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Donnerstag, 07.06.2018

Ab ins All

Von Stephan Schön, zzt. Baikonur

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Es geht los: Pünktlich am Mittwoch um 13.12 Uhr ist die Sojus MS-09 ...
Es geht los: Pünktlich am Mittwoch um 13.12 Uhr ist die Sojus MS-09 ...

© dpa/Sergey Mamontov/Sputnik

  • Es geht los: Pünktlich am Mittwoch um 13.12 Uhr ist die Sojus MS-09 ...
    Es geht los: Pünktlich am Mittwoch um 13.12 Uhr ist die Sojus MS-09 ...
  • ... mit dem Deutschen Alexander Gerst an Bord in Richtung Weltall gestartet.
    ... mit dem Deutschen Alexander Gerst an Bord in Richtung Weltall gestartet.

Baikonur. 6 000 Trainingsstunden und nun am Ziel. Alexander Gerst, der deutsche Astronaut, ist auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle. Sojus MS-09 ist am Mittwoch 13.12 Uhr zur Raumstation gestartet. An diesem Tag herrschten an die 40 Grad in Baikonur. In der dicken Astronautenkleidung ist das umso unangenehmer – trotz eingebauter Klimaanlage.

Die offizielle Zeremonie vor der Staatskommission fällt dementsprechend kurz aus. Der russische Kommandant Sergej Prokopjew meldet die Crew startbereit, dann gibt’s das Ok. Der russische Kampfpilot und Kommandant, die amerikanische Ärztin Serena Aunon-Chancellor und Geophysiker Alexander Gerst drehen sich um. Sie gehen schnellstens in ihren klimatisierten Spezialbus. Der bringt sie zur Sojus.

Das Gelände ist weiträumig abgesperrt. Eine kleine Gruppe deutscher Journalisten darf noch bis auf anderthalb Kilometer heran. Zum Abschied an der Sojus direkt ist dann nur noch der oberste Raumfahrtchef Europas zugelassen. Eine kurze Umarmung. Herzlich und ernst gemeint von Jan Wörner, Generaldirektor der Europäischen Weltraumagentur Esa. „Ich könnte sein Vater sein. Und wenn ich mich wie heute von Alexander verabschiede, dann ist mir auch so.“ @Astro_Alex, wie er sich bei Twitter nennt, scheint den Flug zu genießen – und macht sich möglicherweise weniger Gedanken, als alle um ihn herum über die 77 Tonnen Treibstoff unterm Sitz. „Nächster Halt #ISS in zwei Tagen, wenn alles glatt geht. Passt auf euch auf, meine Freunde! #horizons“ – Horizons nennt sich seine Weltraummission, und sie hat 67 Experimente im Programm. Auch das Großexperiment Metabolic-Space der TU Dresden.

Damit wird der gesamte Stoffwechsel von Gerst auf völlig neue Art gecheckt. Dies ist eines von 41 Experimenten, die ihm das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt als Forschungsauftrag mitgegeben hat. Dessen Horizons-Missionsleiter Volker Schmid ist zufrieden. „Einfach großartig! Wir wissen jetzt, wofür wir die letzen zwei Jahre geackert haben.“ Das Ackern für Alexander Gerst beginnt am Freitagabend, wenn er an der ISS ankommt, wo er bis Dezember bleibt. Ab Oktober dann sogar als Kommandant der ISS. Als erster Deutscher.

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