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Montag, 11.06.2018

Alte Nebengebäude werden abgerissen

Das Haupthaus in Daubitz bleibt stehen. Es hat ein neues Dach. Die Gemeinde will das Grundstück verkaufen.

Von Carla Mattern

Das Blechdach auf dem Haupthaus an der Dorfstraße 43 in Daubitz hält weiteren Verfall auf. Für die Nebengebäude des Hofes wurde jetzt ein Abrissauftrag erteilt.
Das Blechdach auf dem Haupthaus an der Dorfstraße 43 in Daubitz hält weiteren Verfall auf. Für die Nebengebäude des Hofes wurde jetzt ein Abrissauftrag erteilt.

© Jens Trenkler

Rietschen. „Brauchen wir in Rietschen wieder Trümmerfrauen?“, fragt Gemeinderat Horst Mrusek. Natürlich meint er damit nicht, was Ältere noch mit den Aufräumarbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg verbinden, beispielsweise mit Dresden. Dort waren unzählige Einwohner nach dem Ende des Krieges damit beschäftigt, aus den durch Bombardements zerstörten Häusern die Baumaterialien für den Wiederaufbau zu gewinnen. Ganz so weit geht es in Rietschen freilich nicht. Denn hier geht es nicht um Ziegel und Dachsteine ganzer Straßenzüge wie 1945 in Dresden. Hier geht es um das Hinter- und Nebengebäude eines Dreiseithofes in Daubitz.

Für das Grundstück mit der Adresse Dorfstraße 43 im Rietschener Ortsteil Daubitz haben vor kurzem die Mitglieder des Technischen Ausschusses einen Auftrag vergeben. Denn die Gebäude sind nicht mehr zu retten. Sanieren und Modernisieren würden in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Deshalb sollen die Nebengebäude abgebrochen werden. Den Auftrag dafür erhält eine Firma aus Kleinsaubernitz (Landkreis Bautzen). Die Hälfte der veranschlagten Kosten bekommt die Gemeinde aus dem Leader-Programm gefördert. Auf die öffentliche Ausschreibung reagierten 13 Firmen, sechs gaben Angebote ab. Eigentlich sollte laut Planer der Abriss rund 83 000 Euro kosten. Die Entsorgungsgesellschaft hat dafür allerdings knapp 50 000 Euro geboten. Wohl auch deshalb die Frage von Horst Mrusek, ob die Gemeinde selbst die Ziegel und Dachsteine abputzen müsse. Aber der Rietschener Bürgermeister Ralf Brehmer bestätigt, dass noch nutzbare Baumaterialien durch die Abbruchfirma auf Paletten gepackt an Rietschen übergeben werden. Etwa beim Projekt Bauernküche im Erlichthof hatte die Gemeinde recycelte Materialien mit verbaut.

Der Gebäudekomplex an der Daubitzer Dorfstraße 43 hat übrigens eine interessante Vergangenheit: In ihm gab es mal einen Laden; er war Außenstelle der Schule. Das imposante Haupthaus steht unter Denkmalschutz. Damit es nicht weiter verfällt hatte es die Gemeinde mit einem neuen Dach versehen lassen. Eigentlich sollten die Nebengebäude schon vor zwei Jahren abgerissen werden. Doch die Kosten waren damals zu hoch. Da die Gemeinde selbst keine Nutzungsambitionen hat, werde man versuchen, das Grundstück zu veräußern, so Bürgermeister Ralf Brehmer.