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Donnerstag, 01.03.2018

Acht vor dem Absprung

Bei Dynamo laufen einige Verträge aus. Auch Stammspieler werden den Verein wohl verlassen.

Von Daniel Klein

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Aias Aosman (l.) und Peniel Mlapa sitzen häufig auf der Bank.
Aias Aosman (l.) und Peniel Mlapa sitzen häufig auf der Bank.

© Robert Michael

Zehn Spieltage sind es noch bis zum Saisonfinale. Höchste Zeit also, die persönliche Zukunft zu planen. 20 der 26 Dynamo-Profis müssen sich darüber wenige bis keine Gedanken machen, weil ihre Verträge über das Saisonende hinaus laufen. Beim restlichen Sextett wurde offiziell noch keine Entscheidung getroffen, die Tendenz ist aber klar. Doch selbst bei einigen Spielern, die längerfristig gebunden sind, könnte eine Veränderung anstehen. Die SZ gibt einen Überblick.

Chance auf Verlängerung

Nach seinem Wechsel vor anderthalb Jahren vom FSV Frankfurt hatte Manuel Konrad einen schweren Stand bei den Schwarz-Gelben. Marco Hartmann konnte er den Stammplatz im defensiven Mittelfeld nicht streitig machen, zumal er bei seinen wenigen Einsätzen nur selten überzeugen konnte. In dieser Saison ist das ganz anders, Hartmann fiel häufig aus und Konrad wuchs aus der Rolle seines Stellvertreters heraus. Da der Kapitän sehr verletzungsanfällig ist, braucht Dynamo unbedingt einen adäquaten Ersatz, der sich aber auch – ohne zu lamentieren – auf die Bank setzt, wenn Hartmann fit ist. Konrad ist dafür absolut geeignet, seine Vertragsverlängerung dürfte deshalb nur noch Formsache sein.

Keine Chance auf Verlängerung

Auch bei Fabian Müller und Andreas Lambertz laufen die Verträge im Juni aus, bei Dynamo bleiben werden sie aber wohl nicht. Lambertz möchte gerne noch „ein, zwei Jährchen kicken“, doch bei den Dresdnern gehörte er zuletzt nicht mal mehr zum Kader. Der 33-Jährige wird sich deshalb einen neuen Verein suchen, vorzugsweise in der Nähe seiner Heimat Düsseldorf, wo seine beiden Kinder in die Schule gehen und seine Frau kürzlich eine Boutique eröffnet hat.

Müller ist zwar zwei Jahre jünger als Lambertz, doch auch der Außenverteidiger spielt bei Trainer Uwe Neuhaus keine Rolle mehr. Nach der Winterpause wechselte er lediglich seine Sitzposition, pendelte zwischen Tribüne und Bank. Neuhaus hatte lange auf Müller gesetzt, der 2015 nach Dresden gekommen war und damit zu den Dienstältesten im Kader zählt. Doch ihm fehlen Mut und Dynamik in der Offensive.

Zukunft der Leihspieler

Ein Trio spielt auf Leihbasis bei Dynamo, alle drei werden den Verein wohl verlassen. Torwart Marvin Schwäbe ist Angestellter der TSG Hoffenheim, wollte sich mit Einsätzen für andere Klubs empfehlen. Daraus wird nichts mehr. Neuhaus setzt nun auf Markus Schubert als Nummer eins. „Marvin konnte die Entscheidung zwar verstehen, aber weniger akzeptieren, weil es auch um seine Zukunft geht“, erklärte Neuhaus. Rückkehrer Marcel Franke, vom englischen Zweitligisten Norwich City FC als Ersatz für Sören Gonther (Kreuzbandriss) ausgeliehen, überzeugt in der Rückrunde. Dynamo würde den Innenverteidiger gern längerfristig binden, doch die Briten lehnten eine Kaufoption innerhalb des Leihgeschäfts strikt ab. Für eine Verpflichtung müssten die Dresdner wohl sehr tief in die Tasche greifen. Ob sie sich das leisten wollen, ist fraglich.

Bei Paul Seguin hängt es weniger am Geld. Der Wolfsburger hat seinen Stammplatz als Rechtsverteidiger zuletzt an Niklas Kreuzer verloren, viel lieber spielt der 22-Jährige aber ohnehin im defensiven Mittelfeld – bei Dynamo aber nur selten. Richtig zufrieden dürfte er bei seinem Leihverein deshalb nicht sein. Eine Rückkehr zum VfL in die Bundesliga wäre eine Möglichkeit, ein Wechsel zum 1. FC Magdeburg, der kurz vorm Zweitliga-Aufstieg steht, eine andere. Dort feierte sein Vater Wolfgang einst große Erfolge.

Vorzeitige Trennung

Aias Aosman (bis 2019) und Peniel Mlapa (bis 2020) sind zwar noch länger gebunden, doch bei beiden stehen die Zeichen auf Trennung. Aosman will schon länger nach Dubai, Mlapa hat nach der Verpflichtung von Moussa Koné und dem bevorstehenden Comeback von Pascal Testroet kaum noch eine Chance auf einen Platz im Sturm. Allerdings dürfte es für ihn auch schwer werden, einen neuen Verein in der 2. Liga zu finden.

Bei Philip Heise läuft der Kontrakt ebenfalls noch bis 2019, doch Dynamo wird ihn kaum halten können. Bereits vergangenen Sommer lag dem Linksverteidiger ein Millionenangebot aus England vor, damals legte der Verein noch sein Veto ein. Ein zweites Mal wird er das wohl nicht machen.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 11 Kommentare

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  1. Wissender.

    Lieber Daniel Klein, Ihr könnt doch als Presse auch ein bissl drauf einwirken, über wen uns was bei Dynamo gesprochen wird. Marcel Franke MUSS um jeden Preis gehalten werden. Am besten wäre es noch, Ballas durch Toni Leistner zu ersetzen, der ja wohl bei Union nicht verlängert. Wenn wir für Mlapa und Kone kumuliert 2,5 Mio Euro ausgeben, sollten wir das auch für Franke können! Wenn man ihn ziehen lässt, dann zweifle ich aber langsam aber sicher auch an der Arbeit von Ralf Minge!

  2. steuerfuzzi

    @wissender - so ein Grütze was Sie schreiben. Es liegt nicht an R. Minge ob der Leistner bleibt. Sein aktueller Verein hat Dynamo keine! Kaufoption gegeben. Da kannste noch so wettern, wir können froh sein, dass er momentan überhaupt bei uns spielt. Und zu Toni Leistner. Er strebt einen Wechsel in die BL oder nach England an. Der will gar nicht zur SGD. Ni bloß die SZ lesen oder den Nachbarn im Stadion fragen.

  3. Intern

    Mingus macht die Beste Arbeit seit Jahrzenten. Auch jetzt ist er wieder viel weitsichtiger als ein @wissender und die Medien. Danke für die klasse Arbeit Mingus, weiter so.

  4. Axl

    Hat jemand ne Ahnung, ob das Gerücht stimmt, dass Usain Bolt verpflichtet worden ist?

  5. Schaf

    Gut das der Verein mit der Verlängerung von RM und Born Kontinuität bewiesen hat. Die Verpflichtungen der letzten Jahre haben gezeigt, das nicht nur Scheisse, sondern auch einige Bonbons dabei waren. Zum heutigen Tag, diesbezüglich eine ordentliche Quote. Gabs schon mal viel schlechter. Zur Etablierung gehören auch Niederlagen. Solange man über dem Strich zur 3. Liga steht, alles gut. Wir sind erst das 2. Jahr gesund im Geschäft.

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