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Freitag, 03.11.2017

Wolfsabschuss ist vorerst ausgesetzt

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Nach den jüngsten Angriffen eines Wolfs auf eine Schafherde in Laske östlich von Kamenz hatte das sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium am 27. Oktober nach wiederholten Forderungen aus dem Landkreis Bautzen der Jagd auf das Rudel zugestimmt - allerdings unter strengen Auflagen.
Nach den jüngsten Angriffen eines Wolfs auf eine Schafherde in Laske östlich von Kamenz hatte das sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium am 27. Oktober nach wiederholten Forderungen aus dem Landkreis Bautzen der Jagd auf das Rudel zugestimmt - allerdings unter strengen Auflagen.

© dpa

Bautzen/Dresden. Der Protest der Naturschützer gegen den Abschuss eines Wolfes in der Lausitz hat einen ersten Erfolg erzielt. Wie das Verwaltungsgericht Dresden mitteilte, hat die Untere Jagdbehörde im Landkreis Bautzen den Antrag auf die Tötung eines Tieres aus dem Rosenthaler Rudel bis zur Entscheidung des Gerichts ausgesetzt. „Wir prüfen nun, ob die Abschussgenehmigung zu Recht erteilt wurde“, sagte eine Sprecherin am Freitag. Mit einer Entscheidung rechne sie nicht vor kommender Woche.

Die vorläufige Gnadenfrist für den Lausitzer Wolf haben unter anderem Grüne Liga Sachsen und der Verein Wolfsschutz-Deutschland erwirkt. Sie beauftragten die Rechtsanwaltskanzlei Baumann aufgrund von Unklarheiten im Genehmigungsverfahren einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht einzureichen. Nach Ansicht der Kanzlei ist eine Abschussgenehmigung für einen Wolf unter anderem aufgrund bestehender Alternativen wie Vergrämung und Prävention mit dem europäischen Naturschutzrecht unvereinbar. Naturschutzrichtlinien verlangten, dass sämtliche Alternativen vorab ausgeschöpft würden.

Diese Kritik teilen weitere Naturschutzorganisationen. Der NABU führte an, dass zum Beispiel keine Herdenschutzhunde eingesetzt worden sind. NABU-Wolfsexperte Markus Bathen sagte zudem: „In Zeiten von genetischen Proben und Peilsendern als bewährte Mittel zur Überwachung von Wölfen mutet das Vorgehen Sachsens wie eine mittelalterliche Wolfsjagd an.“

Ganz praktischen Wolfsschutz betreiben dagegen Bettina Jung, Bundesvorsitzende der Tierschutzpartei „Ethia“ und andere Freiweillige seit Montag. In Morgen- und Abenddämmerung bewachen sie Weiden rund um Laske östlich von Kamenz, um die Schafe vor weiteren Attacken der Wölfe zu schützen. Das Rosenthaler Rudel war in den vergangenen Monaten bereits mehrfach durch Übergriffe auf Schafsherden aufgefallen.

Jung führt diese Attacken auf mangelhaften Herdenschutz zurück. Sie fordert von den Schäfern Weidemanagement, intakte Zäune und Herdenschutzhunde, von den Politkern Vergrämung durch Gummigeschosse statt Abschuss. „Es wird niemals klappen, ein Einzeltier zu schießen, um die anderen zu verschrecken. Wölfe müssen lernen, dass für sie in Herdennähe Schmerz und Gefahr droht - und zwar durch Gummigeschosse“, sagte sie.

Das Sächsische Umweltministerium (SMUL) hat dagegen erklärt, dass bei den Wolfsübergriffen, die die Entscheidung auslösten, die „Herden vernünftig umzäunt“ und durch stromführende Elektrozäunen und darüber befestigtem Flatterband geschützt gewesen seien. Das Ministerium hatte nach den jüngsten Angriffen des Wolfs auf eine Schafherde am 27. Oktober nach wiederholten Forderungen aus dem Landkreis Bautzen die Jagd auf das Rosenthaler Rudel zugestimmt - allerdings unter strengen Auflagen. So sollte die Abschusserlaubnis zum Beispiel nur bis Ende November gelten. Doch nun beschäftigt der Vierbeiner erst einmal das Verwaltungsgericht - solange herrscht Schonzeit für den Wolf. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 18 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Max

    Grüne Liga, NABU, Tierschutzpartei Ethia und der Verein Wolfsschutz-Deutschland - alles Spinner, die von der Realität auf dem Lande keine Ahnung haben- Die können doch den Herdenschutz persönlich übernehmen. Ich glaube bei den Gestalten hauen die Wölfe auf nimmer Wiedersehen ab. Wer bezhalt eigentlich den Eilantrag und die Gerichtskosten? Vermutlich wie immer - der Steuerzahler!

  2. Kuwe Weber

    Ich bleibe dabei. Hier hilft nur ziviler Ungehorsam der Betroffenen.

  3. nonmigrant

    Genau. Ziviler Ungehorsam der Betroffenen. Jagdeinrichtungen zerstören? Schafe befreien? Die Jagdausübung sabotieren? Was hätten Sie denn gern in Ihrem Revier Herr Weber?

  4. ole

    @1: Da Sie immer von der Ahnung von der Realität auf dem Lande in diesem Zusammenhang sprechen: Können Sie mal erklären, was Sie damit meinen, ob diese Ahnung auf Leute vom Land beschränkt ist und ob Sie selbst über diese Ahnung verfügen. Auch schön wäre es zu wissen, ob es nur eine Ahnung von der Realität auf dem Lande gibt, oder auch Leute vom Lande anderer Meinung zum Problem mit dem bösen Wolf sind.

  5. Ehrlich gesagt

    Die ERSTE sinnvolle Aktion dieser Grünen Liga seit 25 Jahren. Bisher ist dieser Verein nur mit sinnlos-Klagen gegen Infrastrukturprojehte aufgefallen. Wer Angst vorm "Bösen Wolf" hat sollte sich kein Rotes Käppchen aufsetzen und nicht mit einem Körbchen mit Wein und Kuchen in den Wald gehen. Schafherden schützt man sinnvollerweise mit Hunden und nicht mit Baustellen-Absperrbändchen, die schon der Wind wegweht. Wer das nicht begreifen will, sollte die Viehzucht einstellen. Wären die Menschen schon immer so schisssig veranlagt gewesen, gäbe es heute auch keine Hunde. Aber BÖSE "Menschen" mögen die ja auch nicht.

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