erweiterte Suche
Mittwoch, 30.11.2016

Weißeritztalbahn fährt 2017 wieder bis Kipsdorf

Jetzt rollen doch zwei Züge am Tag bis zur Endstation. Das hat aber auch andere Konsequenzen.

Am Dienstag ist der erste Bauzug mit Diesellok in den Bahnhof Kipsdorf eingefahren. Geladen hatte er Schotter für das Gleisbett. Die Lok fuhr Matthias Kleimann. Für ihn war es ein besonderes Erlebnis. Denn am 12. August 2002 stand er in Freital als Heizer der Dampflok bereit, die wegen der Flut nicht mehr nach Kipsdorf fuhr.
Am Dienstag ist der erste Bauzug mit Diesellok in den Bahnhof Kipsdorf eingefahren. Geladen hatte er Schotter für das Gleisbett. Die Lok fuhr Matthias Kleimann. Für ihn war es ein besonderes Erlebnis. Denn am 12. August 2002 stand er in Freital als Heizer der Dampflok bereit, die wegen der Flut nicht mehr nach Kipsdorf fuhr.

© Egbert Kamprath

Kipsdorf. Der erste Arbeitszug mit drei Schotterwagen ist am Dienstag in den Bahnhof Kipsdorf eingefahren. Ihm werden in Zukunft, wenn die Züge im Weißeritztal wieder regulär bis Kipsdorf dampfen, täglich zwei Züge folgen, einer vormittags und einer am Nachmittag. Das sieht der neue Vertrag vor, den der Verkehrsverbund Oberelbe mit der Sächsischen Dampfeisenbahn abschließen will. Die Verbandsversammlung hat das am Mittwoch so beschlossen. Dabei wurde auch ein Fahrplanentwurf vorgestellt. Demnach fahren in Freital um 9.25 Uhr und 15.42 Uhr täglich ein Zug nach Kipsdorf ab und um 13.22 einer bis Dippoldiswalde. Das klingt aber besser als es ist. Denn die Fahrten bis Kipsdorf sind nicht zusätzlich, sondern dafür fallen auf dem unteren Streckenabschnitt bis Dippoldiswalde zwei Fahrten weg, eine am Morgen und eine am Nachmittag. Weiterhin wird in der Regel nur ein Zug auf der Strecke im Einsatz sein. Der fährt jetzt fünfmal am Tag in Freital los nach Dippoldiswalde, nach Eröffnung des neuen Abschnitts nur noch dreimal. An zwölf Tagen im Jahr wird ein zweiter Zug eingesetzt. Zu diesen Terminen sind sechs Fahrten im Angebot. Dies ist zu Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, zum Schmalspurbahnfestival im Juli und zum Kleinbahnadvent vorgesehen.

Umfrage: Wie sehen Sie den neuen Fahrplan?

Unterm Strich verringert sich damit das Angebot auf der Bahnstrecke. Bisher werden dort im Jahr 65 700 Fahrplankilometer zurückgelegt. Mit dem neuen Plan werden davon noch 50 912 bleiben. Das begründet Roland Richter, der Geschäftsführer der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft damit, dass sein Unternehmen zusätzlichen Aufwand für den Unterhalt der Strecke zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf hat. Seine Mitarbeiter haben Mehrarbeit mit Grünschnitt, dem Zurückschneiden von Bäumen, Unkrautbekämpfung oder dem Absichern der Strecke. Der Zuschuss, den die Dampfeisenbahngesellschaft vom Verkehrsverbund bekommt, steigt zwar von 4,22 Millionen Euro im Jahr auf 4,27 Millionen. Das gleicht aber die Mehrkosten durch den oberen Bauabschnitt ab Dipps nicht aus. Deswegen wird das, was neu angeboten wird, woanders eingespart.

Außerdem befürchten die Bahnbetreiber einen Rückgang der Fahrgastzahlen. Auf dem attraktiveren Teil der Strecke durch den Rabenauer Grund und an der Talsperre Malter entlang fahren künftig ja weniger Züge und es ist fraglich, ob das mit einer Zunahme auf dem oberen Abschnitt ausgeglichen werden kann. Der führt in wesentlichen Teilen direkt an der B 170 entlang, bietet also weniger landschaftliche Reize.

Daher gibt der Verkehrsverbund der Dampfeisenbahngesellschaft einen Ausgleich, falls die Fahrgeldeinnahmen sinken. Für die Jahre 2017 bis 2019 garantiert der Verbund die Einnahmen, mit denen auf der Bahn bisher schon kalkuliert worden ist. Details werden Verkehrsverbund und Dampfeisenbahngesellschaft noch aushandeln. Aber hier ist eine Summe von bis zu 100 000 Euro im Gespräch,

Bis im kommenden Frühjahr die ersten Züge fahren können, haben die Verkehrspolitiker also noch ein Stück Arbeit vor sich. Die Eckdaten stehen jetzt fest, aber um die Einzelheiten wird weiter gefeilscht.