erweiterte Suche
Dienstag, 23.10.2018

4 100 Euro für die Lauftalente

Von Jochen Mayer

Die Einsamkeit des Langstreckenläufers ist literarisch belegt, schaffte es sogar bis auf einen Buchtitel. Doch einsam sind Läufer nicht. Nicht wenige waren beim 20. Dresden-Marathon mit einer Botschaft auf die Strecke gegangen, manche sammelten Kilometergeld für eine gute Sache.

Dazu gehörten auch die Organisatoren selbst. Sie folgten einer Tradition, starteten einen Benefizlauf, diesmal zur Einstimmung auf das Jubiläumsrennen. Dabei kamen 4 100 Euro zusammen. Die Teilnehmer am Lauf spendeten 3 500 Euro, der Dresdner Marathonverein gab noch einmal 600 Euro dazu. Die Spendensumme bekommt die DSC-Lauftrainingsgruppe von Katja Herrmann, die im Frühjahr an einem Krebsleiden gestorben war.

„Der Benefizlauf hatte einen sehr würdigen Rahmen“, erzählte Gerald Henzel, Vorsitzender des Marathonvereins. „Dafür sorgten Dresdner Läufer. Aus verschiedenen Generationen erzählten sie, wie sie ihre Trainerin erlebt hatten und was sie an ihr schätzten.“ Karl-Heinz Leiteritz und Hagen Melzer berichteten davon, wie sie beim Dresdner Berufsstart der einstigen Auswahlläuferin dabei waren, Carsten Ender wurde später von ihr betreut, und Jonathan Schmidt hatte als aktuelles Lauftalent sogar die letzten Siege seiner Trainerin gewidmet. Katja Herrmann war auch immer dem Dresdner Marathon und allen anderen Läuferangeboten verbunden. „Wir haben viele Jahre sehr eng mit ihr zusammengearbeitet“, sagte Vereinschef Henzel, und er betonte: „Deshalb ist es selbstverständlich, dass wir versuchen, an ihre Schützlinge etwas zurückzugeben. Damit wollen wir auch etwas für die Zukunft der Dresdner Laufbewegung tun.“

Die Spende bekam Herrmanns Trainer-Nachfolger Eric Haß überreicht, der die DSC-Laufgruppe nun betreut. Der 36-Jährige spürte bei seinen Athleten schnell, dass es bei Katja Herrmann sehr familiär zuging, wie er sagte: „Sie hat den Job nie als Beruf, sondern immer als Berufung gesehen, mit viel Herzblut.“ Schon nach einigen Wochen mit den Dresdner Läufer wusste der Zwickauer, „dass hier menschlich viel gearbeitet wurde“.

Haß hat selbst reichlich Lauferfahrung. Er war deutscher Vizemeister bei den Junioren. Der Biomedizintechniker hatte in Finnland seinen Master der Trainingswissenschaften gemacht. Er war Regionaltrainer in Zwickau und bekam die Trainerstelle beim DSC, finanziert vom sächsischen Leichtathletik-Verband. (mit SZ/mw)