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Mittwoch, 22.10.2008

Von Weizsäcker unterstützt Dresdner Demo gegen Rechtsextremismus

Eine Dresdner Initiative will mit einer bundesweiten Aktion die jährlichen Neonazi-Umzüge in Sachsens Landeshauptstadt friedlich stoppen.

Von Alexander Schneider

Dresden. In Dresden formiert sich Widerstand gegen den Aufmarsch von Rechtsextremisten, die sich in jedem Jahr zum Gedenktag der Zerstörung der Stadt am 13. Februar 1945 versammeln.

Seit gestern ruft ein breites Bündnis unter dem Motto „GehDenken“ auf zu einer friedlichen, bürgerlichen Demonstration am 14. Februar 2009 in der Innenstadt. Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs, „Rechtsextreme nicht ungehindert durch Dresden marschieren zu lassen“, gehört auch Altbundespräsident Richard von Weizsäcker (CDU), wie das Vorbereitungsbündnis aus Vertretern von Gewerkschaften und Initiativen gegen Rechts gestern in Dresden mitteilte. Weitere Unterzeichner sind die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, SPD-Bundeschef Franz Müntefering, Sachsens SPD-Chef und Vize-Ministerpräsident Thomas Jurk, die Bundestagsfraktionschefs Gregor Gysi (Linke) und Renate Künast (Grüne), Sachsen-Anhalts Ex-Ministerpräsident Reinhard Höppner (SPD), die Schauspielerin Iris Berben und Musiker Smudo von den Fantastischen Vier. Auch die Dresdner Hotelchefs Johannes Lohmeyer und Dirk Gruhn sind dabei.

„Zur Unterstützung eingeladen sind alle, die den Nazi-Aufmarsch friedlich und entschlossen stoppen wollen“, sagte Mitorganisator und DGB-Regionalchef Ralf Hron. Im Aufruf wird darauf hingewiesen, dass der rechtsextreme Aufmarsch sich in den vergangenen Jahren zum „größten, regelmäßig stattfindenden Treffen von Alt- und Neonazis jeder Couleur in Europa“ entwickelt habe. Deshalb brauche Dresden bundesweite Unterstützung. 2009 würden NPD und Kameradschaften versuchen, den Aufmarsch als Auftakt für das Superwahljahr zu nutzen.

„Ich unterstütze die Demo weniger wegen der letzten Angriffe von Rechtsextremen, sondern aufgrund meines Verständnisses von Demokratie und Menschenwürde“, sagte Peter Meis, Dresdner Superintendent der evangelischen Kirche.

CDU lehnt Beteiligung ab

Auf Parteienseite reicht die Unterstützung von der FDP bis zur Linkspartei. Einzig die CDU fehlt. „Wir wollen weder rechten noch linken Chaoten eine Bühne bieten“, sagte Dresdens CDU-Sprecher Andreas Baumann auf SZ-Anfrage.

Die Veranstalter lassen sich dadurch nicht bremsen und planen weiter. Sogar ein großes Open-Air-Konzert am 14. Februar 2009 sei denkbar.