erweiterte Suche
Montag, 21.10.2013

Ärger um fehlende Werft-Akten

Wichtige Unterlagen seien weg, beklagt Investor Reinhard Saal. Der Insolvenzverwalter des Laubegaster Unternehmens gibt sich verschnupft, lenkt aber ein.

Von Tobias Wolf

Bei der Übergabe der Laubegaster Werft an den neuen Eigentümer Reinhard Saal sollen über 50 Aktenordner aus dem Bestand des Traditionsunternehmens gefehlt haben.
Bei der Übergabe der Laubegaster Werft an den neuen Eigentümer Reinhard Saal sollen über 50 Aktenordner aus dem Bestand des Traditionsunternehmens gefehlt haben.

© dpa

Der Vorwurf hat es in sich: Bei der Übergabe der Laubegaster Werft an den neuen Eigentümer Reinhard Saal sollen über 50 Aktenordner aus dem Bestand des Traditionsunternehmens gefehlt haben. Seit Wochen wartet der Unternehmer nach eigenem Bekunden auf die Rückgabe dieser Unterlagen durch Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko. Darunter seien Geschäftspapiere wie Rechnungen, Lieferscheine, Projektentwürfe und Mitarbeiterdaten, sagt Reinhard Saal. „Wir wissen nicht einmal, wer die Werft mit Heizöl beliefert hat, obwohl wir jetzt selbst welches brauchen.“

Dazu fehlten wichtige technische und historische Unterlagen, die für die Wartung von Dampfern und Fähren benötigt werden, erklärt Saal. Dies sei einer der Gründe dafür, dass Saal in diesem Winter noch keine Reparaturen anbieten könne. Geplant war der Betriebsstart für diesen Monat. Außerdem habe der Insolvenzverwalter anfangs nicht auf seine Anfrage nach den Unterlagen reagiert, sagt Saal.

Insolvenzverwalter Danko weist die Vorwürfe zurück. „Herr Saal hat nur das Grundstück gekauft und nicht das Unternehmen“, sagt er. Er habe deshalb keinen Anspruch auf Geschäftsunterlagen. Aus rechtlichen und steuerlichen Gründen dürften diese nicht ohne Weiteres herausgegeben werden. Danko sei verpflichtet, die Akten aufzubewahren.

Investor Saal pocht indes darauf, das gesamte Gelände einschließlich aller beweglichen Güter laut Kaufvertrag erworben zu haben. So, wie er die Werft bei der letzten Besichtigung vorgefunden habe. Dies beinhalte auch jedes Blatt Papier. Wie könne er den Reparaturbetrieb wiederaufnehmen, wenn es keine Reparaturanleitungen und Pläne mehr gebe, sagt Saal. „Was sollen wir mit Produktionsanlagen und Werkzeugen, wenn wir nicht vorhaben, die Werft weiterzuführen.“

Dass Saal die Unterlagen angefragt hat, bestätigt der Insolvenzverwalter. Er habe jedoch verschnupft auf den Vorwurf reagiert, die Akten seien einfach mitgenommen worden. Nun lenkt Danko offenbar doch ein. Seit zwei Wochen liege ihm ein Vertragsentwurf Saals zur Übernahme der Akten vor. Dieser werde gerade geprüft. Es handele sich nun nur noch um eine Zeitfrage. Bis dahin könne Saal die Akten in Dankos Kanzlei einsehen und kopieren. Gleiches sei zuvor der Sächsischen Dampfschiffahrt zugesichert worden.

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.