffälligkeit, Geschmack, Lebensfreude. Leider sieht die zur Straße zugewandte Seite einfach zu beliebig aus. Die kleinen Rundungen sind nur mit großer Mühe wahrnehmbar,jeder Abschnitt der Außenseite läßt sich vom jeweils anderen kaum unterscheiden. Es wird keine Geschichte kommuniziert! Damit wirkt die Außenseite ähnlich leer, wie viele andere Straßenzüge Dresdens. Ein paar Erker in den oberen Stockwerken mit skulpturalen Elementen,ein paar kreisrunde oder elliptische Fensterrosetten würden Wunder bewirken. Bitte außen zweifarbig.

  2. Volker W.

    Täuscht die Perspektive oder sieht es doch etwas nach Mietskaserne aus?

  3. Irgendwo...

    ...müssen die unzähligen Ratten bis 1945 gelebt haben, das Gebiet war ja berüchtigt für seine hygienischen Verhältnisse in den Seiten- und Hintergebäuden. Und wenn man jetzt nah am Original wieder aufbaut, ist das prekäre Wohnen wieder da. Nur die Quadratmeterpreise sind anders.

  4. Andreas

    @besserAberNichtPerfekt,Und wieder mal einer der alles besser kann.Wahrscheinlich vom Sessel aus.Jeder Mensch hat nun mal ne andre Ansicht der Dinge.Sollen die DDner doch froh sein das endlich mal jemand Geld in die Hand nimmt und ne Baulücke füllt.Nee,da wird nur wieder gemeckert. besserAberNichtPerfekt,welche fehlerlose Tätigkeit üben Sie aus ???

  5. Palmface

    Diskussionskultur in Dresden. Sobald jemand Kritik übt (sogar mit sachlichen Argumenten und Verbesserungsvorschlägen), kommt von irgendwo eine Gegenseite, die sofort persönlich wird, angreift und mit den Worten aufwartet: "typisch: nur meckern" und "...sollen doch froh sein, dass..." (Als Dresdner Ansprüche an die eigne Stadt stellen - wie können wir uns das bloß trauen?!) - vielleicht hilft den ewigen Stunkmachern à la Andreas in der blühenden Präsenz ihres Egos, sich etwas zu besinnen und konstruktiv zu argumentieren, statt sofort jagdinstinktiv die "anderen Meinungen" unsachlich zu zerfleischen, nur weil man das eigene Niveau an einem Minimum orientiert und das Streben nach dem Optimum als "meckern" abtun kann - es ist nämlich so viel einfacher, als wirklich was zu leisten oder gar Ansprüche und Visionen zu haben und dafür auch noch einzustehen!

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