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Freitag, 25.01.2013

Tödlicher Stromschlag

Eine Hündin wird von einem Stromstoß aus einer Straßenlaterne getroffen. Gut zwei Monate später stirbt sie. Eine Folge des Unfalls, glaubt ihr Besitzer.

Von Jan Lange

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Zittern, Jaulen, verbrannte Schnauze: Herbert Menofs mit Hündin Alina. Foto: privat
Zittern, Jaulen, verbrannte Schnauze: Herbert Menofs mit Hündin Alina. Foto: privat

Herbert Menofs wird jenen Morgen im November nicht so schnell vergessen. Er und seine Frau Vera bummeln gerade durch die Zittauer Innenstadt, als ihre Hündin Alina – eine französische Schäferhündin – an einer Straßenlaterne schnuppern will. Es folgt, womit der Zittauer nie gerechnet hätte: Alina bekommt einen heftigen Stromschlag. „Sie wurde weggeschleudert“, sagt Menofs. Der Hund zittert, die Nase ist verbrannt. Von den Folgen wird sich Alina nicht mehr erholen. Seit Montag ist sie tot. Eine Herzattacke. „Die hatte sie seit November immer mal wieder“, sagt Herbert Menofs.

Er war nach dem Stromschlag oft mit der Hündin in tierärztlicher Behandlung. Alina konnte nicht mehr richtig riechen und nicht mehr richtig fressen. Auch die Vorderpfoten waren durch den Stromschlag geschädigt. Lange Spaziergänge waren danach so gut wie unmöglich, selbst das Treppenhinauflaufen: eine Strapaze – trotz aller Medikamente gegen die Herz-Rhythmus-Störungen. Herbert Menofs ist sich sicher, all das waren Spätfolgen des Stromschlags. „Vorher war sie nicht krank“, sagt er.

Die Zittauer Stadtwerke, die für die Laternen verantwortlich sind, will er dennoch nicht verklagen. „Es war ein Unfall“. Der Hund hat offenbar einen sehr seltenen Fehler aufgedeckt – eine Unterbrechung eines Nullleiters. Einen Tag nach dem Vorfall wurde ein defektes Kabel ausgetauscht. Gefahr für Menschen bestand den Stadtwerken zufolge nicht. Dazu sei der Stromfluss zu schwach gewesen.

Menofs hätte sich trotzdem gewünscht, dass sich die Stadtwerke mal nach dem Befinden der Hündin erkundigen. Oder ein Leckerli vorbeibringen. „Das hätte ihnen gut gestanden.“

Stattdessen sei der Fall bagatellisiert worden, findet Menofs. Auch die Polizei habe ihn nicht richtig ernst genommen. Polizeisprecher Thomas Knaup sieht das etwas anders. Die Beamten seien umgehend an den Ort des Geschehens gefahren und hätten eine Sichtprüfung vorgenommen sowie die Laterne berührt. Dabei sei nichts festgestellt worden.

In den nächsten Tagen nun soll Alina eingeäschert werden. Die Urne will Herbert Menofs auf seinem Grundstück vergraben. Alina war halb verhungert vor elf Jahren im Zittauer Gebirge aufgelesen worden. Ihr damaliger Besitzer hatte sie wahrscheinlich ausgesetzt.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Ines K.

    R.I.P. Alina :(

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