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Mittwoch, 05.08.2009

500 Quadratmeter Grün für den steinernen Postplatz

Noch bis Freitag werden sechs Beete auf dem Platz angelegt und bepflanzt. Die Stadt reagiert damit auf die monatelange Kritik über die Steinwüsten im Zentrum.

Von Denni Klein

Dresden - Nachdem Dresdens Stadtplaner und Politiker monatelang verbale Schelte und Protestklos für die Steinwüsten im Zentrum kassierten, hat Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) das City-Grün zu Chefsache erklärt: Sie lässt deshalb sechs Beete mit zusammen rund 500 Quadratmetern Fläche errichten, um vorübergehend den Postplatz verschönern.

Grün soll drei Jahre stehen

Die Mitarbeiter der Gärtnerei Hansel werden gut 300 Stauden pflanzen und rund 4000 Blumenzwiebeln stecken. Zwei bis drei Jahre soll das Provisorium den Postplatz zieren. Ursprünglich wollten Dresdens Stadtplaner noch weitere Pflanzkübel wie schon am Altmarkt, der Wilsdruffer Straße und am Neumarkt aufstellen. „Das hätte aber auf der riesigen Steinfläche albern ausgesehen und wäre kaum aufgefallen. Deshalb haben wir die Beete vorgeschlagen“, sagt die leitende Landschaftsarchitektin Julia Kretzschmar. „Um so eine Fläche wirksam zu begrünen, ist diese Größe das Minimum.“

Die Stauden sollen dem Platz sofort Grün bescheren. „Die Zwiebeln sollen im Boden überwintern und dann gestaffelt im nächsten Jahr für einen schönen Anblick sorgen“, sagt die Landschaftsarchitektin. Zuerst werde der Postplatz im nächsten Frühjahr ein Tulpenmeer erleben. Um die Aufenthaltsqualität zu steigern, soll zwischen den Beeten Rollrasen verlegt werden. Die Mitarbeiter berichten, dass zum Schluss auch noch Bänke aufgestellt werden sollen.

50 000 Euro teures Geheimnis

Die 50 000 Euro teure Aktion hält die Stadt übrigens geheim. „Das soll eine Überraschung für die Bürger von Dresden sein“, lässt die Oberbürgermeisterin über ihre Sprecherin verlauten. Die Beete sollen am Freitagabend fertig sein. Orosz werde die Beete am Dienstag einweihen. Der SZ sagt das Stadtoberhaupt schließlich noch persönlich: „Wir haben die Begrünung nicht erst nach dem Protestklo geplant. Sie wissen ja, Bestellungen dafür dauern deutlich länger.“

Offensichtlich aber nicht lange genug. Als der Platz zugepflastert wurde, gab es diese Ideen bei den Planern jedenfalls nicht. Heute dürfen die Beete nicht fest angelegt werden, weil der Postplatz mit millionenschweren Fördermitteln versteinert wurde. „Wenn wir das Pflaster rausgerissen hätten, müsste die Stadt das Geld zurückzahlen“, sagt Julia Kretzschmar.