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Montag, 13.08.2018

Abc-Schützen starten mit Volldampf in die Schule

Erneut nehmen die Grundschulen zwischen Radebeul und Radeburg viele Erstklässler auf. Eine Herausforderung.

Von Nina Schirmer, Ines Scholze-Luft und Sven Görner

Der sechs Jahre alte Finn Schmidtchen aus Niederau bekommt seine Zuckertüte vom Vorsitzenden des Vereins Traditionsbahn Radebeul, Roland Ende.
Der sechs Jahre alte Finn Schmidtchen aus Niederau bekommt seine Zuckertüte vom Vorsitzenden des Vereins Traditionsbahn Radebeul, Roland Ende.

© Daniel Schäfer

Elbland. Einen richtigen Ansturm von Erstklässlern erlebt in diesem Jahr die Grundschule Naundorf in Radebeul. 73 Abc-Schützen drücken dort ab dem heutigen Montag die Schulbank. Das sind 23 Kinder mehr als im letzten Schuljahr – eine ganze Klasse. „Wir haben zum ersten Mal drei erste Klassen“, sagt Schulleiterin Gabriele Werner. Die Jahre zuvor war die Grundschule immer zweizügig gefahren. Dass plötzlich so viel mehr Schüler kommen, liege schlicht an mehr Kindern, die im Einzugsgebiet der Schule wohnten. „Es ist schon eine Herausforderung, wenn 73 Kinder ans Lernen herangeführt werden müssen“, sagt Gabriele Werner. „Aber das kriegen wir in den Griff, so wie jedes Jahr“, ist die Schulleiterin optimistisch. Personell und räumlich sei die Schule gut auf die vielen Neuen vorbereitet.

Noch drei weitere Radebeuler Einrichtungen starten mit drei ersten Klassen: die Friedrich-Schiller-Schule mit 74 Kindern, die Grundschule Oberlößnitz mit 68 und die Grundschule Niederlößnitz mit 73 Schulanfängern. In Kötzschenbroda werden die 44 Erstklässler auf zwei Klassen aufgeteilt.

Eine Namensänderung gibt es in der Wilhelm-Eichler-Straße. Dort heißt es jetzt richtigerweise „Evangelisches Schulzentrum“ und nicht mehr nur Grundschule. Denn ab Montag lernen an der freien Schule erstmals auch Fünftklässler. Das hat auch Vorteile für die 26 Schulanfänger. Denn im Interimsgebäude für die Oberschüler ist ein neuer Kunst- und Musikraum entstanden, den auch die Kleinen mit nutzen, sagt Schulleiterin Dorothee Tigges.

Noch stärker als die Radebeuler Schulen ist die Grundschule auf dem Meißner Berg in Radeburg nachgefragt – die einzige der Zille-Stadt. Dort werden 84 Mädchen und Jungen begrüßt, wie Schulleiter Thomas Damme sagt. „Damit fehlt uns nur ein Kind, um vier Klassen bilden zu können.“ Die so möglichen drei Klassen haben nun alle die maximale Stärke von 28 Schülern. „Mit dem Kind der künftigen Bärnsdorfer Pfarrerin hätten wir das geschafft“, so der Schulleiter. Doch weil die Wohnung im Pfarrhaus nicht rechtzeitig fertig geworden sei, erfolge der Umzug nun voraussichtlich erst im März nächsten Jahres. „Ob wir das Kind dann aufnehmen können, ist fraglich, denn die Teilung einer Klasse im Schuljahr gibt es eigentlich nicht.“

Auch im Vorjahr hatten den Radeburgern nur zwei Schüler für eine vierte erste Klasse gefehlt. „Da wir eine dreieinviert-zügige Schule sind, wäre das auch alle vier Jahre möglich.“ So wie vor zwei Jahren geschehen. Allerdings mussten jetzt aus den vier zweiten Klassen des Vorjahres drei dritte Klassen geformt werden. Der Grund: zu viele Kinder dieser Klassenstufe haben die Schule wieder verlassen. Mit insgesamt zwölf großen Klassen ist die Radeburger Grundschule sehr gut ausgelastet. Das schlägt auch auf den Hort durch. Der hat zwar ein eigenes Gebäude, aber das ist für weniger Kinder konzipiert. „Für die Hausaufgabengestaltung nutzt der Hort daher unsere Räume mit“, so Thomas Damme.

Insgesamt 46 Kinder in zwei Klassen werden in der Grundschule Moritzburg eingeschult. „Das sind mit Abweichungen von ein, zwei so viel wie in den vergangenen Jahren“, sagt Schulleiterin Urda Conrad. Die beiden alten Gebäude sind zwar saniert und durch einen Neubau verbunden, „die meisten Zimmer sind dennoch nicht so groß, wie man sie heute bauen würde“. Für dieses Jahr sei die Schülerzahl in Ordnung. Aber ein paar weniger würden die Situation etwas einfacher machen. Zumal die Zimmer nachmittags alle vom Hort genutzt werden müssen.

Einen leichten Rückgang verzeichnet in diesem Jahr die Grundschule Reichenberg. „Wir haben diesmal nur 45 neue Schüler in zwei Klassen im Gegensatz zu 49 beziehungsweise 56 in den beiden Jahren zuvor“, sagt Schulleiterin Bärbel Czornack-Menzzer. Insgesamt werden 182 statt im Vorjahr 200 Schüler unterrichtet. „Die sanierte Schule ist voll ausgestattet, auch was die Lehrer angeht“, ergänzt die Schulleiterin. Und dass derzeit noch vier Zimmer gemeinsam mit dem Hort genutzt werden müssen, werde sich mit den geplanten Baumaßnahmen perspektivisch auch regeln.

123 Erstklässler treten am Montag in der Grundschule Weinböhla an. Etwa so viele wie 2017, sagt die stellvertretende Schulleiterin Gabriele Kaiser. Eine gewohnte Größe also. Neu ist die Schulleiterin. Carola Münster folgt auf die langjährige Schulchefin Brigitte Lipeck, die an ihren letzten Tagen im Dienst noch ein großes Ereignis miterlebte: den symbolischen ersten Spatenstich für den lang erwarteten Erweiterungsbau. Ein frei stehendes Gebäude auf dem Schulgrundstück, mit fünf Fachkabinetten. Der Baustart rückt näher, die ersten Angebote sind bereits da, heißt es aus dem Weinböhlaer Rathaus.

Gebaut, wenn auch nicht in solchen Dimensionen, wurde in Coswig in der Grundschule West. Dort entstand in den Ferien eine Sitzmauer im Sandspielbereich – alles rechtzeitig zum Schulbeginn fertig geworden, sagt Sekretärin Marion Hummig. Sie kennt auch die Erstklässler-Zahlen: 23 bzw. 21 Kinder in zwei Klassen.

Drei erste Klassen mit 74 Mädchen und Jungen – etwas mehr als 2017 – starten an der Grundschule Mitte in Coswig, sagt Schulleiterin Uta Bösel. Hier wurde der Treppenaufgang Hofseite erneuert. Außerdem waren die Maler in einigen Klassenzimmern aktiv, ebenso wie in den Grundschulen West und Brockwitz. In Brockwitz gibt es Schulleiterin Martina Schrauber zufolge zwei erste Klassen mit insgesamt 53 Kindern. Gemalert wurde auch in Räumen der evangelischen Grundschule Coswig. Dort können in der ersten Klasse 22 Mädchen und Jungen begrüßt werden, sagt Annett Schenke, Geschäftsführerin der Evangelischen Schule Coswig gGmbH.