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Mittwoch, 12.09.2018

Abzock-Zeilen vom Hindukusch

Auf Facebook chattet eine „US-Ärztin“ einen Dresdner an, der sich als besonders gutgläubig erweist.

Eine nette Facebook-Bekanntschaft - und schon ist das Geld weg.
Eine nette Facebook-Bekanntschaft - und schon ist das Geld weg.

© dpa

Dresden. Durch seine ausgeprägte Gutgläubigkeit hat ein 53-jähriger Dresdner viel Geld verloren. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilt, lernte der Mann bereits im Mai über Facebook eine Person kennen, die sich im Chat als Ärztin aus Minneapolis ausgab. Zuerst habe man sich über „vollkommen belanglose Sachen“ ausgetauscht, später soll die virtuelle „Frau“ darüber geschrieben haben, dass sie als Soldatin in Afghanistan stationiert sei.

Es folgen weitere Zeilen über einen Angriff auf sie und ihr Team, bei dem es Verletzte und einen Toten gegeben habe. Daraufhin schrieb die angebliche US-Bürgerin, dass der Gouverneur von Ost-Kabul dem Team wegen des Angriffs acht Millionen Dollar als Wiedergutmachung angeboten hätte, wobei zwei Millionen auf die Frau entfielen.

Im weiteren Verlauf fragte die „Frau“, ob sie das Geld in einer Kiste nach Dresden schicken könne und versprach dem 53-Jährigen auch eine Belohnung in Höhe von zehn Prozent des Geldes. Der Mann ließ sich auf die Sache ein, bekam allerdings bald darauf weitere Nachrichten.

Denn - wie sollte es anders sein - schilderte die Unbekannte Probleme mit der Transportfirma und bat um eine Überweisung von zunächst knapp 12 000 Euro, später von weiteren 8 000 Euro. Um diese Summen überhaupt aufbringen zu können, nahm der Dresdner unter anderem einen Kredit auf. Als er aber weitere 14 000 Euro überweisen sollte, reichte es: Der Mann informierte die Polizei. Jetzt hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen. (mja)