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Donnerstag, 31.12.2015

Verirrte Tiere und vergessene Rentner

Autounfälle, Einbrüche und Überfälle sind Tagesgeschäft für die sächsische Polizei. Manche Einsätze sorgen aber auch für amüsante Abwechslung.

Unter #DDrosseLive twitterte die Dresdner Polizei Anfang Mai über ihre Arbeit. Auf insgesamt 57 tweets wurden Einblicke in den Polizeialltag einer ganz normalen Spätschicht gegeben – hier nach einem Fahrradunfall. Mit der Aktion fand man immerhin 500 neuer Follower.
Unter #DDrosseLive twitterte die Dresdner Polizei Anfang Mai über ihre Arbeit. Auf insgesamt 57 tweets wurden Einblicke in den Polizeialltag einer ganz normalen Spätschicht gegeben – hier nach einem Fahrradunfall. Mit der Aktion fand man immerhin 500 neuer Follower.

© Roland Halkasch

Dresden. Schwäne auf Autobahn und ein vergessener Rentner: Kuriose Fälle sorgten 2015 in sächsischen Polizeirevieren für Abwechslung im Alltagsgeschäft zwischen Einbrüchen, Unfällen und Diebstählen. Die Palette reicht von einem herrenlosen Sparstrumpf über einen Stier als Verkehrshindernis bis zum kostümierten Krieger. Häufig mussten Beamte entlaufene und verirrte Tiere einfangen. So machte sich im Oktober eine Kuhherde bei Priestewitz auf den Weg nach Großenhain, im Januar stand ein schwarzer Stier in Mittweida. Er überlebte den nächtlichen Zusammenstoß mit einem Pkw nicht.

Mit einem „schlecht gelaunten“ Bullen aus dem Tierpark waren Beamte im September in Klingenthal (Vogtland) konfrontiert, im Oktober befreiten Polizisten in Werdau (Westsachsen) einen eingeklemmten Rehbock. Auch eine Schwanenfamilie, die sich Ende Mai bei Flöha auf die Autobahn verirrt hatte, verdankt ihr Überleben zwei Beamten, die mit einem Loch im Wildzaun den Rückweg zum Teich freimachten. Eine Streife der Bundespolizei packte Mitte September am Grenzübergang Ludwigsdorf eine ausgesetzte Regenbogen-Boa kurzerhand in einen Koffer und brachte sie ins Senckenberg-Museum.

Anfang Februar retteten Autobahnpolizisten einer Thüringer Familie die Skiferien. Sie hatte auf der A4 ihren Skiträger vom Wagen und damit die gesamte Ausrüstung verloren. Die Streife konnte die Ladung nach einem Notruf des Vaters mitten im Verkehr bergen und der Familie übergeben. Ein 71-Jähriger aus Bautzen musste länger auf Abholung warten. Seine Frau und die Reisegruppe hatten ihn nach einem Zwischenstopp in Nürnberg (Bayern) an der Raststätte vergessen – und noch gar nicht vermisst, als die Polizei den Busfahrer informierte.

Beschäftigt waren Ordnungshüter in Mittweida mit einem spielsüchtigen Dieb, der unbedingt ins Gefängnis wollte, „damit das aufhört“. Sie rieten ihm stattdessen zu einem Arzt. Kollegen in der Lausitz fahndeten im Mai nach den Dieben von 2 000 Schokoladetafeln. Andere mussten im Juli einen Lkw-Fahrer zur Weiterfahrt bis zum Parkplatz überreden. Er hatte das Fahrzeug mit Ablauf seiner Lenkzeit einfach auf der Standspur der Autobahn abgestellt.

Bundespolizisten retteten werdenden Eltern im Mai in Chemnitz die „Familienkutsche“, die ihnen während der Entbindung des Nachwuchses gestohlen worden war. Der frischgebackene Vater hatte das noch gar nicht bemerkt, als die Beamten ihm den Autoschlüssel brachten. Dresdner Kollegen indes hatten es Anfang Oktober mit einem Ninja-Kämpfer zu tun. Der schwarz gekleidete und mit vermeintlichen Ninja-Schwertern ausgestattete Au-stralier hatte im Zug von Budapest nach Dresden unter Reisenden Ängste ausgelöst. Die Waffen entpuppten sich als Regenschirme – und das Ganze als Spiel. (dpa)

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