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Mittwoch, 04.10.2017

Unfälle und riesiger Stau auf A 4

Ab dem Burkauer Berg ging es am Mittwochvormittag auf der Autobahn in Richtung Dresden nur sehr schleppend voran.

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Stau am Mittwochvormittag auf der Autobahn in Richtung Dresden. Die Fahrzeugschlange war etwa 30 Kilometer lang.
Stau am Mittwochvormittag auf der Autobahn in Richtung Dresden. Die Fahrzeugschlange war etwa 30 Kilometer lang.

© Rico Löb

Bautzen / Dresden. Völlig überlastet war am Mittwochvormittag die A 4 in Richtung Dresden. Bereits seit den frühen Morgenstunden stauten sich ab dem Burkauer Berg die Fahrzeuge – die Polizei spricht von einem Stau von 30 Kilometern Länge.

Ursache dafür war das hohe Verkehrsaufkommen nach dem verlängerten Feiertags-Wochenende. Tausende Reisende, Berufspendler und Lkw versuchten, von Osteuropa und Ostsachsen kommend in Richtung Dresden und weiter in Richtung Westen zu fahren. „Diese Verkehrsmengen konnte die nur zweispurige Autobahn - wenig überraschend - nicht bewältigen. Die noch immer bestehende Baustelle zwischen Pulsnitz und Ottendorf-Okrilla verschärfte die Situation zusätzlich“, sagte Polizeisprecher Thomas Knaup.

Auch Parkplätze für Lkw waren an der Autobahn einmal mehr Mangelware, heißt es von der Polizei weiter. An manchen Stellen standen Lkw auf dem Standstreifen oder in den Zufahrten zu den Parkplätzen, weil die Fernfahrer nirgendwo einen Stellplatz fanden. Streifen der Autobahnpolizei forderten die Fernfahrer auf, weiterzufahren, die Autobahn zu verlassen und beispielsweise Industriegebiete anzusteuern, um die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einzuhalten.

Selbst die Bundesstraße 6 und die S 111 waren im Landkreis Bautzen als einzige nutzbare, parallel zur Autobahn verlaufende Ausweichroute überlastet. Einige Reisende benötigten für die etwa 50 Kilometer lange Passage zwischen Bautzen und der Landeshauptstadt knapp zwei Stunden.

Verschärft wurde die Situation an mindestens zwei Stellen durch Unfälle. So prallte gegen 7.30 Uhr ein 36-jähriger Citroën-Fahrer mit seinem VAN in der Abfahrt des Burkauer Berges aufgrund von Unachtsamkeit und mangelndem Sicherheitsabstand auf das Heck eines vor ihm bremsenden Audis (Fahrerin 55). Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden beträgt rund 2 000 Euro.

Im Baustellenbereich zwischen Pulsnitz und Ottendorf stieß gegen 10 Uhr ein Lkw vom Typ Mercedes-Benz auf das Heck eines vor ihm bremsenden Kleintransporters Iveco (Fahrer 45). Durch den Anschub wurde dieser gegen einen weiteren Kleintransporter (Fahrer 43) geschoben. Der 32-jährige Unfallverursacher hatte das Bremsen der anderen Fahrzeuge aufgrund unzureichenden Sicherheitsabstandes zu spät bemerkt. Die kaputten Laster blieben in der rechten Fahrspur liegen und sorgten so für ein zusätzliches Nadelöhr. Verletzt wurde bei der Kollision niemand. Der Sachschaden wird auf rund 7 500 Euro geschätzt.

Nach jüngsten Informationen soll die Pannenbaustelle zwischen Ottendorf-Okrilla und Pulsnitz nach zwei verschobenen Fertigstellungsterminen nun bis Ende Oktober fertig sein. Das sagte jetzt eine Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Die Baustelle war in die Schlagzeilen geraten, weil der eigentlich neu eingebaute Asphalt Anfang September wieder abgefräst werden musste. Es hatten sich noch vor der Bauabnahme der neuen Straße Dellen gezeigt, sodass die Oberschicht runter musste. Doch das allein genügte nicht. Unter dieser Schicht zeigten sich weitere Schadstellen. Deshalb musste der Fertigstellungstermin noch einmal verschoben werden. (szo)

Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. gu-ro

    Wie kann die BAB 4 überlastet sein ? Mehrmals hat das LaSuV betont, dass die durchschnittlich dort fahrende Menge an Fahrzeugen bei Weitem, nicht die rechnerisch maximal mögliche Menge erreicht. Man muss da also nicht handeln. (Wer Ironie findet, darf sie behalten)

  2. Keeper69

    Ich als täglicher Pendler aus der Lausitz auf dieser Autobahn meine, das eine Verbreiterung der A4 auf 3 Spuren zwar komfortabel wäre, aber diese zusätzliche Spur wäre bei Unfällen auch nur zugestaut. Zumal diese Autobahn bei dieser Belastung sowieso aller 10-15 Jahre saniert werden muss mit den dann wieder nötigen Einschränkungen. Vielleicht wäre eine Entlastungsstrecke 1-spurig mit wechselseitigen Überholmöglichkeiten parallel zur A4 besser, welche auch im Staufall als Umleitung funktioniert. Wird wohl ein Traum bleiben ....

  3. Rettungsgasse

    Und eine tolle Rettungsgasse sieht man auf dem Bild. Ab da das LASUV nach 25 Jahen immer noch nicht begriffen hat, dass die meisten A4-Benutzer kein Deutsch sprechen, nützen die "Rettungsgasse"-Plakate gar nicht's.

  4. DDler

    @Keeper69: Noch eine Straße bauen? Wenn Unfälle aufgrund zu geringen Abstandes wie hier passieren, dann ist es ja wohl ein Problem der Autofahrer, die zu wenig Abstand lassen, und das sind aus meiner Sicht jede Menge. Da hilft auch keine zusätzliche Straße. Und wer zwischen DD und BZ die A4 nutzt, hat auch sehr gute Möglichkeiten, die Zugeverbindungen zu nutzen. Natürlich reicht das derzeitige Angebot nicht aus. Ein wesentuche höherer Takt und Züge mit deutlich höherer Kapazität wären dafür Voraussetzung. Die viele Kohle, die in den Straßenbau und die häufigen Straßensanierungen aufgrund der hohen Belastung fließen, wäre viel besser in ordentliche Schienenverbindugnen angelegt, einschließlich erforderlicher zugehöriger P+R-Plätze bzw. Buszubringer. Die Strecken nach Bautzen und Kamenz haben jedenfalls entsprechendes Potenzial, die nach Ottendorf-Okrilla und ev auch bis Königsbrück ebenfalls.

  5. autofahrer

    Technisch müßte es ag der Mauterfassungsstellen doch möglich sein zu wissen, wieviele LKWs sich gerade im AB-Bereich zwischen DD und BZ befinden: Dann werden ab einer bestimmten Anzahl einfach keine mehr hereingelassen, bis sich die Zahl reguliert hat. Alternative: Zu Stoßzeiten Standstreifen als Fahrbahn öffnen; geht woanders auch. Dringend: Überholverbote für LKW auf dieser Strecke deutlich ausweiten - hat gestern zwar nicht zum Unfall, aber immer wieder zu größeren Stockungen geführt, was Auffahrunfälle auf der linken Spur provoziert.

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