Sonntag, 23.12.2012

Winter macht Weihnachten Pause

Der Wechsel von Frost zu Regen und Plusgraden trübt seit dem vierten Adventswochenende die Weihnachtsstimmung in Sachsen. In einigen Regionen behinderte zuvor noch Glatteis den Verkehr.

Vielerorts machte Glatteis den Autofahrern zu schaffen. Foto: dpa
Vielerorts machte Glatteis den Autofahrern zu schaffen. Foto: dpa

Dresden/Leipzig Von Schnee zu Regen: Ausläufer von Tief «Petra» haben am Wochenende in Sachsen stellenweise Behinderungen im Verkehr verursacht. Wegen überfrierender Nässe kam es am Samstag in einigen Teilen des Freistaates zu zahlreichen Unfällen, die meist glimpflich ausgingen - mit Blechschäden. Betroffen waren vor allem die Autobahnen A14 und A38 bei Leipzig und Döbeln. Am vierten Advent war es dann «wider Erwarten» ruhig. «Keine Probleme, keine Sperrungen», sagte eine Polizeisprecher.

Am Samstag registrierte der Verkehrswarndienst insgesamt 289 Unfälle. Zwei Menschen starben, 35 wurden verletzt. Schnee und Regen hatten vor allem im Nordwesten und Osten viele Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. «Die Zahl der Unfälle hielt sich aber in Grenzen, es gab meist Blechschäden», sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Westsachsen.

Ein großes Chaos in und um die Großstädte blieb aus. In Werdau (Landkreis Zwickau) wurde eine 85 Jahre alte Fußgängerin von einem Auto angefahren und tödlich verletzt. Sie wollte unmittelbar nach einer Fußgänger-Ampel die Straße überqueren, als der Wagen sie erfasste. Ob die Frau bei Rot auf die Fahrbahn gelaufen ist, war zunächst nicht klar.

Der Deutsche Wetterdienst in Leipzig hatte mehrfach vor Glatteis gewarnt und die Menschen in verschiedenen Regionen aufgefordert, auf Autofahrten zu verzichten und möglichst zu Hause zu bleiben. Ein Laster blockierte am Samstag die Bundesstraße 182 in Cavertitz bei Torgau. Er war in einer Kurve umgekippt, die Bergung zog sich hin. Bei Leisnig (Mittelsachsen) kam ein Radfahrer (32) beim Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Auto ums Leben.

Bis Sonntagnachmittag waren die Niederschläge bei Temperaturen bis 9 Grad nahezu landesweit in Regen übergegangen. Nur im Oberen Elbtal, den Kammlagen des Erzgebirges und im äußersten Osten gab es noch Glättegefahr, sagte Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig.

Obwohl es in den Bergen stellenweise ein paar Zentimeter Neuschnee gab, herrschte auch in Höhenlagen bald wieder Tauwetter. Auch auf dem Fichtelberg schmolz der Schnee dahin - und mit ihm die guten Wintersportbedingungen. Hochwassergefahr an Sachsens Flüssen besteht derzeit laut den zuständigen Behörden nicht.

«Es wird matschig und mild», sagte Engelmann zu den Weihnachtsaussichten. Der Winter mache im Flachland länger Pause. «Er kommt bestimmt nochmal zurück, aber in diesem Jahr wohl nicht mehr.» Nur im Gebirge könne es ab Mitte nächster Woche wieder schneien. Zumindest der Regen zieht am Montag ab, tagsüber kann sogar die Sonne mal durch die Wolken scheinen. Mit 9 bis 13 Grad werde es sehr mild. Zur Bescherung am Heiligabend braucht der Weihnachtsmann nach Angaben des Wetterexperten diesmal keinen Schlitten. «Fast schon eher eine kurze Hose.» (dpa)

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