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Donnerstag, 14.06.2018

460 Sterne für Maxens Kirchenhimmel

Die Gemeinde Maxen hat immer wieder originelle Ideen, um an Geld zu kommen. Diesmal verbinden sie ein Jubiläum mit einem Wunsch.

Von Heike Sabel

Noch ohne Sterne: das Gewölbe in der Maxener Kirche.
Noch ohne Sterne: das Gewölbe in der Maxener Kirche.

© privat

Maxen. Ein Himmel voller Sterne: den hatte die Maxener Kirche einst und den soll sie wieder bekommen. Wie viele es bis zum Überstreichen des Chorraum-Gewölbes in den 1960er-Jahren waren, weiß man nicht genau, wie viele es werden schon: 460.

Die Zahl fiel Kirchvorsteherin Gisela Niggemann-Simon spontan ein, als sie mit der Architektin telefonierte. Die sagte, es seien 400 Sterne geplant. Können es auch 460 sein, fragte Gisela Niggemann-Simon. So alt nämlich ist der Maxener Altar, der damit der älteste protestantische Sandsteinaltar in Sachsen ist. Für diese Besonderheit holen die Maxener nun gewissermaßen die Sterne vom Himmel. Um die Arbeiten finanzieren zu können, kann man ab Sonnabend einen goldenen Stern symbolisch kaufen – für zehn Euro.

Es ist die zweite originelle Idee der Maxener, um Geld für die Sanierung ihrer Kirche zu organisieren. Voriges Jahr hatten sie eine Lotterie gestartet. Die 500 Lose brachten 1 000 Euro. Diesmal soll der Erlös mehr als vier Mal so hoch sein. Aber einen Stern für zehn Euro, wo bekommt man den sonst?

Schon Anfang Dezember sollen der Chorraum und die Sterne wieder strahlen und damit der zweite Bauabschnitt beendet sein. Zu ihm gehören auch die Sanierung der Türen, Fenster und Bänke. Für die Mühlbacher und Maxener, die vor allem die Kirche besuchen, geht damit ein Wunsch in Erfüllung. Viele erinnern sich noch an die alte Ausgestaltung im neogotischen Stil mit dem Sternengewölbe und wünschten es sich zurück. Architektin und Restaurator griffen diese Idee auf, und Gisela Niggemann-Simon vermehrte die geplanten Sterne sogar noch.

Der Altar wird dann in einem dritten Bauabschnitt restauriert werden müssen. Seine letzte Sanierung ist 104 Jahre her.

Am Sonnabend steht der Altar bereits im Mittelpunkt. Er war 1558 von der Maxener Rittergutsfamilie von Schönberg in Dresden bei dem bedeutenden Renaissance-Bildhauer Hans Walther II in Auftrag gegeben worden. Professor Angelica Dülberg kennt sich bestens über den Bildhauer aus und wird über sein Leben und Werk sowie den Maxener Altar sprechen. Pfarrer Daniel Lamprecht erläutert in einer theologischen Betrachtung das Bildprogramm des Altars. Anschließend startet das Sternen-Projekt und es können die ersten erworben werden.

„Da unsere Kasse nach dem jetzigen zweiten Bauabschnitt leer sein wird, freut sich die Kirchgemeinde über weitere Spenden“, sagt Gisela Niggemann-Simon. Noch spricht sie von keiner dritten Idee, aber wer weiß, was den Maxenern wieder einfällt.

16. Juni, 15 Uhr, Kirche Maxen