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Montag, 12.11.2012

Verbände: Lehrer sind streikbereit - Minister will Gespräch

Die Fronten sind verhärtet. Sachsens Lehrer wollen eine Altersteilzeitregelung, der Finanzminister sagt nein. Beide Seiten wollen reden, am Warnstreik ändert das nichts.

Dresden. Sachsens Lehrergewerkschaften bereiten sich trotz eines Gesprächsangebotes des Finanzministers auf Warnstreiks von diesem Mittwoch an vor. Es zeichne sich eine hohe Streikbereitschaft ab, teilten die Gewerkschaft GEW und der Lehrerverband SLV am Montag mit. „Das Angebot des Finanzministers zu einem Gespräch über Altersteilzeit werden wir annehmen, es ändert aber nichts am Warnstreik“, sagte GEW-Vizechefin Uschi Kruse am Montag der Nachrichtenagentur dpa. „Wir wollen einen Generationen-Tarifvertrag.“

Bei dem Gesprächsangebot von Finanzminister Georg Unland (CDU) gehe es ausdrücklich nicht um Verhandlungen, teilte das Ministerium mit. Unland lehne Altersteilzeitregelungen weiter ab. Sein Argument: Es sei unmöglich, freiwerdende Stellen passgenau neu mit jungen Lehrern zu besetzen. Das sei nicht zu steuern - weder regional noch bei der Fächerkombination, sagte sein Sprecher Stephan Gößl.

Die Gewerkschaften haben wegen der ablehnenden Haltung zu regional gestaffelten Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Den ersten Warnstreik soll es am 14. November im Raum Dresden geben, am 15. und 16. November sollen die Region Chemnitz sowie Leipzig, Bautzen und Zwickau folgen. An einem ersten Warnstreik zu Beginn des Schuljahres im September hatten sich laut GEW etwa 18.000 Lehrer beteiligt, damals gab es einen Streiktag. Das Kultusministerium sprach damals von 11.300 Teilnehmern.

Die GEW will an diesem Dienstag mitteilen, wie viele ihrer Mitglieder sich am Warnstreik beteiligen wollen. Der Lehrerverband erklärte am Montag, laut einer Umfrage unter seinen Mitgliedern seien 96 Prozent streikbereit. Etwa 7.000 der 10.000 Mitglieder hätten sich an der Befragung beteiligt. „So viele waren es noch nie“, sagte der Vorsitzende Jens Weichelt. Das Durchschnittsalter der Pädagogen bewege sich oberhalb von 50 Jahren, die meisten Lehrer sähen sich nicht in der Lage, bis zur Rente vor der Klasse zu stehen. (dpa)