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Samstag, 19.03.2016

Zwei Flüchtlinge am Sonntag

Nach Sachsen kommen weniger Menschen. Dennoch hält das Land viele freie Plätze vor.

Dresden. Der 13. März ist zumindest in der Statistik ein besonderer Tag. An dem Sonntag verzeichnete Sachsen die Ankunft von zwei Flüchtlingen. Einen knappen Monat zuvor, am 16. Februar, waren es 244. Das heißt: Bedingt durch die Grenzschließung in Mazedonien kommen weniger Menschen. Zugleich schiebt Sachsen stärker ab – in den ersten beiden Monaten des Jahres betraf das 569 Geflohene, im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 145.

Dennoch hält das Land die Kapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen vorerst aufrecht, wie der Leiter der Stabsstelle Asyl im Innenministerium, Dirk Diedrichs, am Freitag sagte. Von den derzeit rund 18 000 Plätzen in 40 Einrichtungen ist etwa ein Fünftel belegt. Ende Februar lebten 43 515 Asylbewerber in Sachsen, die meisten waren in den Kommunen untergebracht. Anders formuliert: Der Anteil der Flüchtlinge an der Bevölkerung macht etwas mehr als ein Prozent aus. Ende Februar 2015 beherbergte der Freistaat 18 074 Asylbewerber. Mittlerweile haben sich Behörden und Ämter besser auf die Situation eingestellt. Hoffnungen setzt Sachsen auf die vom Bund betriebenen Ankunftszentren in Dresden, Chemnitz und Leipzig. Ihr Aufbau ist fast abgeschlossen. Ziel ist, über die Hälfte der Asylanträge in zwei Tagen zu entscheiden.

Künftig sollen die Bewerber verstärkt mit Bussen dorthin gebracht werden. Bislang war der Transport von den Erstaufnahmeeinrichtungen zu den Außenstellen des Bundesamtes für Flüchtlinge nicht immer leicht zu organisieren. Für Taxifahrten fielen im vergangenen Jahr Kosten von 1,4 Millionen Euro an. Das betraf auch Fahrten zum Arzt. Die dafür zuständige Landesdirektion hatte einen Teil der Kosten unlängst zu niedrig beziffert und entschuldigte sich für das Versehen. (SZ/ale)