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Donnerstag, 04.10.2018

Ab sofort in Schwarz-Rot-Gold

Von Stephan Klingbeil

Curlerin Klara-Hermine Fomm (18 Jahre, rechts im Foto) vom 1. SCV Geising spielt ab dieser Saison 2018/19 im deutschen Nationalteam von Skipin Daniela Jentsch (Mitte) vom CC Füssen.
Curlerin Klara-Hermine Fomm (18 Jahre, rechts im Foto) vom 1. SCV Geising spielt ab dieser Saison 2018/19 im deutschen Nationalteam von Skipin Daniela Jentsch (Mitte) vom CC Füssen.

© privat

Osterzgebirge. Geising hat jetzt eine Nationalspielerin im Curling. Die 18-jährige Klara-Hermine Fomm wurde in die deutsche Auswahlmannschaft der Frauen berufen – und tritt nun bei Turnieren auf der ganzen Welt an. Die Gymnasiastin aus dem Altenberger Ortsteil Löwenhain spielt schon seit ihrer Kindheit beim 1. Sächsischen Curlingverein Geising. Am dortigen Landesstützpunkt, dem erfolgreichsten Curling-Zentrum im Osten Deutschlands, feilte das Talent an ihren Fähigkeiten.

Nachdem es Klara-Hermine Fomm in den vom Bund finanziell unterstützten C-Kader der Sportfördergruppe geschafft hatte, zählte sie auch schon zum deutschen Team der Juniorinnen. Doch das Bundesleistungszentrum befindet sich in der deutschen Curling-Hochburg Füssen – rund 600 Kilometer entfernt. Ein weiter Weg für die Schülerin, die in der Sportklasse am Altenberger Gymnasium ihr Abitur machen will. Im vorigen Jahr war das Talent des 1. SCV nicht mehr in der Auswahl. Nun aber das Comeback bei den deutschen Frauen – ab sofort startet Klara-Hermine Fomm wieder in Schwarz-Rot-Gold. Nachdem sich Josephine Obermann und Pia-Lisa Schöll aus beruflichen und privaten Gründen aus dem Curling Club Füssen – welcher als aktuell bestes Vereinsteam den Nationalkader stellt – verabschiedet hatten, suchte Skip Daniela Jentsch vom mehrfachen Deutschen Meister adäquaten Ersatz. Und Klara-Hermine Fomm zählte bereits zu den besten deutschen Nachwuchs-Curlerinnen.

„Nur einmal im Leben“


Dann fragte die 36-jährige Bayerin, die bereits an jeweils fünf Welt- und Europameisterschaften teilgenommen hat, bei der junge Sächsin an. „Als Dani mich angerufen hat und mich gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, in ihrem Team mitzuspielen, war ich erst mal sprachlos, ich habe mich geehrt gefühlt“, sagt Klara-Hermine Fomm. „Ich habe dann lange hin und her überlegt, da es schon eine starke Doppelbelastung ist, aber dann dachte ich mir, so eine Chance bekommt man nur einmal im Leben und hab dann zugesagt.“ Mit ihren 18 Jahren ist die Löwenhainerin die Jüngste im Team der Deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Sie will nun „eine gute Performance auf dem Eis abliefern und Deutschland somit gebührend vertreten“, erklärt sie.

Seit dem Spätsommer ist sie viel unterwegs – weltweit. Bis Dienstag weilte sie zum Beispiel noch in Kanada „Wir haben da am vergangenen Wochenende ein ‚World Curling Tournament‘ in Vernon gespielt, bei dem wir leider ganz knapp die Play-offs verpasst haben“, sagt sie.

Doch das ist abgehakt. Nach einem kurzen Aufenthalt in Deutschland geht es bereits weiter zu den nächsten Turnieren in dieser internationalen Wettkampfserie – erst nach Stockholm, dann von Schweden aus nach Basel in die Schweiz und später noch zu den China Open nach Fernost. Im November startet die junge Sächsin bei der EM in der estnischen Hauptstadt Tallinn – und im kommenden März steht die WM im dänischen Silkeborg auf dem Plan.

Ihr Abitur müsste das Talent von Geising quasi nebenbei machen. Da ist es von Vorteil, dass ihre langjährige Trainerin beim 1. SCV, Julia Meißner, auch ihre Lehrerin am Sportgymnasium in Altenberg ist.

„Wenn sie zwischendurch mal hier ist, muss Klara Extra-Schichten machen, außerdem stellen wir ihr ein Aufgabenpaket zusammen, um sie auf ihr Abitur im nächsten Frühjahr vorzubereiten“, erklärt Meißner, die im Duo mit Andy Büttner im Mixed-Doubles-Curling an zwei WM-Turnieren teilgenommen hat und 2017 Deutscher Meister wurde. Das sei wie bei einem Fern-studium, sagt sie. „Es ist nicht einfach, aber für Klara ist es eine Riesenerfahrung, im Nationalteam zu spielen. Die sollte sie nicht missen.“