Donnerstag, 15.11.2012

Zugunglück von Bad Lausick - Prozess beginnt

Auffahrunfall am Bahnübergang. Ein Auto landet auf den Schienen. Der heranrasende Regionalexpress kracht in das Auto. 21 Menschen werden verletzt. Heute beginnt die juristische Aufarbeitung.

Bad Lausick/Wurzen. Der mutmaßliche Verursacher eines Zugunglücks bei Bad Lausick mit 21 Verletzten muss sich von heute an vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Fahrer eines Kleintransporters fahrlässige Körperverletzung und fahrlässigen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr vor. Das Strafmaß reicht von einer Geldstrafe bis zu drei Jahren Haft.

Das Unglück ereignete sich am 20. September 2011 an einem Bahnübergang nördlich von Bad Lausick. Der damals 29-Jährige soll mit seinem Transporter das Auto eines 64-Jährigen von hinten gerammt und auf die Schienen geschoben haben. Der Mann konnte sich nur knapp mit Hilfe von Passanten retten. Kurz darauf krachte ein Regionalexpress mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde auf sein Auto. Ein Waggon entgleiste und kippte auf ein Feld. Auch zwei weitere Waggons gerieten aus den Schienen.

Fast 400 Rettungskräfte waren im Einsatz. Die Bahnstrecke war drei Tage gesperrt. Der Schaden wird mit 5,4 Millionen Euro beziffert. Für den Prozess in der Außenstelle Wurzen des Amtsgerichts Grimma ist bisher nur dieser eine Verhandlungstag angesetzt. Ob auch schon ein Urteil gesprochen wird, steht noch nicht fest. (dpa)