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Dienstag, 05.01.2016

Woher kommen die Ludwigsdorfer Wölfe?

Nachdem zwei Rehe gerissen wurden, rätseln auch die Mitarbeiter vom Wolfsbüro, welches Rudel das gewesen sein könnte. Sie haben drei Theorien.

Von Daniela Pfeiffer

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Welche Wölfe streifen durch Ludwigsdorf? Die Wolfsforscher wissen es selbst noch nicht genau.
Welche Wölfe streifen durch Ludwigsdorf? Die Wolfsforscher wissen es selbst noch nicht genau.

© Nabu/S. Zibolsky

Ludwigsdorf. Nun hat also auch Ludwigsdorf „seine“ Wölfe. Zwei Rehe haben sie in der vergangenen Woche gerissen. Beide Kadaver wurden in der Nähe des früheren Kalkwerkes gefunden. Eine Mitarbeiterin des Lupus-Institutes für Wolfsmonitoring und -forschung habe sich die Kadaver und Spuren vor Ort angeschaut und die Überreste mitgenommen. Das berichtet Vanessa Ludwig vom Wolfsbüro in Rietschen. Demnach gelte es schon als sehr sicher, dass die Rehe durch Wölfe zu Tode kamen. Bis das bewiesen werden kann, werden aber wohl noch Monate vergehen. Denn anders als in solchen Fällen üblich, werden die Bisslöcher nicht untersucht, sondern diese beiden Kadaver sollen zu Schulungszwecken verwendet werden. Es wurden aber genetische Proben genommen, anhand derer sich auch nachweisen lässt, ob es Wölfe waren. Doch auch deren Auswertung dauert, informiert Vanessa Ludwig.

Die spannende Frage für die Wolfsexperten ist, welche Wölfe für die Risse verantwortlich sind. Naheliegend sei, dass es das Nieskyer Rudel war, dessen Territorium mit 29 Kilometer sehr lang ist, sich bis in die Königshainer Berge erstreckt. Allerdings vermuten die Forscher, dass sich in den Königshainer Berge schon „etwas Neues“ etabliert haben könnte. Denn im Sommer 2015 hatte man hier einen toten Wolfswelpen gefunden, der genetisch nicht zum Nieskyer Rudel passte.

Und eine dritte Möglichkeit könne man auch nicht ausschließen: Ein polnisches Wolfsrudel. „In der Gegend um den Biehainer Forst und Rothenburg haben wir das Ruszower Rudel“, sagt Vanessa Ludwig. „Wir wissen noch nicht, wie weit dieses sich nach Norden und Süden vorwagt.“ Die Gegend südlich der Autobahn sei momentan sehr spannend, weil man noch nicht genau wisse, was Sache ist. Umso wertvoller sei jeder Hinweis aus der Bevölkerung. Vor allem jetzt im Winter, weil die Spurenlage bei Schnee optimal sei.

„Wenn es uns zeitnah gemeldet wird, können wir die Spuren noch ausmessen, ihnen nachgehen, finden vielleicht Urin oder Kot, können genetische Proben machen“, sagt Vanessa Ludwig. Auch der Ludwigsdorfer Bevölkerung will sie mit auf den Weg geben: „Man muss wirklich keine Angst haben. Der Wolf geht dem Menschen aus dem Weg.“ Ist ein Hund dabei, kann die Situation dann brenzlig werden, wenn der Hund die Wolfsfährte aufnimmt und sich die Tiere dann begegnen. Aber das sei in 20 Jahren Wolfsvorkommen in der Lausitz erst einmal geschehen. „Es ist immer besser, den Hund bei Waldspaziergängen anzuleinen. Es sei denn, er hört aufs Wort.“

Leser-Kommentare

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Insgesamt 11 Kommentare

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  1. peter michael

    Ja man staunt was es so alles gibt Wolfsinstitute ect ,sind die privat oder bezahlt der Steuerzahler wieder alles. Was nun die Wölfe betrifft so sind diese Raubtiere für sächsische kleine Wälder ungeeignet wenn sie Mangel an Jagdmöglichkeiten haben können sie auch mehr in die Nähe von Ortschaften kommen. u.das kann gefährlich sein . Für solche Raubtiere sind die Karpatenregion ect das richtige Revier. Ich finde es bescheuert zu behaupten das es toll ist das es in Sachsens Wäldern wieder Wölfe gibt,hier waren sie mal ausgestorben u. das war gut so.

  2. Oswin

    Wir brauchen noch viel mehr voll beamtene Wolfsrudeltheoretiker. Wir wissen bislang noch viel zu wenig über die Ethik der Wölfe. Günstig wäre, wenn wir Landesmittel zusammen mit EU-Fördermitteltöpfen für die Wölfe auf den Weg bringen könnten. Dann könnte man auch gleich mal Bionahrung für die Wölfe auslegen. Die von den Wölfen erlegten Tiere sind doch bislang nicht aus dem Gut Podemus. Wie sollen denn da die Wolfskinder biologisch ernährt werden. Mit diesem Technofood werden die lieben Kleinen doch lebenslang geschädigt bleiben. Fazit: Haben wir denn keine anderen Sorgen? HÄÄÄ: Herr lass Hirn regnen.

  3. Saali

    Also ich finde es gut, denn die Jäger kommen beim Wildbestand kaum hinterher was das dezimieren angeht, 2 Rehe die keinem vors Auto rennen. Das ist der natürliche Weg den Arten Haushalt im Gleichgewicht zu halten. Ironie an: Ausserdem so ein richtiger Kampf Mann gegen Wolf hat noch keinem geschadet. :Ironie aus

  4. Hmm

    Und wieso muss Wild geschossen werden? Weil es sonst viele Kulturlandschaften Sachsens schädigt bzw. gefährdet. Dieses Wild hat aber keine natürlichen Feinde mehr, weil der Mensch vor etlich vielen Jahren dafür gesorgt hat, diese komplett auszurotten. Es gibt sehr wohl Gebiete in Sachsen, in denen Wölfe genügend Raum und Nahrung vorfinden. Und die Mär vom Wolf in Siedlungen ist sowieso der größte Hubug ever. Die Tiere sind extrem scheu und müssen schon sehr krank sein, damit sie diese Menschenscheu überwinden können. Dass Jäger und einige Landwirte jedoch eine starke Lobby gegen Wölfe aufbieten, ist mir auch bekannt.

  5. Piff Paff!

    In den letzten 1 bis 2 Jahren wiederholt Rudel von zwanzig und mehr Rehen in der Nassau zwischen Meißen und Niederau gesehen - her mit dem Wolf!

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