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Donnerstag, 09.08.2018

55000 Liter Wasser gegen Pferdedurst

Der Hochsommer stört das Turnier in Kemnitz nicht – macht aber mehr Arbeit.

Von Anja Beutler

Franziska Ullrich vom Reit- und Fahrverein Kemnitz wird auch in diesem Jahr beim Turnier ihres Heimvereins versuchen, alle Hürden zu nehmen.
Franziska Ullrich vom Reit- und Fahrverein Kemnitz wird auch in diesem Jahr beim Turnier ihres Heimvereins versuchen, alle Hürden zu nehmen.

© tompic

Kemnitz. Die Hitze mindert keineswegs die Vorfreude auf das große Reitturnier. Zumindest nicht beim Reit- und Fahrverein Kemnitz. 200 Reiter aus fünf Bundesländern und Polen mit 370 Pferden haben sich auch in diesem Jahr für die zweieinhalb Tage angekündigt. Insgesamt 720 Einträge gibt es auf den Starterlisten ab Freitag – berichtet Alfons Dienel nicht ohne Stolz. Allerdings ist es in diesem Jahr eben doch ein bisschen mehr Aufwand, bestätigt Dienel, der für den Verein die Pressearbeit macht. Und das liegt dann am Ende irgendwie doch an der sommerlichen Dauerhitze.

Allein, um die Wasserversorgung der Tiere sicherzustellen, muss der Verein schon ein bisschen rechnen. „Ein Pferd braucht am Tag etwa 60 Liter Wasser“, benennt Alfons Dienel den Durchschnitt. Mit Blick auf die Teilnehmerliste und bei zweieinhalb Tagen Aufenthaltsdauer sind das locker 55 500 Liter, die allein für die Tiere nur zum Trinken bereitstehen müssen. „Wir holen das Wasser aus unseren Tiefbrunnen, aber teilweise auch aus dem Trinkwassernetz“, erklärt Dienel. Die Sowag als zuständigen Wasserversorger habe man schon vorab darüber informiert. Immerhin hatte das Unternehmen erst vor Kurzem zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen. Vor allem in den Verbrauchsspitzen, wenn gleichzeitig sehr viele Haushalte Wasser entnehmen, arbeite die Technik unter Hochdruck.

Aber nicht nur gegen den Durst ist Wasser gefragt. „Pferde vertragen ja gut Wärme, aber auch sie schwitzen wie die Menschen und haben eine Abkühlung durchaus nötig“, sagt Dienel, der seine eigenen Tiere gern mal mit einem Eimer Wasser und einer Bürste erfrischt. Erfrischung braucht auch der Untergrund, auf dem geritten werden soll: „Wir haben am Dienstagabend mit Wässern angefangen“, bestätigt der Vereinssprecher. Dabei geht es keineswegs um eine frische grüne Optik, sondern vor allem um die Sicherheit für Ross und Reiter: „Die Wiese unseres Abreitplatzes ist hart wie Beton“, sagt er. Auf dem Platz selbst staubt es, die Festigkeit des Untergrundes ist nicht optimal, da muss der Verein nun nachhelfen. „Leider haben wir von den Schauern am Mittwoch nichts abbekommen“, bedauert Dienel. Da wird wohl auch an den kommenden Abenden noch ein Vereinseinsatz nötig sein.

Weniger schwierig ist glücklicherweise die Sache mit dem Futter: „Das Kraftfutter bringen die Reiter für ihre Tiere eigentlich immer selbst mit. Stroh kann man bei uns käuflich erwerben“, sagt der Kemnitzer. Das sei zum Glück derzeit noch kein Problem, Vorräte seien vorhanden.

Ob es Ross und Reiter nun bei so hochsommerlichen Temperaturen zu guten Leistungen schaffen, wird sich zeigen. Natürlich schwitzen auch die Tiere sehr und haben vielleicht nicht immer Lust, sich zu bewegen. Aber die etwas niedrigeren Temperaturen, die für die Turnierzeit angesagt sind, lassen die Kemnitzer hoffen. Absagen mussten sie in der nunmehr über 40-jährigen Turniergeschichte ihre Veranstaltung noch nicht – schon gar nicht wegen der Hitze. Und auch die Anmeldezahlen sind seit Jahren stabil, auch wenn der Verein sich vor einigen Jahren entschieden hatte, von Juli in den August zu rücken. Saison hat der Pferdesport an diesen Wochenenden ohnehin: Am Wochenende nach den Kemnitzern laden die Oderwitzer zum Turnier ein.

Das Turnier beginnt mit den ersten Prüfungen am Freitag ab 14 Uhr. Sonnabend und Sonntag ist jeweils von 7.30 oder 8 Uhr bis gegen 17 Uhr Prüfungsbetrieb.