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Dienstag, 10.09.2013

Tourismusverband Sächsische Schweiz fordert Kampf gegen Rechts

Der Sächsischen Schweiz eilt das Image voraus, Heimat vieler Rechtsextremisten zu sein. Das sorgt offenbar dafür, dass die Tourismusbranche leidet.

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Nach der letzten Bundestagswahl haben Demokratiebündnisse auf die Ergebnisse der NPD in der Tourismusregion Sächsischen Schweiz mit Protesten reagiert. Auf der Basteibrücke wurde unter anderem dieses Banner entrollt. (Archiv 2009)
Nach der letzten Bundestagswahl haben Demokratiebündnisse auf die Ergebnisse der NPD in der Tourismusregion Sächsischen Schweiz mit Protesten reagiert. Auf der Basteibrücke wurde unter anderem dieses Banner entrollt. (Archiv 2009)

© dpa

Pirna/Dresden. Knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl hat der Tourismusverband Sächsische Schweiz (TVSSW) die Wähler in der Urlaubsregion zur Verteidigung der Demokratie aufgefordert. „Wir stehen ja in dem Ruf, dass die NPD hier stark ist und die Wählerschaft auch nichtdemokratische Parteien wählt“, sagte Verbandsgeschäftsführer Tino Richter der dpa. „Und wir wissen, dass der Tourismus dadurch Schaden nimmt.“ Deshalb sei es wichtig, dass die Menschen in der Region wählen gehen und sich für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einsetzen.

Es gebe immer noch politische Kräfte vor allem am rechten Rand des Spektrums, die den Rechtsstaat infrage stellten und die in der Sächsischen Schweiz aktiv seien, heißt es in einer Erklärung des TVSSW-Vorstandes. „Dem muss mit allen demokratischen Mitteln entgegengetreten werden.“ Bei den vergangenen Bundestags- und Landtagswahlen hatte die NPD in der Sächsischen Schweiz immer über fünf Prozent und zum Teil zweistellige Ergebnisse erzielt.

In den vergangenen Jahren hätten politisch motivierte Gewaltdelikte und unverantwortliches Wahlverhalten dem nationalen und internationalen Ansehen der Region schweren Schaden zugefügt. „Wir distanzieren uns in aller Form von diesen Taten und dem dahinterstehenden Gedankengut und hoffen, dass sich diese Erkenntnis auch in unserer Heimat durchsetzt“, so der TVSSW-Vorstand.

Der Schaden, der dem Tourismus durch die Rechtsextremen entstehe, lasse sich zwar nicht beziffern. „Wir merken es aber an den Reaktionen“, sagt Richter. Gerade nach Wahlen häuften sich die Anfragen, beispielsweise von Deutschen, die mit ausländischen Partnern in der Sächsischen Schweiz Urlaub machen wollten. „Das geht schon in die Dutzende“. Auch für die Suche nach Arbeitskräften sei das rechte Image von negativer Bedeutung. „Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen und klare Kante zu zeigen“, sagte Richter. Deshalb unterstütze der Verband auch die von der „Aktion Zivilcourage“ initiierte Kampagne „Die Sächsische Schweiz ist bunt“. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 9 Kommentare

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  1. K. Fritz

    Eine gute Idee, mit Bannern, wie auf dem Bild gezeigt, Touristen zu warnen.

  2. Wespe

    Es wurde auch langsam Zeit, dass die demokratischen Kräfte im Elbsansteingebirge so vor den Braunen warnen. Nicht nur vor Wahlen sollten diese aktiv werden, sondern immer, bis dass die undemokratich Gesinnten dieses schöne Land verlassen haben oder sich doch haben umstimmen lassen von den vielen Bewohnern in der Sächsischen Schweiz. Es soll später nicht einmal heißen: "Die Reue kam zu spät"

  3. bernoi

    Selbst schuld, wenn sich viele Bewohner der Sächsischen Schweiz von rechtem Gedankengut vereinnahmen lassen, dann bleiben solche Touristen , die wegen ihrer Religion, Herkunft und Hautfarbe, Aussehen auffallen, dieser Region weg. Aber das sind die jahrelangen Einschüchterungsversuche von den rechten Politikern mit Anzug und gutem Benehmen. NPD wählen und ausländische Touristen empfangen wollen die dann Angst haben von jungen Neonazis beleidigt und angegriffen zu werden passt halt nicht zusammen. Meine vietnamesische Frau und ich sind es gewöhnt in Dresden ausländerfeindlich beleidigt zu werden. Alltagsrassismus ist dort völlig normal.

  4. Dresdner

    Und was macht unsere Regierung um den Rechten die Stirn zu bieten??Da werden Mittel für Organisationen und Vereine die sich aktiv um die Bekämpfung rechten Gedankengutes einsetzen gestrichen.Die NPD im Land übernimmt die "Jugendarbeit",für die ebenfalls gnadenlos Mittel und Personal zusammengestrichen wurde. Straftaten Rechter Täter werden teils verharmlost oder "falsch zugeordnet". Leider ist Sachsens Verfassungschutz und teilweise die immer mehr geschrumpfte Polizei "auf dem rechten Auge blind". Durch "Sonntagsreden" der CDU/FDP Regierung ändert sich nichts ,es muss gehandelt werden.Und ein Innenminister Ulbig CDU ehem. Bürgermeister von Pirna müßte sich eigentlich mit diesem "Problem" auskennen . Und es gab einmal eine Aussage eines CDU Politkers ,"Die Rechten sind das Gegengewicht zu den Linken in Sachsen" und dies sagt eigentlich alles.

  5. xpol

    Mit solchen Parolen ist gar nichts gewonnen: "Nazis raus...! " Ja wohin denn, wegsperren o.Ä. - Die Menschen müssen erreicht werden und wo sind denn die anderen Parteien geblieben !!??

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