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Freitag, 14.09.2018

Ab 2019 senden die Wölfe wieder

Nach einer langen Pause will der Freistaat Sachsen wieder Tiere mit GPS-Technik beobachten.

Von Irmela Hennig

Mit einem derartigen Sendehalsband lassen sich die Wanderungen von Wölfen dokumentieren.
Mit einem derartigen Sendehalsband lassen sich die Wanderungen von Wölfen dokumentieren.

© dpa

Bautzen. Wolf Alan schaffte es mindestens bis Weißrussland. Sein Bruder Karl immerhin bis an den Rand von Berlin. Der Rüde aus dem Nochtener Rudel war der erste Lausitzer Wolf, der ein Sendehalsband bekam und beobachtet wurde. Eingefangen haben ihn Experten vor knapp zehn Jahren mit der Lapp-Fang-Methode. Dabei wurde ein Gebiet mit Flatterband umspannt, über das sich die Wölfe normalerweise nicht hinwegtrauen. Dann wurden die Tiere auf ein Netz zugetrieben und betäubt. Das aber ist aufwendig. Deswegen setzten die Biologen vom Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung Fallen ein. Einmal besondere Fußschlingen, zum anderen „Soft Catch Traps“, die zu den Tellereisen gehören. Beide Methoden konnten nun aber jahrelang nicht eingesetzt werden. Die Schlingen sind laut Sachsens Jagdrecht verboten und dem unterliegt der Wolf inzwischen. Die Tellereisen gestattet die Europäische Union nicht. Deswegen wurde der Wolfsfang ausgesetzt.

Doch nun hat die EU „Soft Catch Traps“, also modifizierte Bügelfallen, wieder zugelassen. Diese halten die Tiere zwar fest, können sie „aber nicht töten, nicht ernsthaft verletzen und erst recht nicht quälen“, teilt Sachsens Umweltministerium mit. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat nun ein Projekt zur Besenderung von Wölfen erarbeitet. Ziel ist es, in den nächsten Jahren aus den meisten Wolfsrudeln in Sachsen mindestens einen, möglichst erwachsenen Wolf mit einem Sender zu versehen, um neue und detaillierte Erkenntnisse über die Raumnutzung der Wölfe in Sachsen zu erheben, heißt es aus dem Umweltministerium.

Aktuell bereite das Landesamt die Ausschreibung der Leistungen – Einfangen und Besendern – vor. Ziel sei es, in der nächsten Fangperiode in zwei oder mehr der Territorien mindestens je ein möglichst erwachsenes Tier einzufangen und mit einem Sender zu versehen. Es soll dann für etwa zwei bis drei Jahre über GPS beobachtet werden. Das Einfangen sei erst ab dem Frühjahr möglich. Dann seien die Jungtiere groß genug, dass sie mit einem Halsbandsender ausgestattet werden können, ohne dass dem Tier beim weiteren Wachstum der Hals zugeschnürt wird. Finanziert wird das Ganze aus Landesmitteln.