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Montag, 17.04.2017

Zustand von Dreijähriger aus Stausee weiter kritisch

Bei einem Kita-Ausflug zur Talsperre gerät eine Dreijährige ins Wasser. Eine Erzieherin rettet das leblose Mädchen, das über Ostern um sein Leben kämpft. Warum sie und ein Junge sich unbemerkt von den Betreuern entfernen konnten, wird noch untersucht.

Von Madeleine Arndt

Das Vorstaubecken des Bautzener Stausees, in das am Donnerstag ein dreijähriges Mädchen aus einer Kindergartengruppe gefallen war.
Das Vorstaubecken des Bautzener Stausees, in das am Donnerstag ein dreijähriges Mädchen aus einer Kindergartengruppe gefallen war.

© dpa

Bautzen. Das bei einem Kita-Ausflug in Bautzen fast ertrunkene dreijährige Mädchen liegt nach wie vor im Koma in der Dresdner Uniklinik und kämpft um sein Leben. Auch fünf Tage nach dem schrecklichen Unglück ist der Zustand der Dreijährigen unverändert kritisch, sagt Polizeisprecher Thomas Knaup.

In der DRK-Kita Findikus, mit über 200 Plätzen eine der größeren in Bautzen, wird der Vorfall intern analysiert. Kreisverbands-Geschäftsführer Peter Mark zeigt sich tief betroffen: „Wir sind alle bestürzt und in Gedanken bei den Eltern, dem Kind und den betroffenen Erzieherinnen.“

Nach SZ-Informationen steht die Erzieherin, die das Kind gerettet hat, noch unter Schock und ist nicht arbeitsfähig. Auch der Junge, der das Drama miterlebt hat, wird derzeit zu Hause betreut. Die Polizei ermittelt. Vor allem geht es um die Frage, ob die drei Erzieherinnen, die mit 40 Kindern unterwegs waren, ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

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Seit dem vergangenen September darf in Sachsen eine Erzieherin für maximal zwölf Kinder zuständig sein, zuvor waren es 13. Laut sächsischem Kultusministerium wäre auf der einen Seite der Schlüssel auch bei Ausflügen einzuhalten, „weil der gesetzlich geregelte Personalschlüssel eine Mindestgröße darstellt“, sagt die Sprecherin Manja Kelch. Auf der anderen Seite befinden sich die Erzieher hier in einer rechtlichen Grauzone. „Es gibt für Ausflüge keine eindeutige gesetzliche Grundlage“, sagt Kelch. Erzieher müssten abhängig von der Kinderzahl und dem Ausflugsort selbst entscheiden. So könnten sie sich auch Eltern oder Praktikanten zur Unterstützung heranziehen. Nach SZ-Informationen waren die Kinder am Donnerstag ausschließlich mit den drei Erzieherinnen unterwegs.