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Freitag, 05.01.2018

Allein gegen zwei, damit die Null steht

Der Eislöwe Gustav Veisert sieht sich als Abwehrspezialist. Er spielt seine Fähigkeiten in der Defensive immer besser aus.

Von Maik Schwert

Gustav Veisert verteidigt beim Heimerfolg der Dresdner gegen ein Duo des DEL-2-Spitzenreiters Bietigheim Steelers.
Gustav Veisert verteidigt beim Heimerfolg der Dresdner gegen ein Duo des DEL-2-Spitzenreiters Bietigheim Steelers.

© Ronald Bonß

Er ist der Ersatzmann beim Pressegespräch, und dafür macht Gustav Veisert seine Sache durchaus gut. Er springt für Dominik Grafenthin ein. Der Angreifer verletzte sich am Mittwochabend beim 3:1-Erfolg gegen Freiburg am Schultereckgelenk. Er steht für die nächsten Spiele definitiv nicht zur Verfügung – und fehlt daher auch beim Medientermin. Stattdessen sitzt der Abwehrspieler am Donnerstag im Presseraum neben Trainer Franz Steer und besinnt sich auf seine Defensivqualitäten: „Ich verstehe mich auf alle Fälle erst mal als Verteidiger und mache hinten meinen Job, damit wir kein Tor kriegen. Vorn müssen die Stürmer für Treffer sorgen.“

Am Freitag gastiert Bad Nauheim bei den Eislöwen. Die Gäste kommen mit einem 7:0-Sieg aus Weißwasser nach Dresden. „Daran sieht man, wie stark unser nächster Gegner ist“, betont der Trainer. Die Hessen hätten nach einer schwierigen Phase wieder gute Spiele gezeigt. „Bisher haben wir gegen sie gut ausgesehen“, erinnert er an den 6:1-Heimerfolg am 6. Oktober und den 4:1-Auswärtssieg am 24. November. Doch das ist lange her. Die Bad Nauheimer haben seitdem einige Änderungen vorgenommen und die Eislöwen laut Steer ein Hauptmanko: ihre Effizienz. Bietigheim, der Spitzenreiter der Deutschen Eishockey-Liga 2, benötige keine acht Schüsse für ein Tor. Seine Mannschaft, die den fünften Tabellenplatz belegt, brauche beinahe zwölf Versuche pro Treffer.

Dritte DEL-2-Saison – mit 21 Jahren

Doch wenn die Null steht, dann genügt ja ein Tor für den Erfolg. Veisert kümmert sich darum, dass hinten nichts anbrennt. Dafür brachte der Trainer ihn im Sommer quasi mit aus Rosenheim nach Dresden. Der gebürtige Ukrainer begann in seiner Heimat mit dem Eishockey. Als 13-Jähriger kam er mit seiner Familie nach Deutschland. Veisert setzte seine Karriere erst im Ingolstädter Nachwuchs fort und wechselte dann nach Rosenheim und zu Steer, der die Starbulls bis zum März 2017 trainierte. „Ich habe seine Entwicklung seit seinen ersten Einsätzen im Rosenheimer Trikot verfolgt“, erklärt Steer. 2015 holte er ihn in die erste Mannschaft. Jetzt bestreitet Veisert bereits seine dritte Saison in der DEL 2 – und das mit erst 21 Jahren.

Steer sieht sowohl Veiserts großes Potenzial, ein sehr guter Spieler zu werden, als auch dessen noch zu sehr schwankende Leistung. Veisert kennt die Gründe und nennt sie auch: „Ich ließ mich in der vergangenen Saison an der Schulter operieren und hatte nach der Rehabilitation in der Vorbereitung so meine Probleme. Es war nicht so einfach, wieder aufs Eis zu gehen.“

Anschließend spielte er Steer zufolge eigentlich sehr stabil. Doch beim 3:2-Erfolg am 28. November in Kaufbeuren bekam Veisert einen „blöden Check“, bei dem er sich an der Hüfte verletzte und drei Wochen ausfiel. „Inzwischen habe ich mich wieder gefangen, und die Mannschaft mit den beiden Siegen nach den sechs Niederlagen hintereinander auch“, sagt Veisert. Die Erfolge hätten sehr dabei geholfen, fehlendes Selbstvertrauen nach den verlorenen Spielen zurückzugewinnen.

„Wir sind jetzt wieder auf dem richtigen Weg.“ Davon soll sie der nächste Gegner nicht abbringen. „Bad Nauheim agiert sehr offensiv, ist eine Mannschaft, die sich schwer verteidigen lässt.“ Er sieht das als große Herausforderung und nimmt sie gern an. „Es ist eine hohe Konzentration gefragt.“ Da spricht Veisert seinem Trainer aus dem Herzen. „Wir müssen nah am Mann sein und den Puck schnell nach vorn bringen“, betont Steer – und ärgert sich über den Ausfall von Grafenthin. „Dominik war gerade auf einem guten Weg.“ Das gilt auch für Veisert und das Team. Es hat schon mehrfach bewiesen, dass es Ausfälle kompensieren kann – auch über längere Zeit.

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