Donnerstag, 03.01.2013
Zahlungen für Sachsen LB schon bei einer halben Milliarde Euro
Dresden
. Die Beinahepleite der Landesbank Sachsen kommt den Freistaat weiter teuer zu stehen. Zum Jahresende 2012 erfolgte eine Garantieauszahlung von rund 71 Millionen Euro, teilte das Finanzministerium am Donnerstag in Dresden mit. Sie wurde bei der Sealink Funding Limited fällig. In diese Gesellschaft waren nach dem Notverkauf der Bank 2007 die besonders riskanten Fonds ausgelagert worden. Damit hat Sachsen seit Juni 2009 schon mehr als eine halbe Milliarde Euro an Garantien gezahlt. Insgesamt bürgt das Land mit 2,75 Milliarden Euro.
Riskante Geschäfte hatten die Sachsen LB an den Rand des Ruins gebracht. Sie konnte nur durch einen Notverkauf an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gerettet werden. Im Gegenzug wird der Freistaat bei Ausfällen der riskanten Papiere zur Kasse gebeten. Dafür wurden im Haushalt Rückstellungen gebildet.
Die Turbulenzen um die Sachsen LB hatten auch ein politisches Erdbeben zur Folge. Neben Finanzminister Horst Metz brachten sie später auch Regierungschef Georg Milbradt (beide CDU) zu Fall. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat bisher drei frühere leitende Mitarbeiter sowie drei Ex-Vorstände wegen Beihilfe zur Untreue und unrichtigen Darstellung angeklagt. (dpa)