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Freitag, 16.01.2009

Alter Glanz für die Perle des Kaßbergs

Jahrelang verwildert, im Geheimdeal verkauft und bald erste Nobeladresse

Von Norbert Fleischer

Chemnitz - Die Perle des Kaßbergs erhält ihren alten Glanz zurück: In der Barbarossastraße 48 und 50 laufen nach einem Geheimdeal der GGG die Sanierungsarbeiten an. In zwei Touristenattraktionen, denkmalgeschützten Jugendstilhäusern von 1917, sollen bis Juli 18 Luxuswohnungen entstehen. Kosten des Projekts: mehr als 3,5 Millionen Euro.

Noch vor drei Jahren hatten die mit Majolika-Fliesen verzierten Prachtbauten traurige Schlagzeilen gemacht: innen unsaniert, die Höfe verwildert, Müll auf dem Dachboden - und Feuergefahr (Morgenpost berichtete). Doch jetzt verkaufte die GGG in aller Heimlichkeit beide Objekte an die saarländische Netho. GGG-Sprecher Erik Escher (27): „Der Kaufpreis ist geheim.“ Nach Expertenschätzungen dürfte er aber mehr als eine halbe Million Euro betragen haben.

Als Mieter hat Netho-Chef Markus Ertz (42) eine besondere Zielgruppe im Visier: „Die Wohnungen in Größen 73 bis 190 Quadratmeter sind als Angebot für junge Akademikerfamilien gedacht.“ Denn billig sind die Luxusbehausungen nicht: Die größte Sechs-Raum-Wohnung im Dachgeschoss soll warm rund 1300 Euro pro Monat kosten.

Hans-Jürgen Preißler (53) vom Architekturbüro in Burgstädt verrät: „Der geplante Wohnstandard hat es in sich.“ Von restaurierten, doppelflügeligen Türen, Ornamenten und Stuckdecken, bis hin zu Luxusbädern mit Eckbadewannen. Geparkt wird im Hof. Geplante Kosten der Generalsanierung: drei Millionen Euro.Immobilienexperte Jo-achim Uhle (53) findet das Projekt mutig: „Ich wünsche dem Investor viel Erfolg - sein angestrebtes Wohnklientel ist in unserer Stadt nicht einfach zu finden ...“