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Montag, 07.01.2013

Wildgehege will wieder Elche züchten

Den Nachwende-Besucherrekord des Vorjahres konnte die Einrichtung 2012 nicht erneut erreichen. Beim weiteren Umbau der Anlage gibt es jetzt unverhofft ein Problem.

Von Sven Görner

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Dieser Mini-Elch war im Jahr 2010 die letzte erfolgreiche Aufzucht der Großhirsche im Wildgehege Moritzburg. Derzeit gibt es nur zwei männliche Tiere. Doch auch beim Wappentier der Einrichtung soll es wieder Nachwuchs geben.Fotos: SZ/Sven Görner (2)
Dieser Mini-Elch war im Jahr 2010 die letzte erfolgreiche Aufzucht der Großhirsche im Wildgehege Moritzburg. Derzeit gibt es nur zwei männliche Tiere. Doch auch beim Wappentier der Einrichtung soll es wieder Nachwuchs geben.Fotos: SZ/Sven Görner (2)
  • Dieser Mini-Elch war im Jahr 2010 die letzte erfolgreiche Aufzucht der Großhirsche im Wildgehege Moritzburg. Derzeit gibt es nur zwei männliche Tiere. Doch auch beim Wappentier der Einrichtung soll es wieder Nachwuchs geben.Fotos: SZ/Sven Görner (2)
    Dieser Mini-Elch war im Jahr 2010 die letzte erfolgreiche Aufzucht der Großhirsche im Wildgehege Moritzburg. Derzeit gibt es nur zwei männliche Tiere. Doch auch beim Wappentier der Einrichtung soll es wieder Nachwuchs geben.Fotos: SZ/Sven Görner (2)
  • Cheftierpfleger Florian Hanisch mit einem der Moritzburger Waschbären in der neuen Anlage für die Kleinbären. Gebaut und gestaltet haben sie die Produktionsschule Moritzburg und die Tierpfleger.
    Cheftierpfleger Florian Hanisch mit einem der Moritzburger Waschbären in der neuen Anlage für die Kleinbären. Gebaut und gestaltet haben sie die Produktionsschule Moritzburg und die Tierpfleger.

Die Moritzburger Elche sollen ihrer Rolle als Wappentier des Wildgeheges wieder besser gerecht werden. In den vergangenen Jahren waren die großen Hirsche etwas von den in der Einrichtung geborenen Wölfen und dem reichlichen Luchs-Nachwuchs in den Schatten gestellt worden. Hinzu kam Pech mit den Jungtieren. Das 2011 geborene Elchkalb überlebte nicht, weil seine Mutter eingeschläfert werden musste. Sie war in Panik über den Zaun des Gatters gesprungen und hatte sich dabei schwer verletzt. Die Ursache für diese Verhalten ist bis heute nicht geklärt.

Rüdiger Juffa, der Leiter des Wildgeheges, wollte die traditionsreiche Zucht daraufhin eigentlich einstellen und nur noch zwei männliche Tiere halten. Inzwischen können die Besucher aber wieder auf neue Elchbabys hoffen. „Ich bemühe mich intensiv um ein neues weibliches Jungtier“, sagt er. Das sei allerdings nicht so einfach. „Nahezu alle Tiere, die man in hiesigen Tiergärten bekommt, sind genetisch mit den unseren verwandt.“ Juffa will den Neustart nutzen, um frisches Blut in die Zuchtlinie zu bringen. „Ideal wäre ein Tier aus Skandinavien. Das ist aber sehr teuer.“ Nun hofft der Gehegechef auf Kontakte, die zu tschechischen Forstleuten geknüpft wurden. „Bekommen wir von dort ein Elchkalb aus dem Vorjahr und geht alles gut, könnte es im nächsten Jahr wieder Nachwuchs geben.“ Ein neuer Unterstand am Futterplatz der Tiere wurde jedenfalls schon mal gebaut.

Im zu Ende gegangenen Jahr sahen sich 155 000 kleine und große Besucher das Wildgehege an. Juffa hatte trotz der verregneten Juniwochenenden noch zu Herbstbeginn gehofft, wieder ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2012 zu erreichen. Da konnte die zum Forstbezirk Dresden gehörende Einrichtung mit 181 000 Gästen einen neuen Nachwende-Besucherrekord verzeichnen. „Doch die eigentlich besucherstarken Monate Oktober und November waren diesmal ein totaler Reinfall“, sagt Juffa.

Dennoch ist der Gehegeleiter nicht ganz unzufrieden mit dem erreichten Ergebnis. Denn dank der zu Jahresbeginn 2012 erfolgten Anhebung der Eintrittspreise – für Erwachsene um einen auf vier Euro und für Kindern auf zwei statt vorher einen Euro fünfzig – steht bei der Kasse ein Plus von 50 000 Euro zu Buche.

Positiv habe sich erneut ausgewirkt, dass das Gehege in den vergangenen Jahren zahlreiche Partner mit ins Boot geholt habe: vom Hochseilgarten über den Falkner bis hin zur Erlebnisgastronomie. „Diese Einnahmen tragen mit dazu bei, dass wir die Kosten für den laufenden Betrieb komplett selbst erwirtschaften.“

Zuschüsse des Staatsbetriebes Sachsenforst würden daher ausschließlich für Investitionen benötigt. So konnte im vergangenen Jahr die neue Einzäunung bei den Wildschweinen fertiggestellt werden, die vor allem Kindern einen besseren Blick auf die Tiere ermöglicht. Das trifft auch auf die neue Waschbärenanlage zu. Die Mini-Schweine bekamen ebenfalls eine neue Behausung. Seit dem Herbst gibt es zudem ein großes Streichelgehege mit Sikawild. Begonnen wurden durch die Produktionsschule Moritzburg die Arbeiten für ein neues Nutriagehege. „Das wird in diesem Jahr fertig“, sagt Juffa. Geplant ist auch der Umzug des Weißen Rotwildes. Das soll ein trockeneres Gehege unterhalb des Hochseilgartens bekommen.

Dort hat Cheftierpfleger Florian Hanisch mit dem Einrichten eines Waldpädagogik-Lehrpfades begonnen. Juffa: „Diesen wichtigen Teil unserer Arbeit werden wir weiter ausbauen.“ Schwerpunkt ist der Wolf. Erneut verteidigt hat das Wildgehege 2012 das Servicequalitäts-Siegel.

Während das Ziegengehege – sobald es das Wetter zulässt – durch einige Umbauarbeiten verbessert werden soll, steht ein großes Vorhaben derzeit offenbar noch auf der Kippe: Der Bau eines zusätzlichen Toiletten- und Imbissgebäudes. „Nachdem das Vorhaben abgesprochen war und im Vorjahr alle Leitungen verlegt wurden, hat jetzt die Denkmalbehörde Einwände“, sagt Juffa. Diese Woche soll nun voraussichtlich eine Entscheidung fallen. „Bekommen wir grünes Licht, wird der Sachsenforst sicher auch das Geld bereitstellen.“ Gebaut werden soll auf dem Platz zwischen Rotwild, Elch und Nutrias.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Andreas Grafe

    Es ist ja ganz putzig, immer wieder Fotos vom Minischwein und noch öfters vom "Cheftierpfleger" Florian Hansich zu sehen. Aber zum wievielten Male schon??? Zum 555.? Welchen Protegè hat denn der "Cheftierpfleger", dass er immer und immer und immer wieder in der Zeitung zu sehen ist? Es gibt doch sicher noch andere Motive, wenn es denn das Wildgehege sein muss.

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