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Freitag, 18.05.2018

Äffchen mit Bäuchlein

Im Wildpark Osterzgebirge fiebert man Nachwuchs entgegen.

Von Maik Brückner

Maika Naß hat viel Spaß beim Füttern. Die beiden Weißbüschelaffen im Wildpark Osterzgebirge sind sehr zutraulich geworden.
Maika Naß hat viel Spaß beim Füttern. Die beiden Weißbüschelaffen im Wildpark Osterzgebirge sind sehr zutraulich geworden.

© SZ/Maik Brückner

Geising. Cally und Fee fühlen sich im Wildpark Osterzgebirge wohl. Die beiden Weißbüschelaffen turnen durch ihr Haus, springen von Seil zu Seil. Dann halten sie inne und gucken. Tierpflegerin Maika Naß betritt ihr Häuschen. Neugierig schauen die beiden aus sicherer Entfernung nach unten. „Ich war lange nicht mehr hier“, erzählt Maika Naß. Es dauert nicht lange und das Eis ist gebrochen. Die beiden Äffchen krabbeln nach unten und beginnen die honigfarbene Flüssigkeit aus dem Schälchen zu lecken, das Frau Naß mitgebracht hat. Dieser dickflüssige Saft schmeckt wie die Baumsäfte, von denen sich die Affen in ihrer Heimat Brasilien ernähren. Dort leben sie hauptsächlich in Wäldern, aber auch in der Steppe und den feuchten Küstenwäldern. Die kleinen Affen haben gelernt, sich anzupassen. Deshalb können sie auch in Parkanlagen leben. Der Wildpark hat versucht, es ihnen so angenehm wie möglich zu machen. Im Affenhaus stehen Palmen und Gummibäume. „Hier ist es konstant 26 Grad Celsius warm, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 60 Prozent“, erzählt Frau Naß.

Die Tierpflegerin nutzt die Chance, sich Fee genauer anzuschauen. Die Affendame ist mit großer Wahrscheinlichkeit trächtig. Die Tierpflegerin ist sich sehr sicher. Die Zitzen der kleinen Affendame sind gewachsen und jetzt deutlich zu erkennen. „Und sehen Sie, sie hat ein kleines Bäuchlein“, sagt sie und fasst Fee an den Bauch. Das Weibchen, das seit Ende Januar mit ihrem Begleiter im Wildpark lebt, hat nichts dagegen einzuwenden.

Der Tierarzt hat Fee noch nicht untersucht. „Das ist nicht notwendig gewesen“, sagt Frau Naß. Schließlich gehe es der Affendame gut. Sie ist immer noch fit genug, um durchs Häuschen zu turnen. Wie lange das noch so geht, kann Maika Naß nicht sagen. Keiner wisse, wann mit dem Nachwuchs zu rechnen ist. „Weißbüschelaffen haben eine Tragezeit von fünf Monaten“, sagt sie. Weil Fee bereits in ihrem Heimatzoo in Bochum mit Cally zusammengelebt hat, könne keiner sagen, wann die glückliche Stunde geschlagen hat. Deshalb bleibt den Geisingern nur eins: abwarten.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Fee Zwillinge zur Welt bringen, vielleicht sogar Drillinge. Bei Krallaffen, zu denen die Weißbüschelaffen gehören, ist das nicht unüblich. Nach der Geburt wird Cally zeigen können, ob er ein waschechter Weißbüschelaffenvater ist. Denn die kümmern sich – zumindest in der freier Wildbahn – sehr intensiv um ihren Nachwuchs. Die Affenväter tragen die Kleinen herum und beschäftigen sich mit ihnen. Das wird drei Monate so gehen. Dann sind die Kleinen groß genug, um sich von den Eltern abzunabeln. Unter Umständen könnten sie danach bald Geschwister bekommen. Denn Weißbüschelaffendamen können auch während des Stillens befruchtet werden.

Dem Wildpark können noch aufregende Zeiten bevorstehen.