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Freitag, 28.09.2018

Alt, älter, Nikolaikirche

Größte Familie, ältester Baum, höchstes Bauwerk – wer hält in Meißen die Rekorde?

Von Marcus Herrmann

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Die Nikolaikirche ist das älteste, weitestgehend original erhaltene Gebäude Meißens. Sie wurde um 1170 gebaut, wie Untersuchungen der Hölzer am Dach ergeben haben. Ebenfalls aus dieser Zeit könnte laut Architekt Claus-Dirk Langer die Martinskapelle stammen. Allerdings fehlen hier die wissenschaftlich belegten Nachweise.
Die Nikolaikirche ist das älteste, weitestgehend original erhaltene Gebäude Meißens. Sie wurde um 1170 gebaut, wie Untersuchungen der Hölzer am Dach ergeben haben. Ebenfalls aus dieser Zeit könnte laut Architekt Claus-Dirk Langer die Martinskapelle stammen. Allerdings fehlen hier die wissenschaftlich belegten Nachweise.

© Claudia Hübschmann

  • Die Nikolaikirche ist das älteste, weitestgehend original erhaltene Gebäude Meißens. Sie wurde um 1170 gebaut, wie Untersuchungen der Hölzer am Dach ergeben haben. Ebenfalls aus dieser Zeit könnte laut Architekt Claus-Dirk Langer die Martinskapelle stammen. Allerdings fehlen hier die wissenschaftlich belegten Nachweise.
    Die Nikolaikirche ist das älteste, weitestgehend original erhaltene Gebäude Meißens. Sie wurde um 1170 gebaut, wie Untersuchungen der Hölzer am Dach ergeben haben. Ebenfalls aus dieser Zeit könnte laut Architekt Claus-Dirk Langer die Martinskapelle stammen. Allerdings fehlen hier die wissenschaftlich belegten Nachweise.
  • Nicht ganz so alt, dafür lebendig, ist Meißens ältester Baum – die 250 Jahre alte Platane im Siebeneichener Schloßpark.
    Nicht ganz so alt, dafür lebendig, ist Meißens ältester Baum – die 250 Jahre alte Platane im Siebeneichener Schloßpark.

Als Meißens ältester Bewohner geboren wurde, war Kaiser Wilhelm noch an der Macht und der französische Komiker und Schauspieler Louis de Funes erst wenige Monate alt. 104 Jahre alt wird die älteste Meißnerin im Oktober. Das geht aus der aktuellen Alterspyramide der Einwohnermeldedatenbank der Stadt hervor. Sie wohnt in Bohnitzsch. Mit ihrem stolzen Alter ist die Dame eine Seltenheit. Denn das Durchschnittsalter in Meißen beträgt 47,5 Jahre. Über 1 150 Meißner sind älter als 85. Über 100-Jährige werden nicht exakt erfasst.

Als „besondere Sehenswürdigkeit“ wird Meißens ältestes Gebäude, die Nikolaikirche am Ende des Neumarktes, auf der Internetpräsenz der Stadt Meißen aufgeführt. Um das Jahr 1170, manche Quellen sprechen sogar von 980, wurde die Kirche unter ihrem jetzigen Namen errichtet. Sie wurde nach dem Heiligen Nikolaus – dem Schutzpatron der Kaufleute und Fischer – benannt und diente durchreisenden Kaufleuten und Fischern aus Questenberg und Kirnitz als Gotteshaus. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Kirche 1220 und wurde dem Bistumsbezirk Roßwein zugeordnet. Beschädigt während der Hussitenkriege und dem Stadtbrand 1147, sieht die Kirche heute fast noch so aus, wie nach dem Wiederaufbau um 1170.

