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Mittwoch, 11.03.2009

Weniger Privatpleiten in Sachsen

Erstmals seit 2003 sinkt die Zahl der Privatinsolvenzen, durchschnittliche Schuldenlast liegt bei 100.000 Euro. Leider wird es 2009 wieder mehr Pleiten geben.

Dresden/Kamenz. Für viele ist sie der letzte Ausweg aus der Schuldenfalle: die Privatinsolvenz. Sie ermöglicht Verbrauchern nach sechsjähriger Wohlverhaltensphase die Schuldenfreiheit. Erstmals seit 2003 meldeten im vergangenen Jahr wieder weniger Sachsen ihre Zahlungsunfähigkeit an. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes in Kamenz hervor. Die Zahl der privaten Insolvenzen sank um 699 auf 4552 Verfahren. Das ist ein Rückgang von reichlich 13 Prozent. Bundesweit sank sie um sieben Prozent und lag damit erstmals seit Einführung einer neuen Insolvenzordnung vor zehn Jahren wieder unter dem Vorjahreswert.

Die eigene Finanzkraft werde von vielen inzwischen realistischer eingeschätzt, vermutet der Dresdner Insolvenzverwalter Helgi Heumann als Grund für den positiven Trend. Dabei sei die Schuldengrenze individuell unterschiedlich hoch, beginne bei Geringverdienern schon bei wenigen Tausend Euro. Gläubiger meldeten durchschnittlich 102000 Euro Forderungen je Person in Privatinsolvenz an. Schulden entstehen laut einer Studie der Technischen Universität Chemnitz sehr oft bei Banken, Telefonanbietern und Vermietern.

Der Rückgang wird jedoch nur von kurzer Dauer sein. Schon im Dezember gab es in Deutschland wieder mehr Privat- und Firmeninsolvenzen. In Sachsen lag die Zahl der Privatinsolvenzen 0,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats; die Zahl der Firmenpleiten mehr als elf Prozent darüber. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform erwartet 2009 bundesweit einen sprunghaften Anstieg der Privatinsolvenzen: von rund 98000 auf bis zu 145000. (mit dpa, AP)