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Freitag, 08.01.2016

Winter gibt Stelldichein

Der Erzgebirgskamm ist weiß. Wintersportler freuen sich – und Autofahrer kommen klar.

Von Regine Schlesinger

Endlich Winterspaß

Gleich eine ganze Schneemannfamilie hat Justus, zwei Jahre alt und aus Dresden, unweit des Altenberger Skihangs gebaut. Er besuchte zusammen mit seinen Großeltern die zauberhafte Winterwelt auf dem Erzgebirgskamm.
Gleich eine ganze Schneemannfamilie hat Justus, zwei Jahre alt und aus Dresden, unweit des Altenberger Skihangs gebaut. Er besuchte zusammen mit seinen Großeltern die zauberhafte Winterwelt auf dem Erzgebirgskamm.

© Frank Baldauf

Osterzgebirge. Während über dem Altenberger Skihang am Donnerstag zumindest am Vormittag die Sonne schien und den Spaß für die Wintersportler perfekt machte, zog wenige Kilometer weiter in Zinnwald immer wieder Nebel auf. Wetterbeobachter Norbert Märcz konnte von der Wetterstation aus daher nur hin und wieder ein kleines Fetzchen blauen Himmels entdecken.

Endlich Winterspaß

Die Schneedecke ist auch in Zinnwald erst wenige Zentimeter dick – anders vor einem Jahr. Da wurden am 7. Januar immerhin 33 Zentimeter Schneehöhe gemessen. Nicht ganz so viel, aber wenigstens ein bisschen mehr Schnee könnte inzwischen liegen. Für die Nacht zum Freitag rechnete der Wetterbeoachter mit Neuschnee auf dem Erzgebirgskamm. Bislang war aufgrund der geringen Schneehöhe der Skilanglauf im Kahleberggebiet nur eingeschränkt möglich. Wie das Altenberger Tourist-Info-Büro vermeldet, konnten bis Donnerstag bei einer Schneehöhe von vier Zentimetern die Schneise K-Flügel, die Schneisen 30 und 31, der I-Flügel sowie der Moorweg platt gefahren werden. Zum Spuren hatte es noch nicht gereicht.

Kunstschnee hält

Wie geht es weiter? „Das nächste Wochenende wird wieder spannend. Da könnten es auch in Altenberg wieder etwas über null Grad werden“, sagt Norbert Märcz. Dem Kunstschnee auf dem Skihang dürfte das allerdings nicht viel anhaben. Die Liftanlage in Altenberg ist am Freitag sowie am Sonnabend von 10 bis 22 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Altenberg rechnet fürs Wochenende mit vielen Wintersportlern, denn erstmals in dieser Saison werden am Sonnabend und am Sonntag die Wintersportexpress-Züge der Städtebahn Sachsen zwischen Dresden und Altenberg fahren. In Richtung Altenberg starten die Züge an beiden Tagen um 8.05 und um 10.05 Uhr ab Dresden Hauptbahnhof. Zurück geht es um 15.18 und 17.18 Uhr. Die regulären Züge der Linie SB 72 verkehren wie gewohnt im Zwei-Stunden-Takt zwischen Heidenau und Altenberg.

Für die kommende Woche sei keine nachhaltige Erwärmung zu erwarten, sagt Wetterbeobachter Märcz. Stattdessen ist im Laufe der Woche wieder mit sinkenden Temperaturen zu rechnen. Auch das war im vorigen Jahr anders. Da wurde es Mitte Januar warm, sodass am 14. Januar der ganze Schnee wieder weg war. Erst Ende Januar schneite es erneut richtig. Bis Mitte Februar konnte die Schneedecke in Zinnwald auf knapp 60 Zentimeter anwachsen.

Winterdienst hat alles im Griff

Was die Wintersportler freut, beschert dem Winterdienst Arbeit. Momentan kann der Landkreis aber vermelden: alles im grünen Bereich. „Die Straßenverhältnisse sind für diese Jahreszeit ja nicht ungewöhnlich. Es gab und gibt keine außergewöhnlichen Vorkommnisse oder Probleme“, so Sprecherin Karin Kerber.

Dennoch waren die Mitarbeiter bei Minustemperaturen, leichtem Schneefall, örtlich überfrierender Nässe und begrenzten dichten Nebelfeldern gefordert: Die vier Straßenmeistereien in Altenberg, Dohma, Freital und Langburkersdorf waren mit insgesamt 31 Winterdienstfahrzeugen und 33 Mitarbeitern seit 0 Uhr bzw. 4 Uhr im Einsatz. In Altenberg fährt man derzeit einen Drei-Schichtbetrieb über 24 Stunden, sonst Zwei-Schichtbetrieb von 4 bis 22 Uhr. Das Räumen läuft gestaffelt ab – kritische Lagen und Strecken mit hoher Verkehrsbedeutung sind zuerst dran. Die meisten Autofahrer sind offenbar auf die Situation eingestellt. Die Polizei registrierte bis zum Mittag nur zwölf Verkehrsunfälle im Landkreis und damit deutlich weniger als an „normalen“ Tagen. (mit SZ/wei)