Zum Abkühlen bei warmen Temperaturen können die Meißner das größte stehende Gewässer der Stadt nicht nutzen. Es ist der einstige Steinbruch an der Niederauer Straße. Das Gewässer gehört zur Tauchbasis Riesenstein. Bis zu 18 Meter tief ist das Tagebaurestloch, das nach 2004 saniert wurde und heute äußerlich einem wahren Biotop gleicht. Der Teich misst circa 3 850 Quadratmeter, das entspricht nicht einmal einem halben Hektar (5 000 Quadratmeter). Die nächsten Bademöglichkeiten befinden sich im Meißner Wellenspiel, in Coswig, Weinböhla und Oberau. Vielleicht kommt eines Tages wieder ein Freibad in Bohnitzsch dazu?

Die höchste Hausnummer Meißens befindet sich auf der Nossener Straße. Es ist die Hausnummer 213, die zu einem Gebäude am äußersten Zipfel von Korbitz gehört. Von dort mündet die Straße auf die Korbitzer Straße und kurz danach auf die B 101 in stadtauswärtiger Richtung. Ihren Startpunkt mit der Hausnummer 1 hat die Nossener unweit der Afra-Kirche am Burgberg.

Mit rund 250 Jahren ist die Platane am Siebeneichener Schloßberg der älteste Baum der Stadt Meißen. Ihr kurzer Stamm, zwei fast waagerecht abzweigende Äste nach 5 bzw. 7 Metern verleihen ihr ein beachtliches Aussehen. Ihre Erscheinung ist umso riesiger, weil sie freisteht und so gut wahrnehmbar ist. Mit ihrem Stammumfang von knapp acht Metern hat es die Platane sogar in die Rubrik „Besonderer Baum“ geschafft. Sie ist rund 32 Meter hoch und befindet sich in einem vitalen Zustand. Ob es dabei auch in Zukunft bleibt, ist offen. Eine mögliche Umleitungsstrecke für den Plossenausbau könnte durch den Park führen und die Platane gefährden. In Meißen müssen insgesamt 80 000 Quadratmeter Grünflächen gepflegt werden. Die Stadt verfügt über eine Baumschutzsatzung, die Naturfreunden zu unkonkret ist.

Den Rekord hat – wie könnte es anders – ein Teil von Meißens beliebtesten Postkartenmotiv: Der Dom der Albrechtsburg ist das höchste Bauwerk in der Stadt. Mit 86 Metern überragt er die anderen Gebäude um Längen. Auf Platz zwei und drei folgen die Johanneskirche mit 63 Metern sowie der Wendelturm der Albrechtsburg mit 58 Metern. Platz 4 nimmt Frauenkirche mit 56 Metern ein. Der Meißner Dom gilt als Beispiel hochgotischer Baukunst und versprüht den Geist des Mittelalters über der Stadt. Die beiden Türme der Westfassade wurden erst zwischen 1903 und 1909 gebaut.

Meißens größte Familie lebt im Stadtteil Triebischvorstadt. Zu ihr gehören laut Pressestelle stolze 13 Mitglieder. Die dicht besiedeltesten Stadtteile sind Altstadt, Vorbrücke/Niederfähre, Cölln und das Triebischtal. Insgesamt leben derzeit mehr als 28 500 Menschen in der Stadt. Seit 2012 steigt die Bevölkerungszahl in Meißen wieder. Allerdings hatte Meißen vor knapp 70 Jahren noch fast 50 000 Einwohner. Mehr waren es nie.

Zu Höhenflügen können die Meißner topografisch nicht gerade ansetzen. Der höchste Punkt der Stadt misst gerade einmal 252,8 Meter. Es ist die Korbitzhöhe am südwestlichen Stadtrand, unweit zur Fahrbahn der B 101. Die Anhöhe ist über Buschbad und Dobritz über einen steilen Anstieg auch mit dem Fahrrad erreichbar. Von hier kann die Tour dann weiter bis nach Garsebach gehen. Der niedrigste Punkt liegt unterhalb der S-Bahn-Strecke, nordöstlich des Speedwaystadions und des Langen Grabens. Dort ist es nur 54.96 Meter hoch. Die Daten beziehen sich auf das Höhenreferenzsystem des Staatsbetriebs Geobasisinformationen und Vermessung.